Madeira: Paradies für Naturliebhaber

von Nadine S. | mehr Artikel von | 21. Mai 2015 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Die kleine Perle im Atlantik ist in ihrer Blumenpracht nicht zu übertreffen und daher ein Paradies für Naturliebhaber und Ruhesuchende.  Genau deshalb habe ich schon lange im Voraus meinen Urlaub bei Thomas Cook gebucht. Das alljährliche Blumenfest in Funchal wollte ich auf keinen Fall verpassen.

Los geht es mit einer siebentägigen Mietwagenrundreise („Madeira auf die feine Art“) über die ganze Insel. Unsere Reise beginnt im Porto Bay Serra Golf in der kleinen Ortschaft Santo da Serra im Osten der Insel. Das vom englischen Kolonialstil geprägte Landhotel ist wirklich sehenswert. Eine exzellente Küche und der nahegelegene, fast versteckte, Garten der Quinta Santo Antonio da Serra ist ein richtiger Geheimtipp. Wir sind fasziniert von der Blumenvielfalt und dem Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Blick auf die Insel.

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Aussichtspunkt im Garten der Quinta Santo Antonio da Serra

Nach Ausflügen zu den kleinen Orten Porto Moniz und Canical an der Ostküste, fahren wir weiter in Richtung Santana, wo wir es uns nicht nehmen lassen, die höchste Erhebung, den Pico Ruivo mit 1.861 m zu erklimmen. Allerdings fahren wir die ersten 1.582 m mit dem Auto und laufen die noch ausstehenden 2,8 km über einen steinernen Pfad bis zum Gipfel. Wunderbare Ausblicke und eine prächtige Flora und Fauna sind hier garantiert.

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Nach der Besichtigung der typischen strohbedeckten Häuser in Santana geht es auch schon in Richtung Sao Jorge, also weiter in den Nordwesten der Insel. Dort sind wir in einem eigenen Häuschen mit Holzofen untergebracht. Damit hat die Quinta do Arco ihren ganz eigenen Charme. Hier kann man abends gemütlich dem prasselnden Feuer zu schauen und dabei ein Gläschen Wein genießen. Eingebettet in einen wunderschönen Garten fühlt man sich hier wirklich fernab von jedem Alltag. Urig ist auch das Frühstück am nächsten Tag. Morgens finden wir ein Laib Brot an unserer Haustür. Der Kühlschrank ist gefüllt mit Eiern, Milch, Käse und Joghurt. So zaubern wir uns unser ganz eigenes Frühstück und können von dem guten Landbrot gar nicht genug bekommen.

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Eines der für Santana typischen strohbedeckten Häuser

Weiter geht es dann in den Ort Sao Vicente. Hier befinden sich auch die Vulkanhöhlen, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt. Hier erfahren wir auch, wie die Insel Madeira entstanden ist und sich zu der Insel entwickelt hat, die wir heute kennen. Unsere Übernachtung erfolgt in der Quinta Estalagem do Vale. Hier ist das Abendessen besonders erwähnenswert. Der auf Madeira berühmte Degenfisch („Espada“) wird in einer Eihülle oftmals mit gebackener Banane und Maracuja Soße serviert. In diesem Fall ist allein der Anblick dieses Gerichts ein Genuss.

Am nächsten Tag wagen wir einen Ausflug an den westlichsten Punkt der Insel, den Ponta do Pargo. Hierbei überqueren wir die Hochebene Paul da Serra. Dabei begegnen wir im dichten Nebeln einigen frei laufenden Kühen, die sich in ihrer Ruhe auch durch unser Auto nicht beirren lassen – ein echtes Erlebnis.

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Am Ponta do Pargo angekommen, genehmigen wir uns erst einmal im traumhaft gelegenen Café „Casa de Chá o Fio“ eine kleine Auszeit. Bei Kaffee, Kakao und frischen Scones lassen wir uns es gut gehen. Dieses kleine Café – mitten im nirgendwo – ist ein wirklicher Geheimtipp. Auf jeden Fall lohnt sich danach ein Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm.

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Ponta do Pargo mit dem kleinen Café

Weiter geht es in Richtung Norden nach Porto Moniz. Der Ort ist bekannt für seine Natur-Schwimmbäder vulkanischen Ursprungs. Ebenfalls sehenswert sind die Promenade mit Cafés und Restaurants und das kleine Aquarium, in dem alle Meeresbewohner, die rundum Madeira angesiedelt sind, bestaunt werden können.

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Der Blick auf die Naturbäder von Porto Moniz

Der letzte Tag unserer Rundreise führt uns in das Fischerdorf Camara de Lobos. Hier befindet sich auch die Quinta do Estreito, eingebettet in einen wunderschönen Garten und umgeben von Weinbergen, können wir hier die Seele baumeln lassen. Auch empfehlenswert ist das Barbecue Restaurant, welches sich ebenfalls im Garten befindet. Hier gibt es die für Madeira typischen Fleischspieße („Espetada“), die hängend an einem Metallspieß serviert werden. Als Vorspeise sollte man hier unbedingt das „bolo do caco“ bestellen: Warmes Brot mit zerlaufener Knoblauchbutter – ein wahrer Genuss.

Unglaublich schnell gehen sieben Tage Rundreise vorbei und wir sind froh nun noch fünf  Tage in der Hauptstadt Funchal verbringen zu können. Hier wohnen wir im Porto Bay Porto Mare. Das Vier-Sterne-Haus bildet einen Komplex mit den Häusern Eden Mar und Residence und bietet wirklich alles, was das Herz begehrt. Direkt am Meer gelegen, können wir morgens beim Aufstehen einen wunderschönen Ausblick genießen. Die Gartenanlage mit Kräuter- und Orchideengarten lädt zum Spazieren ein. Auch Aktive kommen hier auf ihre Kosten. Ob Außen- oder Innenpool, Fitnessraum, Yoga, Pilates und Watergym, Minigolf oder Billard – hier gibt es immer Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Auch abends kommt keine Langeweile auf. Die verschiedenen Themenrestaurants lassen keine Wünsche offen und in den diversen Bars, lässt sich der Abend gemütlich ausklingen – bei guter Musik und einem Gläschen Poncha (das Nationalgetränk auf Madeira – aus Zuckerrohrschnaps, Zitrone und Honig).

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Der Ausblick aus unserem Zimmer im Porto Mare

Nun komme ich zu dem Highlight, weswegen ich unbedingt nach Madeira wollte:

Das Blumenfest in Funchal

Für eine Woche ist Funchal im Ausnahmezustand. In der Innenstadt liegen Blumenteppiche aus, die mit diversen Motiven geschmückt sind. Zudem gibt es viele Stände, an denen verschiedene Pflanzen gekauft werden können. Ich kann nicht widerstehen und nehme ein paar Maracujasamen mit, in der Hoffnung, dass diese unter unseren Wetterverhältnissen gedeihen.

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Der Höhepunkt der „Festa da Flor“ ist die Blumenparade. Lange vor Beginn des Umzugs suchen wir uns einen guten Platz und erleben dann ein Fest der Farben, wie noch nie gesehen. Über zwei Stunden lang sehen wir üppig geschmückte Wagen mit tanzenden Blumenfrauen und –kindern, Tanzgruppen mit den unterschiedlichsten Blumengewändern in jeglichen Farben und mit beeindruckender musikalischer Untermalung. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht heraus und unsere Kameras liefen auf Hochtouren. Halb Madeira war an diesem Tag auf den Beinen, um entweder an der Parade mitzuwirken oder begeistert zuzuschauen.

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Madeira_festa_da_flor_3 - Kopie

Danach mussten wir uns erst einmal stärken und auf Empfehlung eines Freundes besuchen wir ein Restaurant in der Rue de Santa Maria. Das „O Jango“ ist urig und gemütlich mit gutem Service. Auch hier konnte ich nicht widerstehen und habe mal wieder den „Espada“ getestet. Auch diese Version (in einer Sauce mit tropischen Früchten) war wirklich hervorragend. Ein Besuch dieses Restaurants ist wirklich zu empfehlen.

Außerhalb des Blumenfestes sollte man auf jeden Fall eine Llevada (Wasserwege) Wanderung unternehmen. Ob halb oder ganztägig, leicht oder anspruchsvoll, diese Wanderungen sind die beste Möglichkeit um Land und Leute besser kennen zu lernen.

Alles in allem ist Madeira wirklich ein wunderbarer Ort der Erholung, der sich viel an Ursprünglichkeit und Charme bewahrt hat. Mit einer Flugzeit von ca. 4 Stunden ist die Insel schnell und bequem zu erreichen und bietet einen wirklich hohen Erholungswert. Wer sich also für eine unvergleichliche Flora und Fauna, frische Luft, nette Menschen, idyllische Orte und eine hervorragende Küche sowie gute Weine begeistern kann – sollte seinen nächsten Urlaub unbedingt auf Madeira verbringen.

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Festivals auf Madeira

Und wer es nicht zum Blumenfest (immer im April oder Mai) schafft, kann sich auch in anderen Monaten über tolle Events freuen wie z.B. über den Karneval im Februar, das Atlantikfestival im Juni, unzählige Weinfeste im Herbst oder den Jahreswechsel.

Daher werde ich diese beeindruckende Insel sicherlich nicht zum letzten Mal besucht haben und freue mich schon jetzt wieder auf „Espada“ mit Banane ;-).

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Nadine S.

Nadine S. [Mitarbeiter]

Referentin Produktmanagement Balearen & Portugal bei Thomas Cook
Ich bin als Referentin im Produktmanagement Balearen und Portugal tätig.
Nadine S.

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