Ras Al Khaimah: Spa statt Speed

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 13. Dezember 2018 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Entspannt liegt Michaela auf der Liege. In einem feinen Strahl fließt warmes Öl sanft über ihre Stirn. Der Duft von Weihrauch und Myrte erfüllt den Raum. Schnell stellt sich eine beruhigende Wirkung ein: Kopf- und Nackenschmerzen sind wie weggeblasen. Der Körper entspannt. Der Stress entweicht.

Shirodhara, der Stirnölguss, gehört zu den beliebtesten Ayurveda-Anwendungen im Thermalbad von Khatt. Die Oase in Ras Al Khaimah mit ihren 40 Grad heißen, schwefelhaltigen Wasser ist eine der Attraktionen des am Fuße des Hajar-Gebirges gelegenen kleinen Golfemirats. Durch die häufigeren Niederschläge ist die Vegetation vergleichsweise üppig. Neben dem – Jahrtausende alten – indischen Heilverfahren werden auch Serailbäder, Saunagänge, Hot-Stone-Massagen und Moorbehandlungen angeboten.

 

Ruhe statt Umtriebigkeit

Anders als im nur 45 Autominuten entfernten Dubai setzt man im knapp 1700 Quadratkilometer großen Ras Al-Khaimah mehr auf Ruhe statt auch Umtriebigkeit – und trifft damit den Geschmack von Urlaubern wie Michaela. „Vom schneller, höher, größer, das oft unseren Arbeitsalltag bestimmt, will ich mich im Urlaub doch gerade erholen“, sagt die Mitarbeiterin einer Werbefirma. „Da kann ich mir Riesen-Malls, gigantische Wasserparks oder gar Schneepisten unter Glas sparen.“

Nicht verzichten will die Frankfurterin dagegen auf die vielgepriesene Gastfreundschaft der Wüstenbewohner und den Hauch von Luxus, den das spärlich besiedelte Emirat versprüht. Deshalb hat sich Michaela im Waldorf Astoria Ras al Khaimah eingemietet: Ein palastartiger Bau mit Privatstrand, großem Spa-Bereich und Traumblick auf den Golf. Den 350 Meter langen Strand säumen Schatten spendenden Palmen – morgens, weiß Michaela, „hat man ihn fast für sich allein“.

Dass auch das gastronomische Angebot top ist, versteht sich von selbst. Schon morgens gebe es auf der Terrasse des Qasr Al Bahar Restaurants ein „reichhaltiges Frühstück“, erläutert Hotel-Vertriebschefin Sarah Onaly bei einem ersten Rundgang. Und am Nachmittag warte selbstverständlich der traditionelle Afternoon Tea. Höhepunkt aber ist das Dinner: Beispielsweise erlesenes Sushi im japanischen Restaurant Umi Teppaniyaki.

Gebirgsausritte und Unterwassertouren

So vielfältig wie das kulinarische Angebot sind auch die Möglichkeiten, aktiv zu sein. Zudem werden Ausritte in das Hajar Gebirge oder Schnorcheln und Tauchen in den Fjorden von Musandam – eine zu Oman gehörende Enklave an der Straße von Hormus – organisiert. Ebenso Kajak-Touren in einen 19 Quadratkilometer großen Mangrovenpark, in dem sich Flamingos, Reiher und sogar Seekühe beobachten lassen.

Michaela hat für den kommenden Tag anderes geplant. Bei einem frühmorgendlichen Strandspaziergang will sie die Morgensonne begrüßen – und danach ein Fahrt in das Töpferdorf Wadi Haqil unternehmen. In der rund sechs Kilometer nördlich von Ras Al Khaimah-Stadt gelegenen Gemeinde lebt noch die traditionelle Handwerkskunst. Wie vor Hunderten von Jahren gewinnen die Töpfer aus der rotbraunen Erde der Umgebung den Ton für ihre archaisch anmutenden Vasen und Gefäße. „Das Mitbringsel schlechthin“, findet die Reisende aus Hessen, die bei einem Händler – nach ausgiebigem Feilschen – ein paar Vasen, Kannen und Teller ersteht.

Zurück im Hotelzimmer wäscht sie sich Staub und Müdigkeit vom Körper. Jetzt auf die Terrasse der Camelia Lounge, einen Mai Tai bestellt – und eine Shisha mit Minzgeschmack. Schnell stellt sich dieselbe beruhigende Wirkung ein, die sie schon kennt: Der Körper entspannt – und aller Stress entweicht.

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