Einmal im Leben: Helikopterflug über Las Vegas und den Grand Canyon

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 11. Mai 2018 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Jeder hat ihn. Diesen einen Traum, der eines Tages in Erfüllung geht. An diesem einen Ort, den jeder einmal im Leben gesehen haben muss. Dieses eine Erlebnis, das einem so sehr die Sprache verschlägt und für immer im Gedächtnis bleibt. Mit anderen Worten: ein Helikopterflug über Las Vegas und den Grand Canyon! Wer träumt nicht davon?

Schon gestern war klasse. Helikopterflug über das nächtliche Las Vegas. Glitzerwelt von oben: Millionen Lichter, einzeln nicht vom Auge zu fassen – fast unendlich verschmelzende helle Punkte, auf die unser Pilot Phil mit Tempo 240 zufliegt. Es geht rauf, runter, wieder rauf – spielerisch tänzelt der  Helikopter über die nächtliche Millionen-Metropole. Fast scheinen die Kufen die hohen Fontänen zu streifen, die aus dem riesigen Springbrunnen des Bellagio hervorschießen. „Dort siehst Du das Stratosphere“, kommentiert Phil seinen Kurs auf den 350 Meter hohen Aussichtsturm, von dem tagsüber Bungee-Sprünge angeboten werden. „Für 192 Meter braucht man elf Sekunden.“

Flug über den nächtlichen Strip

Plötzlich zum Greifen nah auch die schwarze Glaspyramide des Luxor, das 4400 Zimmer hat – und in dem der Cirque de Soleil schon so lange große Erfolge feiert. Natürlich, die Trapez-Shows der kanadischen Kult-Akrobaten sind grandios – doch nichts gegen den Flug über den nächtlichen Strip, dessen knapp sieben Kilometer im Nu abgeflogen sind.

Hier öffnete 1941 mit dem El Rancho das erste Casino-Hotel, dann kamen all die anderen, von denen heute viele nur noch Geschichte sind – wie etwa The Dunes, wo Frank Sinatra und Dean Martin mit dem Whiskey-Glas in der Hand auftraten. Oder das legendäre Riviera mit seiner oft behaupteten, aber nie bewiesenen Nähe zur Cosa Nostra. Es fand 2016 sein Ende – und wurde einfach weggesprengt.

Heute liegen 75 000 Hotelzimmer am Strip: Immer wieder auch Schauplatz zahlreicher Hollywood-Filme wie „Oceans’s Eleven“ oder „Con Air“, bei dem ein Flugzeug auf dem viel befahrenen Boulevard landete – und dabei Hotelfassaden demolierte. „Hast Du Angst?“ fragt Phil schmunzelnd, als er diese Geschichte erzählt – und dann mit breitem Dauergrinsen das McCarran Terminal an der Tropicana Avenue ansteuert, wo der 2,5-Tonner 20 Minuten zuvor so elegant abhob.

Nach Anbruch der Dunkelheit verwandelt sich Las Vegas in eine funkelnde Glitzerstadt. Das Ambiente ist unbeschreiblich und das bunte Lichtermeer lässt sich am besten bei einem Spaziergang entlang des Stripes erleben!

Umgeben von scharfkantigen Felsformationen in allen erdenklichen Braun-, Rot- und Orangetönen schlängelt sich der smaragdgrün leuchtende Colorado River durch die gewaltigen Berglandschaften.

                                                                                   

Kaum zu begreifen, was die Natur hier erschaffen hat! An diesem Plätzchen im Grand Canyon National Park könnte das Freiheitsgefühl nicht größer sein.                              

Staunen macht sich breit

Auch er gehört zur Crew von Papillon Tours – Tom heißt der Pilot am anderen Morgen, der uns wenig später an Bord der Cessna Caravan begrüßt. Wir treffen ihn in Boulder City – gut eine halbe Autostunde hinter Las Vegas. Um 10.00 Uhr hebt der knapp zwölf Meter lange Vogel ab, sein Ziel: der Grand Canyon.

„Ihr könnt Eure Smartphones nutzen, aber ohne Selfie-Stangen“, mahnt Tom die vier Passagiere, die es sich in der nur knapp 1,40 Meter hohen Kabine bequem gemacht haben – und ihr mulmiges Gefühl mit hellgrünen Wrigley-Streifen bekämpfen. Schnell macht die Cessna Tempo. Sie überfliegt die mächtige Hover Talsperre, die den Colorado in einem 170 Kilometer langen smaragdgrünen See mit 35 Milliarden Kubikmeter Wasser staut.

„Wir streifen Zuni Corridor, Imperial Point Colorado, Little Colorado, Kaibab National Forest und Kaibab Plateau“, erklärt Tom die vor uns liegenden Stationen. Niemand liest mehr, jeder drückt sich die Nase platt an den Flugzeugfenstern: Staunen macht sich breit, angesichts der gewaltige Tafelberge unter dem filigranen Fluggerät.

Wildes Farbenspiel und bizarre Naturgewalt

Rostrot das Gestein, mitunter Magenta und ein Hauch leichtes Türkis, dann wieder fast Anthrazit, angegilbt hie und da – mal glatt geschliffen, dann wieder wild aufgeworfen von den Launen der Natur. Vom Wind gegerbte Fels-Labyrinthe, brüchige Mega-Zacken, bizarre Verwerfungen, scharfe Klippen, schroffe Kämme, manchmal fast wie mit Riesenhand herausgebrochen.

Dann erreicht die kleine Maschine den südlichen Rand des 450 Kilometer langen Canyon – und schüttelt sich plötzlich leicht. Die Passagiere hören besorgt auf die Motoren, doch die geben, ungerührt gleichmäßig, ihren beruhigenden Singsang von sich. „Alles okay, no problem“, sagt Tom. Auch er schiebt sich nun einen Kaugummi zwischen die Zähne – und weist aus 1800 Meter Höhe auf den unten liegenden Colorado hin, der sich über die Jahrtausende unaufhaltsam in den 500 Millionen Jahre alten Sandstein hineinfraß. Gesteinschicht um Gesteinsschicht freilegte – und dabei die tiefste Schlucht der Welt geschaffen hat.

 

 

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