Wir schenken Augenblicke - Charity Kampagne in Afrika mit Stefan Dofel

von | mehr Artikel von | 27. August 2013 | Einblicke | Keine Kommentare

Im April diesen Jahres sammelten das Online-Reisebüro thomascook.de und der Kamerahersteller PENTAX RICOH über 5.000 Fotos für den guten Zweck ein. Bei der Charity-Kampagne „Wir schenken Augenblicke“ riefen wir unsere Fans dazu auf, Fotos ihrer schönsten Augenblicke einzureichen. Jedes Foto wurde in eine Vitamin A-Kapsel umgewandelt. Somit konnten über 5.000 Vitamin A-Kapseln ihren Weg nach Afrika antreten. Ganz besonders hat uns gefreut, dass wir ein Spendenprojekt in Malawi unterstützen konnten. Aber was passiert mit den Vitamin A-Kapseln? Wir haben beim zuständigen Projektleiter der Christoffel-Blindenmission (CBM), Stefan Dofel, nachgefragt. Seit 2005 arbeitet Stefan Dofel für die CBM. Neben der Begleitung und Weiterentwicklung der verschiedenen Projekte und Programme im Land, vertritt Stefan Dofel die CBM auch im malawischen „National Prevention of Blindness Committee“.

Interview mit Stefan Dofel

Hallo Herr Dofel, bei der Aktion „Wir schenken Augenblicke“ von thomascook.de und Pentax kamen über 5.000 Euro für die CBM zusammen. Was wird konkret mit der Spende gemacht?

Alle in Lilongwe haben sich sehr gefreut, als die Kollegen von CBM Deutschland uns informiert haben. Wir werden hier bei uns in Malawi ein Programm zur Verteilung von Vitamin-A für Kinder im Alter von bis zu 5 Jahren durchführen. Die Planungen sind im vollen Gange.

Wie genau geht man bei so einem Verteil-Programm vor?

Unser Partner MACOHA, dem Malawischen Rat für Menschen mit Behinderung, arbeitet auf Gemeindeebene eng mit den Gesundheitsstrukturen der Regierung zusammen. MACOHA Mitarbeiter, d.h. der zuständige Sozialarbeiter und ein medizinischer Assistent, stimmen sich eng mit den sogenannten Gesundheits-Assistenten (Health Surveilance Assistant) der Regierung auf Gemeindeebene ab, um die Verteilung gemeinsam durchzuführen. Konkret sieht das so aus, dass das örtliche Gesundheitszentrum die Bevölkerung an einem bestimmten Tag aufruft, mit allen Kindern unter 5 Jahren am Gesundheitszentrum zu erscheinen. Wenn die Kinder die Tabletten eingenommen haben, werden die Mütter darauf hingewiesen, dass in etwa 6 Monaten erneut eine Verteilung stattfinden wird. Zu dieser nächsten Verteilung wird dann nochmals gezielt aufgerufen.

Wie viele Kinder schätzen Sie, sind auf diese Verteilung angewiesen und warum gibt es so ein Programm noch nicht?

Warum diese Maßnahmen bisher nicht durchgeführt wurden ist einfach: Es fehlte schlicht weg das Geld.

Von den etwa 16 Millionen Menschen sind etwa 45 Prozent in der Altersgruppe 1-14 Jahre. Arithmetisch sprechen wir also von ca. 2,1 Millionen Kindern unter 5 Jahren. D.h. jährlich würden etwa 4,2 Millionen Dosen an Vitamin A Kapseln benötigt.

Allerdings machen wir Fortschritte. Die Regierung hat in diesem Jahr wieder begonnen, in den Distrikten in denen wir aktiv sind Vitamin A zu verteilen. Die Menge ist zwar nicht ausreichend, aber wir können das nun Dank thomascook.de und PENTAX RICOH ergänzen. Dass die Regierung wieder aktiver wird, hat sicherlich auch mit der Lobbyarbeit von CBM und Vorbildprojekten wie diesem zu tun.

Können Sie uns bitte die Lebensbedingungen der Kinder vor Ort beschreiben sowie etwas zum Hintergrund von Vitamin-A-Mangel sagen.

Durchschnittlich hat ein Kind hier vor Ort vier Geschwister. Die Familien sind in den meisten Fällen Subsistenzbauern, d.h. sie haben ein Feld direkt hinter ihrem Haus. Wenn sie Glück haben, besitzen sie ein paar Hühner. Wenn sie zu den wohlhabenderen Menschen gehören, dann haben sie eine Ziege und der Vater besitzt ein Fahrrad. Es gibt keinen Strom oder fließendes Wasser. Die Mädchen helfen sehr häufig schon früh, im Alter von fünf Jahren, ihren Müttern im Haushalt. Die Jungs unterstützen beim Viehhüten, falls die Familie welches besitzt.

Eine ausgewogene Ernährung haben die Menschen sehr selten – Fleisch gibt es beispielsweise nur ein bis zweimal im Monat. Bei Mangelernährung kommt es im Körper häufig auch zu einem Defizit an Vitamin A. Mangelerscheinungen sind die Folge, gerade bei Kindern, die sich ja noch im Wachstum befinden. Diese betreffen dann auch die Entwicklung des Auges.

Warum sind Vitamin-A-Kapseln so wichtig, welche Wirkung haben sie?

Durch den Vitamin-A Mangel kann es zu einer Erweichung und Trübung der Hornhaut kommen. Die Kinder können hieran Erblinden. Durch die Einnahme von Vitamin-A-Kapseln, kann dem entgegen gewirkt und einer Erblindung vorgebeugt werden.

Welche Perspektiven werden den Kindern durch die präventive Einnahme von Vitamin-A geschaffen?

Durch die präventive Einnahme von Vitamin-A kann eines der kostbarsten Dinge, das Augenlicht der Kinder, bewahrt werden.

Blindheit ist in einem Entwicklungsland häufig eine Frage von Leben und Tod: Viele Kinder sterben wenige Jahre nach dem Verlust ihres Augenlichts. Dem entgegenzuwirken ist demnach lebenswichtig. Und durch den Erhalt des Augenlichts haben sie dann auch die Chance zur Schule zu gehen und später für sich selbst sorgen zu können, ohne auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein.

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Martin W.

Martin W. [User]

Social Media Manager bei Thomas Cook AG
Martin Widenka verantwortet seit zwei Jahren den Bereich Social Media bei Thomas Cook. Schon früh setzte er bei dem Reiseveranstalter auf das Fotonetzwerk Instagram. Aktuelles Projekt: Thomas Cook Holiday Inspiration (@tc_holiday_inspiration). Er selbst war Anfang 2014 auf der „Suggested User List“ von Instagram.
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