Dufte Inseln: Exotik pur auf Sansibar

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 28. September 2017 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Urlaub dort, wo der Pfeffer wächst: Sansibar – von hier kommen zahlreiche Gewürze, Kokosnüsse und Mangos. Und Freddy Mercury: Selbst ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod ist der Pop-Star allgegenwärtig. Die einzigartige Mischung verschiedener Kulturen zeichnet das bunte Leben auf der Inselgruppe aus.

Von Märkten und anderen Traditionen

Mittags auf Sansibars Hauptinsel Unguja. Exotische Gerüche hängen schwer in der Luft des Darajani Basars in Stone Town, dem historischen Zentrum von Sansibar-Stadt. Berge von Gewürznelken, Mangos und Kokosnüssen türmen sich auf den Holztischen, meine Nase registriert Vanille, Zimt und Kardamom.

Ein älterer Mann im Dschallabija, ein langes hemdartiges Gewand mit weiten Ärmeln und ausladendem Rockteil, hält mir einen Sack Pfeffer entgegen. „Five Dollar“, ruft er – und streckt alle fünf Finger der linken Hand in die Höhe, „only five Dollar“. Der Preis fürs Kilo: Ein gutes Geschäft. Doch was soll ich mit so viel Pfeffer?

Ursprünglich wollte ich meinen zweiwöchigen Urlaub an den Traumstränden Sansibars verbringen. Eine Woche im Westen, wo die Palmen bis an den Küstensaum heranwachsen, das Wasser flach abfällt: Nichts tun. Die andere dann im Osten der Insel, wo die spärliche Vegetation gegen stramme Winde kämpft und der warme Indische Ozean an das Ufer brandet: Surfen.

Doch eine unerwartete Flaute am zehnten Tag hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Thorsten Brauer, Surflehrer in Paje, schlug deshalb vor, das einmalige Multi-Kulti-Gemisch der Inselhauptstadt zu erkunden: Der 1904 erbaute Markt sei hierfür genau der richtige Ausgangspunkt.

Vor der Kulisse britischer Kolonialhäuser, indischer Hindutempel und arabischer Kaufmannshäuser feilschen hier Händler um ihre Waren. Zwischen gelben, grünen und roten Bananenstauden zaubern chinesische, indische und einheimische Köche in ihren Woks in wenigen Minuten leckere Fischcurrys, Samosas oder Chapatis. Überall duftete es verführerisch.

„Der Handel mit Gewürzen, Elfenbein und Sklaven hat die Insel reich gemacht“, erzählt Brauer, der seit rund vier Jahren auf Sansibar lebt, wo er mit einigen anderen Aussteigern aus Deutschland eine Kite-Schule betreibt.

Zwischen Weltkulturerbe und Taarab-Musik

Der Reichtum bescherte der Insel einige Sehenswürdigkeiten: Beispielsweise das House of Wonders – heute ein kulturhistorisches Museum. Der um 1840 erbaute Palast sei das erste Gebäude auf der Insel mit Stromversorgung und Fahrstuhl gewesen, erzählt Brauer. „Und wahrscheinlich sogar der erste in ganz Ostafrika.“ Bemerkenswert auch das zwischen 1698 und 1701 erbaute arabische Fort, in dem mittlerweile eine Cafeteria, eine Kunstgalerie und einige Souvenirläden Platz gefunden haben. „Abends finden hier kulturelle Veranstaltungen statt“, berichtet der 44-Jährige. Vor allem die lokalen Tanz- und Musikgruppen seien klasse.

Zwischen Kokospalmen lässt es sich an Sansibars weißen Sandstränden wunderbar entspannen.
Im Spa des Hotel Essque Zalu Zanzibar werden traditionelle afrikanische Wellness-Behandlungen angeboten.
Auf Sansibar können Reisende traumhafte Sonnenuntergänge bewundern. 
Sansibar ist berühmt für seine Gewürze. Auf den lebhaften Märkten werden neben Pfeffer auch zahlreiche andere Gewürze angeboten - von Kardamom bis Zimt ist hier alles dabei.

In Sicht- und Hörweite des Forts: Die Forodhani Gardens. Vom Park schwappen die für meine Ohren schrägen Klänge eines Taarab-Orchesters hinüber, vermischen sich mit westlicher Rockmusik aus der Konserve. „Klingt wie Queen“, bemerke ich. „Ist es auch“, schmunzelt Brauer, „Freddy Mercury wurde hier geboren“. Der berühmteste Sohn Sansibars erblickte als Sohn eines britischen Kolonialbeamten und einer Inderin 1946 in der Inselhauptstadt das Licht der Welt. „Gleich drei Häuser streiten sich um die Ehre des Geburtsorts.“

In der schattigen Anlage hat sich ein lebhafter Menschenmix versammelt. Eine Gruppe Jugendlicher steht um einen alten Ghettoblaster. „Its a kind of magic“, dröhnt es daraus, während von den Yachten, die vor der Küste ankern, die ersten Passagiere an Land gehen und Kurs auf die Promenade nehmen.

Gemächlich zünden Fischer ihre Gaslaternen an – und dann die Kocher ihrer Garküchen. Nicht lange, und dann brutzelt ihr morgendlicher Fang in heißem Öl: Hummer und riesige Krebse, exotische und bunte Meerestiere, die alsbald für kleines Geld auf meinem Pappteller landen. Ich genehmige mir ein kaltes Bier, später ein zweites, dann will mich Brauer wieder nach Paje fahren. Das Wetter schlägt um. Für morgen früh hat sich der Kuzi-Wind angekündigt – mit bis zu 15 Knoten.

 

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