Nachhaltiges Wassermanagement in Konzepthotels

von Swantje L. | mehr Artikel von | 24. November 2014 | Einblicke | Keine Kommentare

Wussten Sie schon, dass man im Urlaub durchschnittlich drei Mal so viel Wasser verbraucht wie zu Hause? Sicherlich überlegen Sie jetzt, woran das liegen könnte. Geduscht wird im Urlaub schließlich meistens nur einmal am Tag, abends, nachdem man den ganzen Tag in der Sonne gelegen hat und im Pool oder im Meer baden war. Und natürlich stimmen wir Ihnen zu, wenn Sie jetzt denken: „Auf diese Dusche kann ich auf keinen Fall verzichten!“

Aber haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie viel Wasser sonst noch im Hotel verbraucht wird? Denken Sie zum Beispiel an die wunderschönen Gartenanlagen vieler Hotels, die meist täglich bewässert werden müssen. Oder denken Sie die an die hoteleigenen Pools, die alle literweise mit Wasser versorgt werden. Hierdurch wird der Wasserverbrauch pro Kopf stark in die Höhe getrieben. Andere Bereiche benötigen ebenfalls auf indirekte Weise viel Wasser, obwohl man das im ersten Moment gar nicht erwarten würde. Um Ihnen jeden Abend ein tolles Buffet zu bieten, wird zum Beispiel 95% mehr Wasser verbraucht, als in den Gästeduschen! Das liegt daran, dass zur Herstellung der Speisen, die Sie auf dem Buffet finden, immens viel Wasser verbraucht wird – oftmals an ganz anderen Orten als dort, wo Sie gerade Ihren Urlaub verbringen. So werden für die Herstellung von 100 Gramm Rindersteak im Herstellungsprozess circa 1600 Liter Wasser benötigt. Wenn man das alles in Betracht zieht ist es eigentlich kein Wunder, dass der durchschnittliche Wasserverbrauch im Urlaub so hoch ist.

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Schon jetzt leiden viele lokale Einwohner in Urlaubsdestinationen unter dem Wassermangel. Auf Zypern wurde vor zwei Jahren tagsüber sogar das Wasser in den lokalen Haushalten komplett abgestellt, da nicht genug davon vorhanden war. Durch den drohenden Klimawandel ist damit zu rechnen, dass in Zukunft die Wasserknappheit immer größer wird. Wenn sich nichts ändert, wird das über kurz oder lang auch die Touristen vor Ort betreffen – und ein Urlaub ohne Wasser ist nun mal kein Urlaub!

Das Projekt „Wertvolles Wasser“

Diese Situation hat das Nachhaltigkeitsmanagement von Thomas Cook veranlasst, ein Projekt zur Förderung des nachhaltigen Umgangs mit Wasser in Urlaubsländern ins Leben zu rufen. Aufgrund der Tatsache, dass ca. 95% des Wasserverbrauchs auf Reisen in den Hotels passiert, setzt das Projekt genau hier an – Ziel ist eine Reduzierung des Wasserverbrauchs in Thomas Cook Konzepthotels. Unterstützt werden wir dabei von der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris und einem Experten für Wassermanagement im Tourismus, Dr. Stefan Gössling. Stefan Gössling befasst sich bereits seit 1992 mit der Thematik Klimawandel und Tourismus und hat schon mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Mit seiner Unterstützung wurde ein Zweijahresplan entwickelt, um das Wassermanagement der Hotels zu analysieren und zu verbessern.

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In der ersten Phase im Sommer 2014 hat Dr. Gössling detaillierte Water Footprints für zwölf Thomas Cook Konzepthotels (Sentido, Smartline, Sunwing, Sunprime) auf Rhodos erstellt. Diese vom Hotel hinterlassenen „Wasser-Fußabdrücke“ geben Aufschluss über die Lokalisierung von Wasser- und Kosteneinsparungspotenzialen. Das Innovative am Konzept der Wasser-Fußabdrücke: Neben dem „direkten“ Wasserverbrauch, wurde auch der „indirekte“ Verbrauch, der zum Beispiel bei der Erzeugung von Lebensmitteln für das Hotel an anderen Orten der Welt entsteht, mit in die Bewertung einbezogen. In zwei ausgewählten Konzepthotels auf Rhodos wurden zudem Wasserzähler angebracht, um den Verbrauch genau messen zu können. Der Wasserverbrauch wurde sowohl in den Zimmern der Hotelgäste, als auch in Küche, Pool und Wäscherei gemessen. Neben den Wassermessungen wurde auch eine Gästebefragung zu dem Thema Wasserverbrauch durchgeführt. Thomas Cook wollte wissen, wie wichtig es den Gästen ist, dass sie jeden Tag frische Dusch- und Poolhandtücher erhalten, wie wichtig Ihnen regionale Speisen sind und ob die Bettwäsche wirklich jeden Tag ausgetauscht werden muss. Die Antworten der Gäste geben uns einen Aufschluss über deren tatsächliche Bedürfnisse in Verbindung mit der Ressource Wasser.

Nachdem der Wasserverbrauch über die gesamte Saison gemessen wurde, hat Stefan Gössling nun während der Wintersaison, in der die Hotels auf Rhodos geschlossen sind, Zeit, den Verbrauch genau zu analysieren. Sein Ziel ist es, die Bereiche im Hotel ausfindig zu machen, in denen Wasser eingespart werden kann. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden Verbesserungsvorschläge erstellt und den Hotels unterbreitet. Die haben dann in der zweiten Phase des Projekts die Gelegenheit die Verbesserungsvorschläge umzusetzen – und werden noch zusätzlich für ihr Engagement von Thomas Cook belohnt! Setzt ein Hotel Verbesserungsvorschläge um, so erhalten sie kostenfreie Wassermanagement-Trainings für ihr Personal und Unterlagen zur Gästesensibilisierung. Am Ende des Projektes sollen alle Ergebnisse und Maßnahmen veröffentlicht werden, damit auch andere Hotels und Regionen davon profitieren können und sie der gesamten Tourismusbranche als Vorbild dienen. So können Sie auch in Zukunft Ihren Urlaub unbeschwert genießen.

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Was Sie tun können:

Sie wollen ebenfalls ein Stück zum Wassersparen beitragen? Dann orientieren Sie sich doch an folgenden Tipps, um weniger Wasser in Ihrer Urlaubsdestination zu verbrauchen:
• Duschen Sie, anstatt zu baden. Das spart bis zu 70 Liter Wasser!
• Lassen Sie beim Zähneputzen oder Rasieren nicht das Wasser laufen.
• Überlegen Sie, ob ihr Handtuch wirklich jeden Tag gewaschen werden muss. Eine Wiederbenutzung spart Waschgänge und somit Wasser

 

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Swantje L.

Swantje L. [Mitarbeiter]

Referentin für Nachhaltigkeit bei Thomas Cook AG
Seit 2010 bei Thomas Cook - erst als Reiseleiterin auf Teneriffa und an der Algarve, heute als Referentin für Nachhaltigkeit. Privat am liebsten mit Rucksack und Zelt unterwegs auf Entdeckungstouren durch ferne Länder - zuletzt habe ich so die traumhaften Landschaften Neuseelands erkundet.
Swantje L.

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