Segways, Selfies und Starbucks - No Go's und Tarn-Tipps für Touristen

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 17. Mai 2018 | Allgemein, Citytrips | Keine Kommentare

Ob Schlenderer, Alles-Fotografierer oder Fahrkartenautomaten-Forscher – nicht wenige Touristen kannst du schon aus 100 Meter Entfernung erkennen. Sie wissen einfach nicht, wie man sich in einer fremden Stadt richtig tarnt. Mit ein paar simplen Tipps, wird die Tarnung jedoch zum Kinderspiel und du ganz schnell zum echten Local!

Die Frage hatte ihn geadelt. Rolf war in Paris unterwegs, als ihn eine ältere Dame im besten Französisch der Hauptstädter ansprach: „Pardon, Monsieur, wissen Sie, wo es zur nächsten Metro-Station geht?“Rolf war zum ersten Mal in Paris – und hatte sich „Le Monde“ unter den Arm und eine Gitanes mit gelbem Maispapier in den Mundwinkel geklemmt. Niemand hielt ihn mehr für einen Touristen.

Natürlich ist es albern, durch Edinburgh im Kilt zu spazieren – nur um nicht als Tourist aufzufallen. Oder im krachledernen Outfit erst durch Oberammergau zu bummeln, und dann im örtlichen Gasthof „ein Pilsken“ zu bestellen.

Da sind Irritationen obendrein dann nicht mehr weit. So geschehen beispielsweise in einem Hotel im Schwabenland: Der Gast aus Hamburg bestellte – um seine Verbundenheit mit dem Reiseziel kund zu tun – zum Frühstück ein „Käseblättle“, bekam dann aber weder Gouda noch Tilsiter, sondern die Heimatzeitung serviert.

Die Sprache nur sprechen, wenn man sie beherrscht, ist eine goldene Regel, um nicht als plumper Tourist abgetan zu werden: Wer in Rom auf der Piazza Navona beim Bestellen der Pizza, prego, stottert wie zu Hause beim – in Deutschland aufgewachsenen – Lieblingsitaliener, blamiert sich ruck zuck.

 

Kopftuch, Karten & Co

„Fremdschämen“ sei oft Teil ihrer Reisen gewesen, hat mir neulich Petra erzählt, die mehr als die halbe Welt kennt – und dazu steht, Tourist zu sein. Das sei schließlich jeder jenseits der eigenen Grenzen. Nur bitte: Benehmen!

Warum auch nicht in der Türkei wie – Achtzehntel aller Frauen dort – ein Kopftuch tragen? Schon ist der aufreizende Blondschopf verschwunden – ganz leicht lässt es sich eintauchen in den Strom der Passanten, ohne weiter aufzufallen.

Das tut man andererseits garantiert, wenn man eine große Landkarte vor sich herträgt, aus dem Reiseführer laut doziert – und vor lauter Staunen angesichts der Tempel in Agrigent den Mund nicht mehr zubekommt. Eigentlich sollte das Studium von Gedrucktem vor Ort sowieso tabu sein: Wer sich erst im Schatten der Attraktion über das alte Gemäuer informiert, zeigt unerbittlich sein Gesicht als oberflächlicher Tourist.

Besonders krass sind Reisende mit Selfie-Sticks. Ein kurzer Spaziergang am Frankfurter Römer oder New Yorks Times Square wird durch die Massen, die die Touribusse zu gewissen Zeiten ausspülen, dort fast zu einem Spießruten-Lauf.

 
 

 

Besser Leihrad statt Rikscha

Wer sich bemüht, nicht als 08/15-Tourist geoutet zu werden, meidet von vornherein am besten auch gleich drei Verkehrsmittel: Segway, Rikscha und Hop-on-hopp-off-Bus – und leiht sich stattdessen ein Leih-Fahrrad. Wer damit unterwegs ist, fällt garantiert nicht auf: Martin, ein guter Freund, fährt damit bei seinen alljährlichen Besuchen im südafrikanischen Durban selbst in dunkle Viertel, ohne „groß aufzufallen.“

Er meidet natürlich auch Starbucks, McDonald`s & Co. Die aus der Heimat bekannten Labels ziehen Touristen fast magnetisch an, weshalb sie gerade deshalb auch meist dort stehen, wo Urlauber sich ballen: Kaum ein Tourismus-Hotspot weltweit, neben dem nicht Amerika auf seine kulinarische Einfalt aufmerksam macht.

Apropos Essen: Wer in Singapur, Hongkong oder Kalkutta den Global Citizen mimt und an einer Garküche etwas probiert, um es dann – „Pfui Teufel, wie schmeckt das denn“ – auszuspucken, reißt sich selbst die Maske des weltgewandten Zeitgenossen vom Gesicht. Was nicht anders ist, wer leicht benebelt in einem irischen Pub „It’s a Long Way to Tipperary“ mitgrölt, ohne den ganzen Text zu kennen.

 

Weiße Socken und Sandalen

In „Miller’s Bar“ in Dublin erzählte mir mal ein Engländer, wie er es macht, um als Einheimischer durchzugehen: Jeff kauft sich Fan-Schal und T-Shirt des dort sehr populären Fußball-Klubs Bohemians – was in Amsterdam, Moskau oder Rio spielend leicht nachzumachen ist.

Auch wer einen Kinderwagen vom Sperrmüll als Begleiter für seinen Stadtbummel holt oder – leicht gelangweilt – einen vernachlässigten Hund aus dem örtlichen Tierheim ausführt, hat beste Chancen, nicht als Fremder aufzufallen. Wer es andererseits aber darauf anlegt, sofort als Deutscher erkannt zu werden, braucht ebenso wenig dafür: kurze Hosen, weiße Socken, Baseball-Mütze – und Kamera um den Hals.

 

 

 
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