Schildkröten, Kokosnuss & Co.: Willkommen auf den Seychellen

von Hanna E. | mehr Artikel von | 23. September 2016 | Aus der Ferne | Keine Kommentare

Ein leichter Schweißfilm lässt die braungebrannte Haut jenseits des knappen Bikinis glänzen. Eisperlen wandern millimeterweit über das Glas des Longdrinks – die Sonne brennt, und Valerie, Starmodell aus Tschechien, schwitzt. „Nein, die Arbeit macht Spaß“, lacht das hochgewachsene Mannequin, auch wenn das Foto-Team trotz Hitze zur Eile mahnt. Ort der Handlung: Anse Source d’Argent auf La Digue einer der Hauptinsel der Seychellen. Nicht zufällig trägt der Küstenstreifen mit den pittoresk abgerundeten Granitbrocken den Spitznamen „Bacardi Beach“. Immer wieder drehen Schnapsbrenner dort Werbespots, auch Modemacher oder Hersteller von Schokoriegeln lassen sich mitunter blicken – und wecken dabei unfreiwillig die Sehnsucht von Millionen nach Urlaub am Bounty-Strand. Doch es gibt nicht nur dieses eine Baderevier. Auf La Digue – die gut zehn Quadratkilometer teilen sich 2200 Bewohner – warten weitere Weltklassestrände rings um den mächtigen, bis 333 Meter hohen Granitkern des Eilands: Grande Anse, Anse Cocos oder Anse Marron.

Eine Aussicht, die durch zahlreiche Werbefilme weltweit bekannt ist: Der Strand Anse Source d'Argent auf La Digue.
Soweit das Auge reicht, weißer Sandstrand und türkises Wasser. Einfach nur paradiesisch!
Auf den Seychellen läuft alles etwas langsamer. Auch der Verkehr.
Nicht ohne Grund sind die Seychellen immer wieder Kulisse für paradiesische Orte. Hier fühlt es sich auch an, als wäre man im Paradies gelandet.

Fahrräder und ein paar Ochsenkarren prägen das Tempo auf den Seychellen – langsamer sind nur noch die Riesenschildkröten auf North Island unterwegs. Dort hat Linda Vanherck nicht weit von der inseleigenen Baumschule ihr Büro in einer einfachen Hütte eingerichtet. Die belgische Biologin betreut im Rahmen des Arche Noah Projekt die vom Aussterben bedrohten Meerestiere. In der Mitte des Raums steht eine mit Tüchern verhängte Styroporbox. „Na, wie sieht es denn heute bei euch aus?“ begrüßt sie die Kiste. Sie enthält das Gelege einer Karettschildkröte, das Linda hierhinein umschichten ließ, als das Nest an einem der Strände vom Meer weggespült zu werden drohte.

Am nächsten Morgen taucht die 36-Jährige mit einem Plastikeimer am Strand vor den luxuriösen Gästevillen auf. Elf der frisch geschlüpften Schildkröten sind in der Nacht aktiv geworden und nun reif für die Wildnis – ein großer Moment für die Umweltschützerin. Dass die urzeitlichen Tiere sich auf den Seychellen vermehren und eine Überlebenschance haben, verdanken sie dem Detmolder Unternehmer Wolfgang Burre, der vor 20 Jahren das Arche Noah Projekt ins Leben rief – und der zahlungskräftigen, prominenten Klientel in den Bungalows, die durch ihren Urlaubsaufenthalt die Finanzierung des Projekts erst ermöglicht.

Das Arche Noah Projekt auf North Island hat in den letzten Jahre dafür gesorgt, dass die Insel wieder zu einem Ort der einheimischen Flora und Fauna geworden ist. So können die Karettschildkröten heute in Ruhe am Strand der Insel ihre Eier legen.
Die Karettschildkröte, ein Vertreter der Meeresschildkröten, lebt vor allem in klaren und seichten Korallenriffen.
Neben Schildkröten kümmert sich das Arche Noah Projekt auf North Island auch um andere einheimische Tiere, wie zum Beispiel der weißschwänzige Tropenvogel.
Bunt, bunter, Strelitzie! Die farbenfrohe Blume findet sich fast überall auf Mauritius. 

Zu den Hollywood-Stars, die North Island immer wieder besuchen, gehören Paul McCartney oder Bono von U2. Die Beckhams sollen zu ihrem zehnjährigen Hochzeitstag gleich die ganze Insel gemietet haben! Linda kümmert das Aufsehen um die Prominenz wenig. Gleichwohl erzählt sie gerne Geschichten von Besuchern, die mit 40 Paar Schuhen auf der Barfußinsel landen. „Die meisten Gäste verhalten sich aber ganz unspektakulär und interessieren sich sehr für die Ökologie der Insel“, sagt sie.

Dann kippt die Biologin den Behälter vorsichtig auf den Korallensand – und die Reptilien jagen sogleich den Wellen entgegen. „Los, ihr Kleinen, ihr schafft das!“, spornt sie die Winzlinge an. Entkommen sie Raubfischen, Seevögeln oder Fischernetzen, kehren sie nach etwa 30 Jahren wieder zur Eiablage zum Strand ihrer Geburt zurück. Die Beckhams und Co. wird man bis dahin wahrscheinlich auf den Seychellen vergessen haben. Aber wahrscheinlich schiebt eine Riesenschildkröte noch immer ihren Panzer über die Tropeninsel – ganz so wie sie es jetzt gerade tut. Das ist das Schöne an diesem Paradies hier.

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Hanna E.

Hanna E. [Administrator]

Seit Februar 2016 verantworte ich bei Thomas Cook als Online Redakteurin im Bereich Content Marketing die Blogs des Unternehmens. Doch mit dem Reisen verbindet mich nicht nur meine Arbeit, sondern auch meine private Leidenschaft für fremde Kulturen, atemberaubende Landschaften und exotische Gerichte. Obwohl ich bereits in China, Italien und England gelebt habe, nutze ich auch heute noch jede Möglichkeit um Neues zu entdecken.
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