Wadis, Wüstenschlösser, Wellness - Eine Reise durch das Königreich Jordanien

von Lena K. | mehr Artikel von | 21. November 2013 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Im September besuchte ich das Königreich Jordanien und nahm an einer eindrucksvollen Rundreise teil. Jordanien ist ein kleines Land, das von daher sehr einfach zu bereisen ist: Von der nördlich gelegenen Stadt Irbid bis zur südlichen Stadt Aqaba am Roten Meer sind es nur ca. 400 Kilometer. Die ersten drei Nächte verbringe ich in der Hauptstadt Amman, die sich von der Lage her sehr gut für Tagesausflüge eignet. Die Hauptstadt Jordaniens präsentiert sich als eine Stadt voller Kontraste – ein Schmelztiegel von Tradition und Moderne, inmitten einer hügeligen Landschaft, mit der Wüste auf der einen und dem fruchtbaren Jordantal auf der anderen Seite. Im Geschäftszentrum der Stadt finden sich modernste Gebäude, Hotels, Restaurants, Kunstgalerien und Boutiquen, Seite an Seite mit traditionellen Cafés, Kirchen und Moscheen. Vom Zitadellenhügel aus erstreckt sich ein weiter Blick über das Häusermeer und auf die historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie das Römische Theater, die Ruinen des ehemaligen Herkules Tempels oder die steinernen Überreste des Ummayadenpalastes.

Jordanien_AmmanAm zweiten Tag geht es auf den Spuren der alten Römer nach Jerash, eine der am besten erhaltenen Städte des römischen Reiches. Diese gehörte einmal, neben Petra zu den zehn wichtigsten römischen Provinzen, was man sehr gut nachvollziehen kann, wenn man sich auf dem riesigen Areal bewegt. Gelegen an einer der ältesten Handelsrouten der Welt, beherbergt das ehemalige Gerasa prachtvolle Kolonnaden-Straßen, Bögen, Tempel und Bäder, die sich in einem bemerkenswert guten Zustand befinden. Jahrhundertelang war die Stadt unter Sand versteckt, bis sie im Verlauf der letzten 80 Jahre ausgegraben und aufwendig restauriert wurde.

Ein weiterer Tagesausflug aus Amman führt mich zu den Wüstenschlössern. Feine Mosaike, Fresken, filigrane Stein- und Stuckarbeiten sorgen für interessante Einblicke in die frühere islamische Kunst und Architektur. Die Wüstenschlösser wurden früher als Karawansereien, Landwirtschafts- und Handelszentren, Vergnügungsorte oder Außenposten genutzt. Qasr Amra ist eines der am besten erhaltenen Monumente und zählt dank der einzigartigen Fresken und bunten Mosaike zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten.

Jordanien_QasrAmraVon Amman aus geht die Reise weiter in Richtung Madaba. In der St. Georgs-Kirche befindet sich die älteste Mosaikkarte des Heiligen Landes und ganz in der Nähe kann man vom Berg Nebo aus den gleichen Ausblick genießen, den Moses hatte, als er das Gelobte Land Kanaan erblickt haben soll. Am Nachmittag dann, führt die Tour weiter nach Wadi Musa, an den Ort, von dem aus man zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Jordaniens gelangt: Petra. Von hohen Bergen umgeben, liegt die über 2000 Jahre alte ehemalige nabatäische Handelsstadt versteckt im Süden Jordaniens. Um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen, in die man übrigens nur zu Fuß über einen Marsch durch den so genannten Siq, eine beeindruckende Felsenschlucht, gelangt, nehme ich am so genannten „Petra by Night“ teil. Der Weg durch die Berge und der Platz vor der ersten Sehenswürdigkeit von Petra, dem so genannten Schatzhaus, ist mit Kerzen beleuchtet, insgesamt rund 2.000 Stück. Diese Impressionen bei Kerzenschein jagen einem eine leichte Gänsehaut über den Rücken – solch beeindruckenden Bilder begegnen einem selten.

Jordanien_PetraAm nächsten Tag geht es gleich wieder früh los und auch bei Tageslicht ist Petra nicht minder imponierend. Das Areal, das einen nach dem Marsch durch den Siq erwartet ist riesig. Auf der Expedition durch die Stadt entdeckt man hunderte Felsengräber und Tempelfassaden, Grabhallen und Felsreliefs. Ein Tag ist eigentlich viel zu wenig Zeit um die ganz Stadt in sich aufzunehmen. Aber, am nächsten Tag muss ich trotzdem weiter, es gibt ja noch so viel zu sehen….

„Weitläufig, einsam und gottähnlich“, mit diesen Worten beschrieb T.E. Lawrence einst das Wadi Rum. Die größte und prächtigste Wüstenlandschaft Jordaniens ist ein enormer, von Menschenhand nahezu unberührter Ort, an dem die Zeit still zu stehen scheint. Mit dem Jeep geht es heute auf Erkundungstour durch die Wüste. In einem Beduinen-Camp genieße ich köstlichen Tee und jordanisches Gebäck. Hier kann man übrigens auch übernachten – bestimmt ein einmaliges Erlebnis, das auf meiner nächsten Jordanien-Reise nicht fehlen darf. Nachdem ich aber schon das nächste Hotel gebucht habe, muss ich weiter – nach Aqaba. Die Stadt am roten Meer ist bekannt für das kristallklare Wasser und die prächtigen Korallenriffe mit einer Vielzahl seltener Fischarten. Am Strand lasse ich den Abend bei einem leckeren Cocktail ausklingen.

Jordanien_WadiRum2Am nächsten Morgen begebe ich mich auf eine Reise durch die Stadt. Aqaba ist handelsfreie Zone, man kann also sehr gut Souvenirs und Duty Free Artikel shoppen. Beim Schnorcheln entdecke ich danach die bunte Unterwasserwelt bevor uns an Bord des Ausflugsschiffes ein leckeres Mittagessen erwartet… Leider sage ich danach schon wieder Good Bye und mache mich auf zum tiefsten Punkt der Erde (425 Meter unterhalb des Meeresspiegels) und dem anderen Meer Jordaniens – dem Toten Meer. Bei Sonnenuntergang treffe ich ein.

Meinen letzten Tag verbringe ich mit Wellness. Hierfür eignet sich das Tote Meer natürlich hervorragend. Das Erlebnis, wie schwerelos auf dem Wasser zu liegen, ist wirklich toll. Und dazu auch noch sehr gesund für die Haut! Die einzigartigen klimatischen Bedingungen in Kombination mit den Elementen Sonne, Wasser, Schlamm und Luft bieten außerdem hervorragende Behandlungsmöglichkeiten für eine große Bandbreite an chronischen Beschwerden. Wussten Sie übrigens, dass man am toten Meer auch auf Sonnencreme verzichten kann? Die Lage in Kombination mit der stark ozon-, und mineralstoffhaltigen Luft sorgt dafür, dass viel weniger UVA-Strahlung an die Haut gelangt. Nach dem Bad im Meer, verabreiche ich mir noch eine Ganzkörpermaske aus Schlamm und bewundere danach meine weiche Haut. Zum krönenden Abschluss gönne ich mir eine wohltuende Ganzkörpermassage im hoteleigenen Spa, bevor ich noch ein letztes Mal leckere jordanische Köstlichkeiten genieße.

Jordanien_TotesMeer2Am nächsten Morgen geht es zurück zum Flughafen Amman – nur einen Katzensprung vom toten Meer entfernt. Als ich in den Flieger steige, denke ich über meine schöne Reise und die zahlreichen tollen Eindrücke nach – eins steht für mich schon mal fest: ich komme wieder – ganz bald!

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