Urlaub auf den Malediven: So wird es preiswert & authentisch

von Jens-Jochen Lauff | mehr Artikel von | 10. August 2015 | Aus der Ferne | Ein Kommentar

Einmal im Leben Urlaub auf den Malediven machen, wer träumt nicht davon. Endlose weiße Strände, strahlend blauer Himmel, ein türkisfarbenes Meer. Einfach nur in einem Liegestuhl unter Palmen entspannen, mit einem exotischen Cocktail in der Hand. Die Malediven sind mit ihren 1195 Eilanden verteilt auf 26 Atollen ein wirkliches Paradies auf Erden! Die Inseln und Atolle sind inzwischen auch für den kleinen Geldbeutel bezahlbar, denn neben den großen Luxus-Resorts auf den Hotelinseln entstand in den letzten Jahren auch die ein oder andere preisgünstigere Alternative: Die kleinen Guesthouses und Hotels auf lokalen Inseln!

Maledivisches Leben, Land und Leute

Im Unterschied zu den großen Hotelinseln, auf denen grundsätzlich immer nur ein einziges Hotel die gesamte Infrastruktur der Insel darstellt und wo die gesamte Insel das Hotelresort bildet, liegen die kleinen Gästehäuser auf von Einheimischen bewohnten Inseln. Was vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre, ist jetzt die einmalige Chance Land und Leute auf ganz besondere Art und Weise kennenzulernen. Die Gästehäuser sind Teil des öffentlichen Lebens der Malediven und gewähren einen reizvollen Einblick in den Alltag der Malediver.

Schon die Anreise auf die nur 14 km entfernte Einheimischeninsel Maafushi im Süd-Male-Atoll ist ein Erlebnis. Von internationalen Flughafen nimmt man das öffentliche Pendelboot in die Hauptstadt Malé. Dort legt am Viligili-Terminal täglich außer freitags um 15:00 Uhr die Personenfähre nach Maafushi ab. Auf dem Boot tummeln sich bunte Gestalten.

Maldiven_Fischerboot_Harald_Mielke

Ein Fischer schleppt einen großen Karton mit einem neuen Motor für sein Boot und schwatzt aufgeregt mit seinen Mitreisenden. Gegenüber sitzen ein paar Frauen, schwer bepackt mit Einkaufstüten. Einige Mitreisende blättern in Dokumenten, offenbar kommen Sie von wichtigen Behördengängen. Die Fahrzeit beträgt ca. 90 Minuten und man tuckert gemütlich an vielen unbewohnten Inseln, an Sandbänken, an Korallenriffen und an einigen Hotelinseln vorbei bevor man in den kleinen Hafen von Maafushi einläuft. Dort steht schon ein Mitarbeiter des Hotels, der die Gäste in Empfang nimmt.

Maafushi heißt übersetzt „große Insel“, zählt aber mit ihren 1200m x 250m zu den eher durchschnittlich großen Inseln der Malediven. Maafushi ist ein typisches Fischerdorf, ungefähr ein Drittel der Bevölkerung geht diesem Beruf nach. Früh morgens kurz nach Sonnenaufgang stechen die Boote in See um im nahegelegenen Riff einige Köderfische zu fangen, danach geht es hinaus aufs offene Meer. Hier gehen die Fischer ganz traditionell mit Angel und Schnur auf Thunfischjagd, die bis in die frühen Abendstunden dauert. Bei ihrer Rückkehr warten bereits zahlreiche Bewohner am Hafen um den frisch gefangenen Fisch zu kaufen. Einen „typischen“ Malediver gibt es übrigens nicht: die Bevölkerung steht unter großem Einfluss von singhalesischen, arabischen, malaiischen und afrikanischen Menschen – sie sind nicht nur bekannt für ihre Gastfreundschaft, sondern sie sind auch sehr fröhliche Menschen, die immer gerne und viel lachen.

Bilder der Einheimischen Insel Dhiamigili im Thaa Atoll

Die Straßen auf Maafushi sind karoförmig angelegt und aus Sand. Fahrräder, Mofas und Motorräder sind das gängige Fortbewegungsmittel. Es gibt einige kleine Geschäfte, die die Dinge des täglichen Bedarfs, aber auch schöne Souvenirs aus Holz oder bunte Tücher zum Verkauf anbieten. Dazwischen ein paar kleine Cafés und Snackbars. Drei Moscheen, eine davon historisch aus der Anfangszeit der Besiedelung der Insel prägen das Bild. An der Straße parallel zum Strand liegen einige kleine Wassersport- und Tauchanbieter.

Das Arena Beach Hotel mit seinen 19 Zimmern zählt zu den höherwertigen Gästehäusern und liegt am nördlichen Ende der Insel. Die Zimmer sind komfortabel und modern eingerichtet mit TV, Safe, Minibar und Tee-/ Kaffeezubereiter und haben alle einen Balkon. W-LAN ist im gesamten Hotel kostenfrei. Das dazugehörige kleine Restaurant serviert Frühstück, Mittag- und Abendessen. Die Tische stehen unter Palmen, nur wenige Meter vom Wasser entfernt.

Malediven_Arena Beach Exterior

Eine Besonderheit ist, dass es keinen Alkohol auf den lokalen Inseln gibt, aber die tropischen Fruchtcocktails, die im Hotel gezaubert werden sind äußerst lecker und erfrischend. Den Gästen stehen Fahrräder gratis zur Verfügung um Maafushi zu erkunden. Dabei sollte man auf geeignete, nicht allzu freizügige Kleidung achten, denn die Malediver sind gläubige Muslime und der Islam ist alleinige Staatsreligion. Das Zeigen von nackter Haut gilt als verpönt, Bermudas und T-Shirts sind aber völlig in Ordnung. Ebenso ist es angebracht, beim Fotografieren die Menschen vorher um ihre Erlaubnis zu bitten.

Malediven_Maedchen_Strand_Kefrig

Wenn Sie gern mit Einheimischen ins Gespräch kommen möchten, finden Sie hier ein paar wichtige Worte und Sätze auf Dhivehi, der Sprache der Malediven:

● Guten Tag: Assalaamu alaikum
● Auf Wiedersehen: Dhanee
● Danke: Shukuriyaa
● Gern geschehn: Maruhabaa
● Bitte: Adhes kohfa
● Ja: Aan
● Nein: Noon
● Hilfe: Salaamai
● Wie geht es Ihnen: Haalu kihineh?
● Danke, gut: Ran’galhu, shukuriyaa.
● Wie heißen Sie?: Kon nameh tha kiyanee?
● Mein Name ist …: Aharenge namakee …
● Schön Sie kennenzulernen: Baddhalu vee thi varah ufaveje.

Ausflüge von den Hotelinseln aus

Ein Vorurteil über die Malediven hält sich recht hartnäckig: Außer dem Strand rund um die eigene Hotelinsel sowie endlos viel Sonne und Meer gibt es hier wenig Abwechslung. Das stimmt allerdings so nicht ganz. Wer nicht unbedingt den ganzen Urlaub in einem der Gästehäuser auf den lokalen Inseln verbringen will, aber dennoch etwas von der maledivischen Kultur und dem maledivischen Leben mitbekommen will, dem sei empfohlen von seiner Hotelinsel aus den ein oder anderen Ausflug zu unternehmen. Die Hotelinseln bieten neben den üblichen Sonnenuntergangsfahrten, den Delphintouren und dem obligatorischen, für die Malediven so typischen Picknick auf einer Robinson-Insel auch Ausflüge zu Einheimischen Fischerdörfern an.

Malediven_Sonnenuntergang_©JJL

Die Fahrt über´s Meer findet immer mit einem traditionellen Dhoni statt – einem einfachen Holzboot mit Außenbootmotor und allgegenwärtiges Verkehrsmittel auf den Malediven, dessen Staatsfläche zu 99,7% aus Wasser besteht. Angekommen auf den kleinen Inseln führt der Weg zumeist entlang der sandigen Hauptstraße einmal quer über die Insel. Viele der Fischerinseln sind nur wenige hundert Meter lang. Hier reihen sich einige kleine Geschäfte aneinander, deren Besitzer – zumeist Frauen – fröhlich ihre Waren anbieten. Alltägliche Gebrauchsgegenstände aus Kokosnuss finden sich ebenso im Sortiment wie typisch maledivische Hängematten aus Naturfasern, Holzschnitzereien, farbenfrohe Batiktücher sowie allerlei Nippes wie Kühlschrankmagnete oder bunte Fische aus Pappmaschee. Handeln gehört auf den Malediven grundsätzlich zum Geschäft, und so findet man sicherlich nicht nur schöne Souvenirs, sondern kann mit etwas Verhandlungsgeschick auch noch ein bisschen Geld sparen!

Malediven_Einheimischer_Muschel

Achten Sie jedoch bitte darauf, keine geschützten Güter zu erwerben: Insbesondere Korallen, Schildpatt und andere „Andenken“ aus dem Meer sind tabu und dürfen nicht in die EU eingeführt werden. Dazu gehört übrigens auch Sand! Aufgrund des Klimawandels steigt der Meeresspiegel auf den Malediven langsam an und jährlich müssen Strände immer aufwändiger neu aufgeschüttet werden. Sand ist daher ein recht wertvolles Gut auf den Malediven geworden.

Die kleinste Hauptstadt der Welt

Von den Hotels im Nord- und Süd-Male-Atoll aus werden auch Ausflüge in die Hauptstadt Malé angeboten. Auf nur 2,74 qkm schlägt hier das Herz des Landes. Malé ist nicht nur die kleinste Hauptstadt der Welt, sondern auch die am dichtesten besiedelte der Welt. Die wichtigste Straße ist die Boduthakurufaanu Magu, auch Marine Drive genannt, die an der Küste entlang rund um die Stadt führt. Daneben gibt es die beiden parallel verlaufenden Straßen Majeedi Magu und Buruzu Magu, welche die Stadt von Ost nach West durchschneiden. Von Nord nach Süd verläuft die Chandani Magu. Dazwischen befinden sich kleine Sträßchen, verwinkelte Gassen und Wege. Bereits bei der Überfahrt nach Malé kann man die goldene Kuppel der neuen Freitagsmoschee sehen.

Malediven_Male_Excursion

Daneben liegt das islamische Zentrum, das auch nicht-muslimischen Besuchern offen steht. Dahinter liegt der Sultanspark, die grüne Lunge der Stadt mit dem angrenzenden Nationalmuseum, was einen guten Eindruck vermittelt über die Anfänge der Malediven als Sultanat und über die buddhistische Vergangenheit vor der Islamisierung vor über 800 Jahren. Ganz in der Nähe liegt auch das wichtigste Gebäude der Stadt, die Freitagsmoschee. Hier ist der Zutritt nur gläubigen Muslimen gestattet. Ebenfalls nur wenige Schritte entfernt liegen der Obst- und Gemüsemarkt sowie der Fischmarkt, wo es nachmittags am lebhaftesten zugeht, wenn die Fischerboote vom Meer kommen. Das Agora-Einkaufszentrum sei all denjenigen ans Herz gelegt, die zum Shoppen in die Stadt kommen. Hier gibt es neben Kleidung und allerlei Haushaltswaren auch typisch maledivische Souvenirs.

Malediven_Male_©JJL

Wer nach dem Stadtbummel oder dem Shopping-Ausflug nach Malé noch etwas Ruhe sucht, dem sei eine Fahrt mit einem der Ausflugs-U-Boote empfohlen. Insbesondere Fahrten im Süd-Male-Atoll stehen hoch im Kurs. Die Unterwasserboote sind extrem sicher und gehen auf eine Tiefe von ca. 30 Metern. Mit etwas Glück kann man während der Fahrt Mantas, Haie und sogar Walfische bestaunen. Ein idealer Tipp für Nicht-Taucher.

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Jens-Jochen Lauff

Jens-Jochen Lauff [Mitarbeiter]

Produktmanager Asien, Arabien, Indischer Ozean bei Thomas Cook AG
Seit 1995 bei Neckermann/Thomas Cook in verschiedenen Positionen, u.a. Auslandseinatz in Thailand, im Produktmanagement Kreuzfahrten und seit über 10 Jahren im Produktmanagement Fernreisen.
Jens-Jochen Lauff

Ein Kommentar

  • Sabine sagt:

    Das hört sich wirklich toll an! So eine Reise könnte ich mir auch mit Kindern gut vorstellen. Es ist doch auch viel interessanter, die Menschen dort kennen zu lernen.

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