Pirschfahrt im Krüger Nationalpark | Auf Safari in Südafrika

von Isabella P. | mehr Artikel von | 11. Dezember 2013 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Es ist 5 Uhr morgens und ein schrilles Klingeln holt mich aus dem Schlaf. „Good morning mam, this is your wake-up call” höre ich am andere Ende und kann noch nicht so richtig antworten. „Mmmmm” brumme ich. „Are you still sleeping?” “Yes” ist meine Antwort.“ It´s time for the game drive“, höre ich die Stimme zu mir sagen. Müde und mit halbgeschlossenen Augen stehe ich auf und gehe Richtung Bad. Toller Urlaub, denke ich, und das für die nächsten drei Tage – jeden Morgen um 5 Uhr geweckt werden. Doch es sollten drei unvergessliche tage in der Kapama River Lodge in Südafrika werden.

Bevor die Pirschfahrt im Krüger Nationalpark beginnt, gibt es ein schnelles Frühstück. Auf dem Weg zu Tea and Rusks wünsche ich mir was: Heute möchte ich Elefanten und Löwen sehen. Der Ranger möchte nicht vorher wissen, was man sich gewünscht hat. Erst hinterher fragt er immer, ob es geklappt hat.

Im Restaurant der Kapama River Lodge, das auf Holzstelzen um die Bäume herum gebaut worden ist, sieht und hört man Gäste aus den verschiedensten Ländern. Die Brasilianer und Italiener sind besonders temperamentvoll und unterhalten sich sehr aufgebracht. Sie erzählen, was sie den Abend vorher während der Pirschfahrt alles gesehen haben – man spitzt automatisch die Ohren, um mitzuhören. Nun höre ich aus der anderen Ecke eine Gruppe Franzosen angeregt reden und schnappe nur „girafe“, zèbre“,“ éléphant“ auf und denke mir: wow, ich will auch!

Unser Ranger Janco begrüßt uns und erzählt uns  die wichtigsten Grundregeln bei der Pirschfahrt. Die wichtigste: Egal, was passiert, niemals  im Jeep aufstehen. Die Tiere würden sich erschrecken und es als Bedrohung sehen. Dann besteht die Gefahr, „dass wir im Jeep unerwünschte Gesellschaft bekommen“, klärt er uns auf.

Während unserer Pirschfahrt im Krüger Nationalpark fahren wir durch eine Natur, in der es, wie unser Ranger meinte, vor einer Woche noch viel mehr zu sehen gab. Die Natur explodiert gerade, das Gras wächst immer dichter und höher, in Südafrika ist im November Frühling. Es duftet nach Erde, Blumen und Tieren. Durch Funk besprechen sich unser Tracker, der ganz vorne auf dem Jeep sitzt, und  Janco mit den anderen Rangern. Bis jetzt fuhren wir gemütlich durch die Natur und sahen Giraffen, Kudus, Impalas und Borstenschweine, die immer schreckhaft wegrennen, wenn sie uns hören. Ich muss ständig, wenn ich diese Viecher sehe, an das Lied „Hakuna Matata“ denken und kann mir den englischen Namen dieser Hakuna-Matata-Schweine (Warthogs) nicht merken! Plötzlich erhöhen wir das Tempo und unser Jeep ruckelt laut und wackelt, dass uns beinahe schlecht wird, bis wir an einer Lichtung sind.

blog_suedafrika_zebraUm uns herum knirscht es und wir hören leise Schritte. Beim genauen Hinschauen sehen wir ein paar Elefanten, riesen Elefanten, die zum Frühstück Äste mit dem Rüssel abreißen, diese gemütlich essen und sich von uns nicht stören lassen. Es werden immer mehr. Männliche, weibliche und ganz viele Kinder. Baby Elephants all over!

Als die Elefanten immer näher an uns herankommen, merke ich, wie meine Hand beim Filmen dann doch etwas zittrig wird… Unser Ranger sagt uns mit sanfter Stimme, egal was passiert, wir sollen ganz ruhig bleiben, egal wie nahe die Elefanten kommen, es würde nichts passieren. Der große männliche Elefant nähert sich und schnüffelt an unserem Auto und an unserem Tracker, es kommen immer mehr Elefanten direkt auf uns zu. Wahnsinn, es sind bestimmt 30 bis 40 Stück. Beim Vorbeilaufen schauen sie uns immer wieder an, als würden sie uns begrüßen. Eine Familie (Mutter Vater und Kind) bleiben im Schatten stehen. Das große Tier, der Papa, huft mit seinem Bein die Erde locker und saugt mit seinem Rüssel den Sand auf und schmeißt sich den Sand aufs Fell. Das tun die Elefanten, um sich von Parasiten zu schützen, erklärt uns Janco. Und um die Erde zu lockern huft er vorher mit seinem Bein umher. „See how clever they are…And now he is showing it to the baby“. Und in der Tat, der kleine Elefant versucht es mit seinem Rüssel nachzumachen. Es funktioniert hinten und vorne nicht und er sieht dabei sehr tollpatschig aus. Er kann weder den Sand richtig aufsaugen, er pustet eher,  und der Rüssel macht so unkontrollierte Bewegungen, wie ein Flummi-Ball. Irgendwann, nach vier oder fünf Versuchen, legt sich der Kleine einfach zwischen die Beine seiner Mama. Genug Unterricht für heute. Wir fahren weiter, um auch weiteren Autos die Chance zu geben, sich die Elefanten anzuschauen.

Die Sonne im Krüger Nationalpark ist nun richtig stark und brennt auf unserer Haut, wenn wir lange stehen. Es sind 38 Grad und das im November, herrlich! Gut, dass die Autos komplett offen sind und durch den Fahrtwind eine frische Brise weht. Unser Tracker entdeckt Spuren und bespricht sich mit unserem Ranger. Plötzlich steigen beide aus dem Wagen aus und laufen weg von der Schotterstraße ohne uns etwas zu sagen. Nach zwei oder drei Minuten schauen wir uns an und fragen uns, ob es denn jetzt ein Test sein soll, wer als Erster  dann doch aufsteht, wenn der Ranger nicht hinschaut.

Immerhin, der Schlüssel steckt noch. „Who can drive this car?“, fragt eine Mitfahrerin. „Well, I can drive it, but I don´t know how we are going to get out of here“ antwortet ein anderer Mitfahrer. Stimmt, wir wissen ja nicht einmal, wie wir hier raus kommen. Nach fünf Minuten kommen Tracker und Ranger wieder zu unserem Jeep und wir sind beruhigt. Sie sagen nicht, was sie besprochen bzw. gesehen haben. Das Tempo der Weiterfahrt lässt aber vermuten, dass sie fündig geworden sind. Ein paar Minuten später trauen wir unseren Augen nicht. Vor uns, mitten auf der Straße liegen soooooooooooo viele Löwen.

Suedafrika

Die Mama, ein paar ihrer Töchter und die Babys einer Tochter, zwei Löwenkinder liegen vor uns. Die beiden kleinen sind drei Monate alt. Am liebsten möchte ich aus dem Jeep springen und sie streicheln und sogar mitnehmen. Tollpatschig watscheln sie durch das Gestrüpp und geben „möchtegerne Löwengeräusche“ von sich. Ein paar Meter weiter liegt der Papa. Seine Mähne ist noch hell, er ist noch relativ jung, erklärt uns Janco. Je älter er wird, desto dunkler wird dann die Mähne. Er selbst kenne den Löwen seitdem er so alt war wie die Löwenbabys, die wir gerade sehen, meinte Janco und schaut den Löwen voller Stolz an. Nach 15 Minuten ist es für uns Zeit weiterzufahren. So viele  Löwen, auf so kurzer Distanz (3-4 Meter) zu sehen, das habe  ich mir vorher nie vorstellen können. Ein schönes Gefühl.

Ahnungslos und glücklich fahren wir durch den Busch. Ein weiteres Auto nähert sich. Unser Ranger sagt uns “don’t tell them what you have seen.”  Als das Auto neben uns stehen bleibt werden wir gefragt,  was wir gesehen haben. Ich antworte: “we haven´t seen anything worth talking about“. Der Ranger des anderen Jeep schaut mich an, dann meine Mitfahrer und sagt. „Yes, I can see it in your face, that you haven´ t seen anything“.  Wir strahlen alle!

Die Ranger sprechen sich vor jeder Pirschfahrt ab und teilen untereinander die Routen auf. Die Tracker sind zuvor auf Spurensuche, um die Ranger später an die richtigen Stellen zu führen. Schließlich möchte jeder Urlauber, egal woher er kommt , die Big five sehen. Während der drei Tage haben wir zwei Mal am Tag Pirschfahrten, morgens um 6 und abends um 16.30 Uhr, immer mit dem gleichen Ranger. Die Fahrten dauern drei Stunden mit einer kleinen Pause zum Sundowner oder Kaffee. Der Ranger weiß genau, was man schon gesehen hat und deswegen funktioniert das System so gut.

Wahnsinn! Wir haben nach der zweiten Pirschfahrt im Krüger Nationalpark bereits die Big Five gesehen: Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard.

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Abends am Lagerfeuer gibt es in der Kapama River Lodge Abendessen. Man sitzt mit Ranger und den weiteren Gäste vom Jeep an einem Tisch. Unsere Gruppe ist sehr international. Französische Kanadierinnen, die gebrochenes Englisch sprechen,  Brasilianer, die kaum Englisch sprechen,  Schotten, die unverständliches Englisch sprechen, und wir, die nach einem Glas Sauvignon Blanc besser Englisch sprechen als die anderen untereinander. Es entstehen sehr witzige Gespräche und es wird laut und lange gelacht. Spätestens um 23 Uhr ist aber auch jeder wieder im Zimmer. Am nächsten Morgen heißt es schließlich wieder um 5: „Good morning mam, this is your wake-up call.“

Der Aufenthalt in der Kapama River Lodge mit jeweils zwei Pirschfahrten im Krüger Nationalpark pro Tag ist bei Thomas Cook Selection und im Katalog Afrika buchbar.

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Isabella P.

Isabella P. [Mitarbeiter]

Pressesprecherin bei Thomas Cook AG
Seit 2010 Pressesprecherin bei Thomas Cook. Ich reise sehr gerne. Wohin? Überall hin!
Isabella P.

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