Gemeinsam gegen Müll am Strand – Beach Cleaning Kuba

von Swantje L. | mehr Artikel von | 28. August 2014 | Einblicke | 2 Kommentare

Wer kennt das nicht? Man liegt am wunderschönsten Strand des Urlaubslandes und lässt entspannt den Blick schweifen, als plötzlich einige achtlos hingeworfene Plastikflaschen, Servietten und Zigarettenkippen das herrliche Bild stören. Weggeworfener oder angeschwemmter Müll ist leider an vielen Stränden unserer Erde ein Wermutstropfen in einem ansonsten perfekten Urlaub. Genau dieses Problem packten Mitarbeiter und Gäste von Tourismusunternehmen auf der ganzen Welt im Juli 2014 an und räumten im Rahmen des „Make Holidays Greener“ Monat kräftig auf. Von Brighton an der Südküste Englands über Griechenland bis nach Kuba sammelten fleißige Hände Abfall und transportierten ihn zu Recyclingeinrichtungen, um Stränden ihr ursprüngliches, idyllisches Gesicht zurückzugeben. Die Aktionen rund um das Beach Cleaning wurden organisiert durch die Nachhaltigkeitsinitiative Travel Foundation in Zusammenarbeit mit Tourismusunternehmen auf der ganzen Welt.

Natürlich mischte auch Thomas Cook kräftig mit – es beteiligten sich über 200 Mitarbeiter am Beach Cleaning in den Urlaubsländern, bei denen knapp 2000 kg Müll gesammelt wurden. Magda, Team Managerin in Kuba, erzählt uns von ihren Erlebnissen:

„Als wir uns im Juli dazu entschlossen, am “Make Holidays Greener” Monat 2014 zum Thema “Beach Clean” teilzunehmen, sahen wir zuerst den Strand vor lauter Sand nicht – wo sollten wir beginnen? Wir hielten jedoch die Augen auf und wurden schließlich fündig.

Eines Tages fanden wir eine kleine Bucht, umgeben von Mangroven und scheinbar unbewohnt – bis auf einen Fischer, der sich uns als Alfredo vorstellte. Alfredo schwamm nah an den Mangroven und der Sandbank, um Köder für seine Angeltouren zu finden. Er erzählte uns „ Ich habe schon mein Leben lang in Varadero gewohnt und fische schon seit ich ein kleiner Junge war. Das Leben war anders, bevor diese Massen an Müll da waren.“

Wir waren sehr beeindruckt davon, dass Alfredo trotz seines hohen Alters so voller Leben und Freude war und uns wurde klar, dass dieser wunderschöne Ort hier nicht nur uns brauchte, sondern wir ihn mindestens ebenso sehr. War dieser Strand aufgrund seiner Lage verdammt dazu, von Abfall überschwemmt zu werden? Oder geschah dies nur, weil wir uns so schlecht um ihn kümmerten? Wenn in dieser Bucht weiterhin so viel Abfall angeschwemmt oder liegengelassen würde, könnten Alfredo und alle nach ihm irgendwann nicht nur keinen einzigen Fisch mehr dort fangen, sondern würden auch Zeuge der Zerstörung dieses einzigartigen Teils der Halbinsel werden. Überall lag Müll: Plastik- und Glasflaschen , Becher, alte Reifen und Gummi. Plastiktüten strangulierten sogar die armen Bäume. Aber neben all diesem Dreck waren da auch immer noch Alfredo, die Mangroven und die Aussicht darauf, dass dies ein besserer Ort werden könnte, wenn wir ihm nur zu Hilfe kämen.

Wir machten Fotos von dem verdreckten Strand und luden all unsere Freunde und Kollegen ein, zur Rettung dieser kleinen Bucht beizutragen. Wir verabredeten uns für den 22. Juli und bald hatten wir die beiden Agenturen Cubatour und Viajes Cubanacan auf unserer Seite, die sogar MINTUR (das kubanische Tourismusministerium) und weitere Organisationen überzeugten, ebenfalls ihre Unterstützung für unser Unterfangen zuzusagen. Offizielle Einladungen mit der Bitte um Hilfe wurden an alle Hoteliers gesendet, es regnete Zusagen für Unterstützung in Form von Transportern, Abfalltüten um die recycelbaren Abfälle von den anderen zu trennen, Wasser, Handschuhen und vielen fleißigen Mitarbeiterhänden der Blau Varadero, Iberostar und Melia Hotels. Auch wenn viele schnell bereit waren, uns zu helfen, so wurde doch immer wieder die Frage nach dem Warum gestellt. Niemals vorher hatte es so eine Aktion in Varadero gegeben, was vielen Anlass zur Skepsis gab – „Die Regierung ist schließlich für die Reinigung der Strände zuständig, warum sollten wir das nun in die Hand nehmen?“

Dann kam der Tag aller Tage, Beach Cleaning am 22. Juli. Wir konnten die Nervosität in der Luft spüren, während unsere Reiseleiter aus der Uniform und in die Arbeitskleidung für den Strand schlüpften. Wir waren nicht sicher, ob wir allein mit unserem Unterfangen sein würden oder ob tatsächlich die vielen zugesagten Helfer zu unserer Unterstützung eilen würden. Die Arbeit sollte um 8:30 Uhr am Morgen beginnen, aber schon um 8:15 Uhr erreichte uns der erste Anruf – alle waren in der Bucht, bereit loszulegen! Wir sahen Menschen in gelben, roten und blauen Uniformen auf uns zukommen, Kollegen in Iberostar T-Shirts oder einfach in ihrer Straßenkleidung, wir sahen viele Freunde und auch ihre Kinder auf uns zuströmen. Es war zu schön um wahr zu sein! Wir zählten schnell durch, wir waren ungefähr 100 Personen – einige Kollegen waren auf ihrem Weg zur Arbeit gewesen und hatten spontan angehalten, um uns zu helfen. In weniger als zwei Stunden unter der brennenden kubanischen Sonne, trotzten wir der erschöpfenden Hitze und der Angriffe von kubanischen Feuerameisen – besser bekannt als „Santanilla“ oder „Satanica“ – und füllten gemeinsam 102 Tüten mit Recycling- und weiterem Abfall.

Wir haben der Natur ihren Platz zurückgegeben! Wir konnten etwas verändern, zusammen mit der Travel Foundation und Thomas Cook. Am Tag danach sahen wir Alfredo wieder – mit seinem riesigen Lächeln zeigte er uns sein wiedergefundenes Glück.

Urlaubs-Angebote für Kuba finden Sie hier.

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Swantje L.

Swantje L. [Mitarbeiter]

Referentin für Nachhaltigkeit bei Thomas Cook AG
Seit 2010 bei Thomas Cook - erst als Reiseleiterin auf Teneriffa und an der Algarve, heute als Referentin für Nachhaltigkeit. Privat am liebsten mit Rucksack und Zelt unterwegs auf Entdeckungstouren durch ferne Länder - zuletzt habe ich so die traumhaften Landschaften Neuseelands erkundet.
Swantje L.

2 Kommentare

  • Sigrid sagt:

    Hallo Swantje, ich finde die Aktion super. Wo aber kommen die Abfallsäcke hin? Gibt es dort eine Müllverbrennung oder landet der Müll auf der Müllkippe. Grüße Sigrid

    • Swantje L. sagt:

      Hallo Sigrid,
      danke für deine Nachricht und die sehr gute Frage. Natürlich haben wir uns bei den Aktionen auch erkundigt, wohin der Müll gebracht wird. Im Fall Kuba ist es so, dass der große Anteil an Plastik- und Glasmüll, der beim Sammeln getrennt wurde, in eine Recyclinganlage gebracht wurde, der kleine Rest wurde aufgrund der fehlenden Infrastruktur auf eine Mülldeponie gebracht. Ein Ziel dieser Beach-Cleaning Aktionen ist, auf die teilweise fehlende Infrastruktur aufmerksam zu machen und das Recycling dort zu fördern, wo es bislang noch nicht oder nur begrenzt möglich ist. Ich hoffe, das beantwortet deine Frage. Vielleicht kannst du ja im kommenden Jahr an einer der Aktionen selbst teilnehmen! 🙂
      Herzliche Grüße, Swantje

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