Ein Kurztrip nach Shanghai

von Inga | mehr Artikel von | 26. Mai 2014 | Aus der Ferne | Ein Kommentar

Ankunft und die Frage – was machen wir eigentlich bei schlechtem Wetter?

Knapp zehn Stunden dauert unser Flug von Frankfurt nach Shanghai. Dort angekommen steigen wir um in den Transrapid, der mit knapp 230km/h vom Flughafen Pudong aus in nur 15 Minuten in die Innenstadt fährt. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel machen wir uns mit der U-Bahn auf in Richtung People Square. Es regnet Bindfäden – mit schlechter Luft hatten wir gerechnet (und diese nicht wirklich angetroffen), mit schlechtem Wetter irgendwie nicht.

Auf dem Plan für heute steht der Yu Yuan Garden, der inmitten der „Old-Town“ liegt und wir beschließen, trotzdem daran festzuhalten. Tatsächlich scheint ein Regentag dann auch durchaus gut geeignet zu sein, um sich hier umzuschauen: Nachdem wir an allen plötzlich aus dem Boden sprießenden Regenschirmverkäufern vorbei in den Garten gelangt sind, erwartet uns eine für Shanghai seltene Stille. Die Regentropfen lassen die bunten Blüten schimmern und die Kois in den Teichen stören sich sowieso nicht am Wasser von oben. Und wem es trotzdem irgendwann zu nass wird, der kann sich immernoch im Teehaus wieder aufwärmen, bevor er sich zurück in die wuseligen Straßen der „Old-Town“ begibt.

Shanghai Yu Yuan Garden

Jade Buddha Tempel, französisches Viertel & Bund: Tagestour durch Shanghai

 Am nächsten Morgen machen wir auf unserer Erkundungstour durch die Stadt zunächst Stopp am Jade Buddha Tempel in der Anyuan Road. Für 20 Yen ziehen wir ein Ticket und kaufen auch noch ein paar Räucherstäbchen. Diese kann man dann im Inneren des Tempels an einer Art Feuer-Brunnen entzünden. Man zündet aber nicht etwa nur ein Stäbchen an, sondern gleich 3, 6 oder 9 Stück. Auf keinen Fall 4, das ist hier eine Unglückszahl! Anschließend verbeugt man sich mit den Stäbchen in der Hand dreimal in jede Himmelsrichtung.

Shanghai

Wem das Glück anschließend noch nicht hold ist, der kann sich im Tempel an vielen weiteren kleinen Ritualen beteiligen, die Glück bringen sollen. Wie etwa Geldstücke in Schnitzereien stecken (das Geld darf nicht herunterfallen) oder kleine rote Bändchen in die Bäume binden. Das Band der Liebe soll dann solange halten wieder der Knoten der Bändchen. Weitere 10 Yen zahlen wir, um einen Blick auf den Jade Buddha zu werfen. Die Figur ist beeindruckend – sie ist ganz aus Jade gefertigt und besonders die Augen wirken fast lebendig.

Weiter geht’s zum Mittagessen in die „French Concession“, dem französischen Viertel von Shanghai. Hier gibt’s europäisches Essen, ein Paulaner Gasthaus und jede Menge kleine Cafés, in denen man bei schönem Wetter draußen sitzen kann. Danach laufen wir eine kurze Strecke nach Tianzifang. Jede Menge kleine Läden in engen Gässchen erwarten uns hier. Darin gibt es alles, was das Herz begehrt – von den üblichen blinkenden und im Kreis fahrenden Plastikfischen und iPhone Hüllen in jedem erdenklichen Design, bis hin zu handbemalten oder kunstvoll geschnitzten Ess-Stäbchen oder feinen Seidentüchern.

Shanghai_Essen

Etwas zum Abendessen suchen wir uns in ein Einkaufszentrum, hier gibt es meistens „Food Courts“ mit diversen kleinen Imbiss-Ständen. Wir probieren „Dumplings“: Fleischklöschen und Suppe in einer frittieren Hülle und sind begeistert – warum gibt es das noch nicht in Deutschland?!

Shanghai Bund

Unsere letzte Station des Tages ist der Bund. Hierfür fährt man mit der U-Bahn bis zur East Nanjing Road und geht dann noch etwa zehn Minuten zu Fuß. Besonders nach Einbruch der Dunkelheit ist der Blick vom Bund aus schön, wenn die bunten Lichter an den Hochhäusern drüben in Pudong leuchten. Wir lassen den Tag mit einem gemütlichen Bummel über den Bund ausklingen.

Die „echte“ chinesische Küche

Shanghai Hot Pot

Hot Pot

Shanghai Teppanyaki

Teppanyaki

Grundsätzlich ist die echte chinesische Küche (entgegen vieler deutscher Vorurteile) wirklich schwer zu empfehlen! Ich sage „echt“ weil sie sehr viel vielfältiger ist als das, was in Deutschland beim Chinesen als chinesisches Essen verkauft wird.

Neben den Dumplings hat uns auch „Hotpot“ überzeugt. Hier bestellt man mehrere klare Suppen, welche dann auf einer im Tisch integrierten Platte erhitzt werden. Dazu bestellt man alles Mögliche an Fisch, Fleisch, Nudeln und Gemüse, was dann in den kochenden Suppen gegart und anschließend mit diversen Soßen gegessen wird.

Sehr vielfältig und lecker ist auch „Teppanyaki“, eine Art japanisches Barbecue. Hier werden die bestellten Speisen direkt vor unseren Augen zubereitet. Wer möchte kann hier auch das ein oder andere „exotische“ probieren. Wir trauen uns und bestellen die in Ingwer eingelegte Qualle. Die schmeckt gar nicht fischig oder glitschig, sondern ein bisschen wie Krautsalat mit Ingwer (und sieht auch so aus!).

Wer etwas wagemutiger ist, der besucht den Markt in Quibao. Hier sind kaum Touristen unterwegs und man muss ohne Chinesischkenntnisse meistens raten, was man gerade gekauft hat. Eindeutig sind eigentlich nur die gegrillten Schweinefüße und die im ganzen (mit Kopf) gebrateten Hähnchen. Wir belassen es essenstechnisch lieber beim Gucken und kaufen nur ein bisschen von dem herrlich duftenden Yasmintee.

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Ein Kommentar

  • Sabine sagt:

    Wow, liebe Inga,

    jetzt habe ich richtig Lust nach Shanghai zu reisen und freue mich noch mehr auf den Herbst!!
    Besonders die tollen Bilder und deine Schilderungen des chinesischen Essens haben mich richtig inspiriert. Äh, ich meine jetzt nicht die Qualle…:-)

    Danke + LG,
    Sabine

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