USA Rundreise Wilder Westen | Denver, Rocky Mountains, Nationalparks

von Björn | mehr Artikel von | 6. Mai 2014 | Aus der Ferne | 3 Kommentare

Landung in Denver morgens um halb zwei. Auf dem weitläufigen Flughafen dauert es noch fast eine Stunde, bis wir das Gepäck eingesammelt haben, obwohl neben uns nur noch ein paar übernächtigte Touristen nach dem Inlandsflug von Washington rotäugig auf ihre Koffer warten. Ein gelangweilter Busfahrer bringt uns als einzige Gäste zum Mietwagenterminal. Die Angestellte lässt uns freie Hand: „Anything in the SUV row is fair game“. Wahnsinn – ich darf mir eine fette amerikanische Karre aussuchen! Ich muss ausnutzen, dass von meiner Freundin aufgrund der Müdigkeit keine ernsthafte Gegenwehr zu erwarten ist. Am Ende siegt doch die Vernunft und die Wahl fällt auf einen großräumigen Toyota, der uns über die nächsten 5000 Kilometer und in zwei Wochen quer durch den wilden Westen der Staaten auf unserer USA Rundreise kutschieren soll. Nicht so sexy wie ein Jeep Cherokee, aber dafür braucht man auch nicht seine eigene Ölquelle, um das Fahrzeug mit Sprit zu versorgen. Der erfahrene USA-Tourist weiß aber, dass in Amerika ein solches Gefährt durchaus sinnvoll ist, auch wenn man sich, kaum daheim, fortdauernd dafür rechtfertigen muss.

    Startpunkt der USA Rundreise: Denver

    Am nächsten Tag ist Denver erst einmal an der Reihe; zum Akklimatisieren. Immerhin liegt Denver auf 1.600 Meter Seehöhe („Mile High City“), dahinter ragen beeindruckend die Rocky Mountains auf, die wir danach bereisen wollen. Auf Denvers 16th Street Mall kann man gepflegt einkaufen und essen (meist in dieser Reihenfolge), viele entspannte Leute sehen und quietschökologische Elektrobusse entgeltfrei benutzen. Auf der Mall hat ein Scherzbold der Stadtverwaltung alte Klaviere aufstellen lassen, was jedermann zu Spontankonzerten in der kompletten Bandbreite zwischen „Alle meine Entchen“ (einhändig) und Rachmaninoff einlädt. Meine Freundin spielt ein paar Töne und erntet spontanen Applaus, wir kommen mit verschiedenen Leuten ins Gespräch. Ich lerne: Musik kann wirklich verbinden. We like!

    Von Denver in die Rocky Mountains

    Der nächste Tag bringt uns in die Rockies. Über die US 36 fahren wir durch das Dorf Estes Park in den „Rocky Mountain National Park“ hinein. Am Ortseingang weidet ein kapitaler Hirsch direkt an der gegenüberliegenden Straßenseite, so dass sich der Gegenverkehr fast in seinem Geweih verfängt. Das Tier muss entweder taub, suizidgefährdet oder sehr selbstbewusst sein. Wir halten an, schalten den Warnblinker ein und machen Fotos – so wie viele andere Touristen, während sich der Hirsch weiter ungestört dem Straßenrandbewuchs hingibt. Überhaupt lernen wir an diesem Tag, dass Fahrzeuge mit Warnblinker am Straßenrand ein sicheres Indiz für ein interessantes Fotomotiv sind.

    Auf der US 34 geht es über Serpentinen durch den Park und immer weiter hinauf, bis die Trail Ridge Road — in etwa das amerikanische Äquivalent zur Großglockner-Hochalpenstraße, aber noch anspruchsvoller — bei über 3.700 m Seehöhe ihren höchsten Punkt und damit die kontinentale Wasserscheide erreicht. Alles westlich von uns fließt in den Pazifik, alles östlich in den Atlantik. Wir spüren die Höhe deutlich; kurzatmig kämpfen wir uns zum Aussichtspunkt in der alpinen Tundra vor, wo Murmeltiere für Touristen posieren. Die Aussichten im Park sind dann entsprechend atemberaubend, die Fahrt ein echtes Erlebnis. Wir wandern drei Stunden über einen Trail zum Deer Mountain, genießen kurz die Aussicht und schaffen es gerade noch mit dem Beginn eines mächtigen Gewitters zurück zum Auto. Beim Gedanken an die zahlreichen Touristen, die uns gerade noch auf dem Weg nach oben in Flipflops entgegengekommen waren und nicht umkehren wollten, können wir nur den Kopf schütteln. In Winter Park entdecken wir ein vorzügliches Fischrestaurant – Fontenot‘s – und checken für die Nacht in einem gemütlichen Chalet ein.

    Auf der US 40 durch Utah

    Am nächsten Tag führt uns die US 40 aus den Bergen heraus in die eher karge Landschaft Utahs. Um den Wildwest-Eindruck zu verstärken darf auch das obligatorische Büschel Tumbleweed nicht fehlen, das der Wind im richtigen Moment vor uns über den Highway rollt. Nach einem ergebnislosen Abzweig zum Dinosaur National Monument (wo es rein gar nichts zu sehen gibt) finden wir die im Reiseführer beschriebene Ausgrabungsstätte in Uintah. Zahlreiche versteinerte Dinosaurierknochen warten in einem überdachten Steinbruch darauf, von Touristen fotografiert und angefasst zu werden. Die weitere Strecke führt über einsame Landstraßen durch das Gebiet der „Flaming Gorge National Recreation Area“ nach Rock Springs, wo wir den nächsten Übernachtungsstopp einlegen.

    Der Rodeo-Reiter ist das Symbol von Wyoming und des "old West", hier als Statue in Jackson, Wyoming.

    Der Rodeo-Reiter ist das Symbol von Wyoming und des „old West“, hier als Statue in Jackson, Wyoming.

    Rock Springs ist ein heruntergekommenes Wüstenkaff, das hauptsächlich aus Tankstellen und Motels an der querenden Interstate 80 besteht. Nichts wie weg! Über die US 191 geht es nach Norden, die Gegend wird wieder waldreicher. Schließlich erreichen wir Jackson in Wyoming, Sammelpunkt für Touristen vor den Toren der Grand Teton und Yellowstone National Parks. Die kleine, quirlige Stadt verströmt mit ihrer Holzhüttenarchitektur typisches Westernflair. Wir verirren uns beim Spaziergang entlang überdachter Holzplankenbürgersteige in eine Galerie gegenüber des kleinen Stadtparks. In der Nähe des Eingangs formt ein Künstler eine beeindruckende Skulptur eines springenden Steinbocks aus Ton. Die eingefangene Szene wirkt so echt, dass wir nicht ohne einen der in Amerika üblichen Kommentare („Awesome! Great work!“) daran vorbeigehen können; prompt entspinnt sich ein Gespräch. Darin erklärt uns der Künstler, die richtigen Proportionen seien nur eine Frage der Mathematik und Bildhauerei generell gar nicht so schwer. Dieser lustige Geselle bekommt von mir auf jeden Fall den untertreibungspreis des Monats.

    Grand Teton & Yellowstone Nationalpark

    Trotz der teuren Unterkünfte in Jackson bleiben wir zwei Tage und erkunden den angrenzenden Grand Teton Nationalpark mit seinen malerischen Seen und dem beeindruckenden Bergpanorama, das sich hinter der Prärie erhebt, auf der wilde Bisons weiden. Der höchste Gipfel überragt das hochgelegene Tal noch einmal um gut 2.000 Meter und bringt es auf über vier Kilometer Gipfelhöhe. Dafür, dass wir bisher noch nie etwas von diesem Nationalpark gehört hatten, sind wir extrem beeindruckt und wären gern länger geblieben, aber der Zeitplan verlangt die Weiterreise nach Yellowstone.

    Rundreise USA

    Der höchste Gipfel der Grand Teton Range ragt auf fast 4200 m auf

     

    Dort folgen wir der „Grand Loop Road“ und stoppen beim „Old Faithful“ Geysir, dem Rockstar des Parks. Die Sitzbänke rund um das Basin der Heißwasserfontäne füllen sich schnell – und das, obwohl der Geysir relativ verlässlich alle 100 Minuten aktiv wird. Jedes Blubbern und Dampfen wird mit zahlreichen „Ahs“ und „Ohs“ kommentiert, während Touristen mit allen erdenklichen Aufzeichnungsgeräten im Anschlag auf den großen Moment warten, der allerdings nicht so überragend ausfällt. Wir suchen unser Auto auf dem riesigen Parkplatz und machen uns in den Südostteil des Parks auf, wo der „Grand Canyon of the Yellowstone“ wartet. An den „Yellowstone Lower Falls“ stürzen die Fluten des Snake River fast 100 Meter in die Tiefe; der Aussichtspunkt an der Wasserfallkante lohnt jede Stufe des Abstiegs dorthin. Meine Speicherkarte füllt sich mit spektakulären Fotos.

    Unterwegs Richtung Parkausgang plötzlich ein Stau, mitten im Wald. Minutenlang geht nichts mehr. Dann kommt der Grund für die Verkehrsstörung stoisch auf der Gegenfahrbahn entlanggetrottet: eines der zahlreichen Bisons im Park nimmt zieht offenbar die Straße dem Weg durch die Wildnis vor – zur Freude aller Autofahrer, die fleißig aus der Sicherheit ihrer Fahrzeuge Fotos schießen. Nur der Motorradfahrer hinter uns guckt etwas unentspannt angesichts des fast 1000 Kilo schweren Bullen. Bisons können sehr rabiat werden, wenn man ihnen zu nahe kommt. Auf dem Weg durch den Park macht sich denn auch eine Bisonherde genau an einer Raststation breit – der Toilettengang fällt hier erst einmal aus.

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    Vorsicht, Gegenverkehr! Bisons lassen sich von Touristen nicht beeindrucken.

    Über die Route 150 Richtung Süden

    Wir verlassen Yellowstone nach Westen und wenden uns nach einem kurzen Abstecher nach Montana der State Route 150 nach Süden zu. Wir sehen kaum Touristen und genießen die Natur, die kleinen Städte und Dörfer entlang des Weges im ländlichen Idaho. Manche haben ihre besten Zeiten lange hinter sich und verströmen einen morbiden Charme, der jeder Filmkulisse zur Ehre gereichen würde. In kleinen Dorf Afton, schon wieder in Wyoming, entdecke ich neben der Straße einen Windsack, was ein ziemlich sicheres Indiz für einen Flugplatz ist. Wir rollen auf einen Parkplatz und haben das Auto kaum neben kleinen Sportflugzeugen abgestellt, als ein Mann aus einer nahegelegenen Wellblechhalle auf uns zukommt. Als Deutscher denkt man sofort: Privatgelände! Betreten verboten! Erst schießen, dann fragen! Entgegen aller Erwartungen gibt sich der Mann jedoch als Mitarbeiter des hier ansässigen Flugzeugbauunternehmens Aviat zu erkennen und lädt uns spontan ein, die Produktionslinie von Aviat Aviation zu besichtigen. Einfach so. Dafür liebe ich Amerika.

    Nach der absolut sehenswerten Werksführung folgen wir der SR 150 auf dem Mirror Lakes Scenic Byway durch die dichten Wälder der Wasatch Mountains bis nach Park City in Utah. Der Ort ist sehr mondän und ein bekanntes Wintersportgebiet nahe Salt Lake City.  Dennoch bleiben wir nur über Nacht, denn die Nationalparks Zion, Bryce und Grand Canyon weiter südlich warten, und wir haben über das Internet Muli-Ausritte in die Canyons gebucht. Die US 89 bringt uns nach Panguitch, von wo aus wir Bryce und Zion erkunden wollen. Da es in Panguitch kaum Unterkünfte gibt, buchen wir uns im „Panguitch House“, einem Bed & Breakfast, ein. Unser Zimmer dort heißt „Peachy“: die Wände und Handtücher sind pfirsichfarben, es gibt Pfirsichseife, und es riecht sogar nach Pfirsich. Beim Frühstück kommen wir mit den Gastgebern und anderen Gästen ins Gespräch – beste B&B-Atmosphäre.

    Mit einem „echten“ Cowboy im Bryce Nationalpark

    Die Fahrt in den nahegelegenen Bryce Nationalpark beginnt früh am morgen, da wir kurz nach Sonnenaufgang im Sattel sitzen wollen. Als die Sonne sich über den Horizont hebt, reiten wir an unwirklichen Felsformationen vorbei in den Canyon hinein. Die Sonne lässt das rote Gestein vor dem tiefblauen Himmel glühen, während die Mulis auf den schmalen Pfaden sicher dahintrotten und die Touristen auf ihren Rücken aus dem Staunen nicht herauskommen. Unser Guide – natürlich ein „echter“ Cowboy mit dem entsprechendem Humor – erzählt, dass sich Verbrecherlegende Butch Cassidy mitsamt entwendeter Rinderherden tagelang in den Canyons verstecken konnte, ohne gefunden zu werden. Beim Anblick der wild aufragenden Felsen und plötzlich auftauchenden Schluchten glauben wir das sofort. Verirren möchte ich mich hier nicht.

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    Die Felsen des Bryce Canyon bieten zu jeder Tageszeit ein berauschendes Farbenspiel.

    38 Grad im Zion Nationalpark – wir genießen die Aussicht

    Der nächste Tag, der nächste Canyon: die Straße führt durch einen langen Felsentunnel in den Zion Nationalpark. Zum Glück sind wir früh unterwegs – wir wurden bereits vor langen Autoschlangen vor dem Tunnel gewarnt, der nur in jeweils einer Richtung befahrbar ist. Die Abfahrt in den Park hinein zwingt einen zum Langsamfahren, so erhaben sind die Ausblicke selbst vom Straßenrand aus. Im Park selbst gibt es keine Parkmöglichkeiten; wir weichen deshalb nach Springdale aus und nutzen einen der kostenlosen Shuttlebusse, die sich die Floor of the Valley-Road bis zum Endpunkt hinaufkämpfen. Von dort kann man über den Riverside Walk weiter vorstoßen; wer die richtige Ausrüstung hat, kommt im Virgin River bis zum Orderville Gulch.

    Wir speisen im Spotted Dog Café. Dort hat jemand eine Futterstation für Kolibris auf der Veranda aufgehängt, die von den winzigen Vögeln umschwärmt wird. Vor lauter Fotografieren und Zuschauen vergesse ich das Essen. Bevor wir zurückfahren, schauen wir noch ein Stück auf der State Route 9 Richtung Westen und biegen auf die Kolob Terrace Road ab. Verwitterte Häuser umgeben von trockenen, unaufgeräumten Gärten säumen die Nebenstraße, doch dann geht es bergauf durch einen Wald verbrannter, weißer Bäume, durch Hochebenen und Wälder bis auf ein Hochplateau weit über dem Canyon. Die Straße endet am Blue Springs Reservoir – wir steigen aus und haben das Gefühl, in einer anderen Welt zu stehen. Über eintausend Meter tiefer herrschten im trockenen, steinigen Canyon schweißtreibende 38 Grad, hier oben, umgeben von kühlenden Nadelwäldern, sind es perfekte 24. Da spontanes Nacktbaden in den USA schnell zu Konfrontationen mit Ordnungshütern führen kann, bereuen wir es sehr, keine Badesachen griffbereit zu haben. Über eine Schotterpiste erreichen wir Lava Point mit einem weiten Ausblick über die zerklüftete Landschaft in Richtung Canyon. Kein Mensch ist hier, alle Touristen tummeln sich irgendwo da unten in Staub und Hitze. Allein dafür hat sich Fahrt hier herauf schon gelohnt.

    Der North Rim des Grand Canyon

    Über das Städtchen Kanab und an Waldbränden vorbei erreichen wir am folgenden Tag endlich den Grand Canyon. Während die meisten Touristen die Südseite besuchen, geht es auf der Nordseite – dem „North Rim“ – ruhiger zu. Auch hier schwingen wir uns auf Mulis und lassen uns einige hundert Meter tief in den Bright Angel Canyon, eine Seitenschlucht des Grand Canyon, hinabtragen. Trotz der Hitze und des steinigen Weges kein Problem für die Mulis, wenngleich der eine oder andere Reiter seine Schwierigkeiten mit dem steil abfallenden Gelände hat. Grand Canyon ist viel tiefer, aber weniger spektakulär als Bryce, weil die aufregenden Felsformationen fehlen. Entlang der Cape Royal Road finden sich später aber noch zahlreiche schöne Ausblicke. An deren Ende, wo sich der Blick in die Weite des Canyons öffnet, lassen wir sehr fotogen die Beine von einer Felsplatte viele hundert Meter über dem Colorado River baumeln.

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    Der Grand Canyon vom North Rim, von Cape Royal aus gesehen.

     

    Da die nächste Brücke über den Colorado erst 163 Straßenmeilen weiter östlich zu finden ist (eine Fußgängerhängebrücke im Canyon nicht mitgezählt), fahren wir im großen Bogen über Kanab nach Page. Plötzlich öffnet sich vor uns eine Schlucht, und wir überqueren den Grand Canyon auf einer Brücke neben dem gigantischen Glen Canyon Damm. Das Betonmonster ist über 200m hoch und staut den Lake Powell auf, um den Wasserfluss durch den Colorado River zu kontrollieren und nebenbei 1,3 Megawatt elektrische Leistung zu erzeugen. Leider reicht die Zeit nicht für eine der angebotenen Führungen im Besucherzentrum – und auch nicht, sich über die Auswirkungen auf das Ökosystem des Colorado zu informieren.

    Den Weg nach Moab, unserem nächsten Ziel, suchen wir uns entlang der US 163 durch das Monument Valley. Ein wenig enttäuscht sehen wir nur wenige der Tafelberge aus dem Prärieboden ragen. Von Moab aus wollen wir den Arches National Park erkunden. Einen Vorgeschmack bietet uns ein Steinbogen direkt neben dem Highway 191: von der Straße aus klettern wir in wenigen Minuten auf dem glattgeschliffenen Felsen bis unter den Wilson Arch und bestaunen das Naturwunder.

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    Der Delicate Arch im Arches National Park, Utah, im Morgenlicht.

     

    Der bekannteste Steinbogen Utahs ist der Delicate Arch, der praktischerweise auch das Nummernschild Utahs ziert. Wir halten uns an die Empfehlung, die Wanderung dorthin früh morgens zu beginnen. Sonnenaufgang schaffen wir aufgrund der anstrengenden vergangenen Tage zwar nicht ganz, aber wir bekommen noch einen Parkplatz am Ausgangspunkt des Delicate Arch Trail und wandern durch eine Mondlanschaft aus Felsen in etwa einer Stunde zum Amphitheater, das sich zum Delicate Arch hin öffnet. Zahlreiche andere Frühaufsteher setzen sich mit uns auf die Felsen und genießen den Ausblick auf den filigranen Steinbogen, der aussieht, als könne ihn jede stärkere Windböe ohne weiteres zum Einsturz bringen. Unter dem Bogen zu stehen und über das Felsenmeer zu blicken ist ein erhabenes Gefühl – bis man von der nächsten Touristengruppe höflich, aber bestimmt gebeten wird, doch bitte aus dem Fotomotiv fürs Familienalbum zu verschwinden.

    Über Passstraßen durch die Rockies

    Die letzten paar hundert Meilen sind dann nur noch eine gepflegte Genussfahrt nach Denver. Wir wählen deshalb nicht den Weg über die Interstate, sondern fahren entlang der US 50 über Salida und US 285 durch die Rockies. Wir werden nicht enttäuscht: zahlreiche Pässe liegen auf unserem Weg, von denen der Kenosha Pass uns noch einmal auf über 3000m führt. Dazwischen liegen weite, grasbewachsene Hochebenen mit weit verstreuten Siedlungen, umgeben von Bergen und sehr, sehr viel Himmel. Nach den Tagen in Hitze und Wüste tut es gut, die Augen wieder an etwas Grün zu gewöhnen. Auf der Ostseite der Bergkette passieren wir noch das Wintersportmekka Aspen, Colorado, ehe wir in Flughafennähe nach zehn Stunden Fahrt und insgesamt über 5000 km unsere letzte Übernachtungsstation ansteuern, um die Reise bei einem leckeren Abendessen in Ruhe ausklingen zu lassen.

    Wir sind uns einig: hier ist Amerika noch Amerika, unverbrauchter und ehrlicher als anderswo, und es lohnt sich, zurückzukehren.

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    3 Kommentare

    • Marcel sagt:

      Ein wirklich gut geschriebener Artikel, mit ausführlichen Punkten. Mir gefallen die Bilder sehr, besonders das mit dem Bisson. Sieht man ja nicht jeden Tag. Gott sei dank laufen hier höchstens Rehe auf den Straßen 😛

      Grüße aus der Vals 🙂

      • Björn sagt:

        Servus Marcel,
        danke für das Lob! Da wäre noch so viel zu erzählen gewesen, aber irgendwann hätte das den Rahmen gesprengt. 🙂 Neben Bisons sieht man dort auch Elche und jede Menge „Deer“, nur waren die Elche leider zu schüchtern für Fotos. 😉

    • Isabel sagt:

      Lieber Björn,

      großartiger Artikel! Ixh möchte für meinem Vater -der ein riesen Wild West Fan ist- eine Tour organisieren und diese Tour scheint perfekt zu sein. Mich würden noch die groben Fixkosten interessieren, denn das fällt mir sehr schwer, richtig einzuschätzen. Wenn du mir dazu vielleicht eine kurze E-Mail schixlen könntest, wäre das total nett von dir. Vielen Dank, Isabel

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