Queen Mary 2: Unterwegs mit Stargeiger David Garrett auf dem Luxusliner

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 27. Januar 2017 | Einblicke | Keine Kommentare

Im Oktober 2017 betritt der Mann Neuland, auf leicht schwankendem Boden: Es wartet die erste Kreuzfahrt seines Lebens. Eingeladen dazu sei er schon öfter geworden, sagt David Garrett. Doch immer sagte er aus einem Grund ab: Er hatte Angst um seine wertvolle Stradivari aus dem Jahr 1716, die zu gewissen Jahreszeiten in südlichen Gefilden schnell Schaden nimmt. Doch im Herbst 2017 „passt alles“, lacht der weltberühmte Geiger, der dann sechs Tage an Bord der „Queen Mary 2“ ist, die – ab dem 29. Oktober – von Hamburg Kurs auf Norwegen nimmt und am 3. November wieder zurück in der Hansestadt ist. Der 36 Jahre alte Künstler macht aber keinen Urlaub: Er ist der Star der dritten Event-Fahrt des Ozeanriesen und gibt unterwegs mit seiner fünfköpfigen Band drei exklusive Konzerte. Natürlich wolle er sich auch Zeit für das Publikum nehmen: Bei sechs Tagen an Bord habe man sicher „eine größere Nähe zu den Fans“ als sonst. Der gebürtige Aachener, der eigentlich David Christian Bongartz heißt, steht seit 25 Jahren auf den Bühnen dieser Welt, im Alter von 10 hatte er bereits einen Auftritt mit den Hamburger Philharmonikern. Nun freut er sich auf die „Queen Mary 2“, wo das „Royal Court Theatre“ mit seinen roten Sesseln vor blauem Sternenhimmel eine besondere Nähe zum Publikum erzeugt. Dort oder sonst an Bord gebe es sicher auch mehr Möglichkeiten, Autogramme zu schreiben: „Denn dafür ist sonst häufig keine Zeit.“

(c) Universal Music

Bei der „Stars at Sea“-Konzertreise braucht es kein Dinnerjacket oder das kleine Schwarze: „Smart and casual“ lautet der Dress-Code – selbst im Spezialitäten-Restaurants „The Verandah“, wo man gegen einen Aufpreis von 20 bis 30 Dollar speisen kann. Die QM2 gehört – nicht nur ihrer exzellenten Küche wegen – zu den berühmtesten Schiffen auf den Weltmeeren: Bis zu 3090 Passagiere werden von 1253 See- und Serviceleuten umsorgt. 870 Millionen Euro hatte die Reederei Cunard bis zum Stapellauf im März 2003 in den 345 Meter langen Koloss gesteckt, der von Königin Elisabeth II. getauft wurde – und auf dem die erste von Autorin Joanne K. Rowling signierte US-Ausgabe von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ über den Großen Teich schipperte.

Klar, dass der 345 Meter lange riesige Pott, der 79 827 Tonnen Wasser verdrängt und trotzdem eine Geschwindigkeit von bis zu 55 km/h erreicht, schon viel Prominenz sah: Während Olympia 2004 in Griechenland dienten das 72 Meter hohe Schiff und seine 1310 Kabinen – darunter vier Royal Suiten und sechs Penthouses – im Hafen von Piräus als schwimmendes Hotel. Als Gäste auch an Bord: Die Staatsmänner Tony Blair, George W. Bush und Jacques Chirac. Sogar als Filmkulisse diente der letzte planmäßig verkehrende Transatlantik-Liner schon einmal: Regisseur Wolfgang Petersen drehte auf ihm 2006 „Poseidon“ mit Richard Dreyfuss, Kurt Russell und Jacinda Barrett.

Die Queen Mary 2
Ausgelassene Stimmung beim Tanz im Queensroom
Die Kapitäne vor dem Schornstein der Queen Mary 2
Ein Gast in dem Brittania Queen Room Restaurant an Bord des Schiffes

Die Stars waren von dem Schiff damals ebenso beeindruckt wie heute die ganz normalen Gäste: Superlative warten, wohin man auch schaut. Nicht nur, dass im Bauch des weltweit größten schwimmenden Keller 17 000 Flaschen Wein von 200 Sorten schlummern. Geben die zwei Meter langen Schiffshörner laut, sind sie auch noch in 15 Kilometer Entfernung zu hören. Eher leise sind die Kommandos von Christopher Wells. Der schmale Kapitän, der seit 2008 auf der Brücke das Sagen hat, ist auf allen Weltmeeren zu Hause – und verliebte sich bereits mit fünf Jahren in das Vorgängerschiff „Queen Mary“, die in Southampton am Kai lag. „Von diesem Moment war mir klar, ich möchte Kapitän eines solchen Schiffes werden“, erinnert sich der 60-jährige Brite, der mit einer Deutschen verheiratet ist. Doch von Schifffahrts-Romantik ist heute nur noch wenig zu merken. Sein Arbeitsalltag sei „immer mehr zu einem Schreibtischjob geworden“, sagt Wells. „50 Prozent meiner täglichen Arbeitszeit ist Papierkram.“

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