Einmal im Leben: Durch das Outback Australiens.

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 29. Juni 2018 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Das Outback Australiens – einsame Weiten, Schotterpisten aus rotem Sand, wechselnde Landschaften von Steppe, Busch bin hin zu Gebirgen und atemberaubende Fleckchen mitten im Nirgendwo. Ein ganz besonderes Ziel, das man einmal im Leben gesehen haben sollte. Lasst euch inspirieren und mit auf eine abenteuerliche Reise durch den Westen Australiens führen, die den Vorgeschmack auf das Outback Australiens außergewöhnlich macht!

Einmal im Leben: Durch das Outback in Australien

Nichts mehr ging. Das bullige Fahrzeug stand knietief im Wasser – Ralph muss tauchen. Wie oft schon war er durch den Gibb River gefahren, immer hatte es geklappt – doch heute hatte sich ein Stein vor dem rechten Vorderrad stur quer gelegt. Ort der Handlung: Gibb River Road, der Road Trip schlechthin, in den Kimberley-Bergen von Western Australia – 660 Kilometer lang, meist Piste, kein Asphalt, oft kommt über Stunden kein anderes Auto vorbei. Es geht von Derby nach Wyndham.

Fahren und Fliegen

Wie ein brüchiger roter Faden zieht sich die Straße über die Karte: Einmal Feldweg, einmal Flussbett, einmal gar nichts mehr – der Weg wird sich schon finden, Reifenspuren weisen ihn. Die Hitze lädt das Fahrzeug auf: Schläfrigkeit am frühen Morgen, trotz einer grandiosen Landschaft. Wild zerklüftete Mittelgebirge, Weideland, Steppe, Busch. Keine Lebewesen, die sich zeigen – nur Fliegen.

„The flies are there upon the door – Not one or two, at least a score. I’ll spray them and I hope they’ll die. No only loves them – except a fly.“

Die Zeit „fliegt“ dahin: alle zehn Minuten ein Treffer und wieder ist so ein Biest dahin. Ein langes Stück Weg liegt vor uns: Manning Gorge heißt das Ziel. Ankunft am Abend gegen 17 Uhr. Ein malerischer Platz: Eine Schlucht mit Wasser und schattigen Bäumen. Die Sonne ist bald verschwunden und fast nichts mehr ist zu sehen – das Lagerfeuer lässt die Umgebung nur erahnen. Pams kräftige Finger bearbeiten frischen Sauerteig. Ralph, ihr Mann buddelt beidhändig ein Loch in den losen Boden, füllt es rasch mit heißen Schlacken, drückt den Teig in einen gusseisernen Topf, gibt reichlich Erde drauf und lässt das Brot eine gute Dreiviertelstunde im tiefen Boden. Zum Damper, dem selbstgemachten Brot, gibt es Steaks und Bohnen, die in der flüchtig gescheuerten Pfanne landen. Die Gruppe war glücklich. Man war früh angekommen und die meisten nahmen ein Bad: splitternackt – egal. Drumherum Totenstille, ein paar handtellergroße Schmetterlinge, klare Luft, Wasser, durchsichtig wie ein Spiegel. Das Vollbad zwischen Farnen, Lilien, Binsen und Palmen dauerte Stunden.

Trinken und Dösen

On the road again. Der Landrover müht sich über die Schotterpiste, die durch den King Leopold Ranges-Nationalpark führt – 1879 von den ersten Europäern, die hier durch die Gegend zogen, benannt nach dem damaligen König von Belgien. Plötzlich kommt uns ein Jeep entgegen: das Ereignis wird gefeiert – kaltes Bier am späten Morgen, aber nur eines. Mittagessen an einem Bachbett. Das Wasser ist klar. Jeder legt sich auf den Bauch und trinkt nach Western-Manier. Und weiter geht es: Durch Fels-Täler, Schluchten, Spalten, ein Mulgabusch da, etwas Inselgras dort und roter Sand. Dösen im Jeep – Fahren im Backofen. Monotonie. Plötzlich steigt Ralph in die Eisen, bremst sehr hart und das in einer Gegend, so menschenleer wie Mars oder Mond. Unser Guide steigt aus, hustet gegen den Staub und hebt einen Miniatur-Drachen in die Höhe. Es ist ein Dornteufel, rund 20 Zentimeter lang und über mit kleinen Dornen bewehrt. Dornteufel, erzählt Ralph, gibt es sonst nirgendwo auf der Welt, nur hier in the middle of nowhere. Wieder ein Abend. Bevor gegessen wird, schlägt die Gruppe ihre Zelte auf. Alles wird penibel ausgeschüttelt, wer weiß, ob sich nicht irgendwo giftige Schlangen und Skorpione eingenistet haben oder Spinnen, die hier einen Durchmesser von bis zu 40 Zentimeter erreichen.

Pam kocht Tee, man trinkt ihn mit Milch: „Wie will man sonst die Fliegen sehen?“ Wieder Steaks und Büchsengemüse. Doch was gibt es bei einer Panne, wenn die Konserven alle sind? Vom Känguru den Schwanz oder weiße Raupen aus hohlen Bäumen – aber nie etwas vom Dingo. Der Wildhund sei zäh wie Leder und schmeckt nach Urin. Niemand geht so schnell ins Zelt – jeder streckt sich noch längs auf den staubigen Boden, um die Millionen Sterne zu studieren, die ohne Neugier auf die Welt herunterblicken. War da nicht noch was mit Schlangen? Schnuppe! 34 Sternschuppen habe ich gezählt, die innerhalb einer Stunde verglühten.

Die Gibb River Road knietief mit Wasser bedeckt.
Selbstgemachtes Damper Bread aus frischem Sauerteig.
Ein Dornteufel auf dem Roten Sandboden der Schotterpiste.
 
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