Hotellegenden aus aller Welt: Wo die Prominenz absteigt

von | mehr Artikel von | 4. Juni 2015 | Hoteltipps | Keine Kommentare

Die Teppiche sind dick, und das Personal diskret: Hotels von Weltruf haben das gewisse Etwas – und Gäste, die weder Dollar noch Rubel rumdrehen.

Bangkok: Mandarin Oriental. Einst war es eine drittklassige Absteige, bis 1967 der deutsche Hotelier Kurt Wachtveitl kam: Der gebürtige Allgäuer machte aus dem kleinen Hotel am Chao Phraya River eines der besten Hotels der Welt – kein anderes Haus hat wohl mehr Auszeichnungen als Bangkoks erste Adresse. 2009 ging Wachtveitl in Ruhestand und hinterließ eine eindrucksvolle Gästeliste. Kleiner Auszug: Morgan Freeman, Sigourney Weaver, Jerry Hall, Frederick Forsyth, Vanessa Mae – oder auch Boris Becker.

Dubai: Burj Al Arab. Es ist mit nicht einmal 16 Jahren das jüngste der weltweiten Superhotels – doch längst Dubais Wahrzeichen geworden, das auf einer künstlichen Insel 330 Meter hoch in den Wüstenhimmel ragt. Es wirbt mit sieben Sternen – und weltbekannten Namen. Brad Pitt etwa steigt hier gerne ab, aber auch Sarah Connor aus dem niedersächsischen Delmenhorst. In dem 1,5 Milliarden Dollar teuren Haus wurden 43 000 Quadratmeter Glas und 13 000 Kubikmeter Carara-Marmor verarbeitet – aber auch 8000 Quadratmeter Blattgold.

Hongkong: The Peninsula. Es gehörte schon immer zu den zehn besten Hotels der Welt: Das „Pen“ mit seinem unvergleichlichen Blick auf die Skyline von Hongkong. Als es 1928 öffnete, schwärmten die Gästen von der Zentralheizung – und das Personal von der Staubsaugeranlage. Zu den ersten offiziellen Gästen zählten die Schriftsteller George Bernard Shaw und Noel Coward. Im Gästebuch von heute finden sich Namen wie Richard Gere, Roger Moore und Tom Cruise. Auch Prinzessin Diana war Stammgast – und schätzte den täglichen Afternoon Tea, so british zubereitet wie zu Hause.

Kapstadt: Mount Nelson. Während des Burenkriegs (1899-1902) war es noch das Gästehaus für Angestellte der Dampfschifffahrtsgesellschaft Union Castle. Bald danach wohnte hier aber schon die Prominenz. Den unvergleichlichen Blick auf die Tafelberge schätzte stets auch Winston Churchill – wobei selbst der Dauerrauch seiner Zigarren die rosa Fassade nie schwärzte. Die „Pink Lady“ erhält mindestens einmal im Jahr traditionell neue Farbe. Nicht verpassen: Tea Time – mit der hoteleigenen Teemischung, die Rosenknospen aus dem Garten enthält.

London: The Savoy. Dieses Haus ist eine Londoner Institution. Zu seiner Eröffnung 1889 strahlten bereits alle Räume mit elektrischem Licht – und machten es sofort weltberühmt. Dann präsentierte der New Yorker Komponist George Gershwin hier 1923 erstmals seine „Rhapsody in Blue“ vor einem begeistertem Publikum – und sorgte für die Unsterblichkeit der Hotellegende. Dort schuf der berühmte Koch Auguste Escoffier Toast Melba und Pfirsich Melba, der erste Manager war César Ritz, der spätere Gründer der gleichnamigen Luxuskette.

New York: The Waldorf Astoria. Der Name verspricht seit mehr als 120 Jahren amerikanischen Luxus der Extraklasse – mitten in Manhattan. Seinen Namen erhielt das Hotel von seinem Gründer William Waldorf Astor. Die Liste der Prominenten, die hier absteigen, gehört zur weltweit längsten – Henry Kissinger verkehrt hier ebenso wie Madonna oder Elton John. Früher schätzten die Nobelherberge, in der Paris Hilton aufwuchs, auch Leute wie Mafiaboss Lucky Luciano oder der Duke und die Duchess of Windsor. Die gemütliche Bierbar des Hotels ist auch für ganz normale Passanten gedacht.

Rom: Hassler. Das Hotel oberhalb der Spanischen Treppe ist das wohl berühmteste im ganzen Land – obwohl es einen Schweizer Namen trägt. Albert Hassler, ein Eidgenosse, gründete es 1885 und gab die Richtung vor: Luxus, Luxus, Luxus. Den schätzten nicht zuletzt schon immer amerikanische Stars auf Rom-Visite: Von Audrey Hepburn über Grace Kelly bis Frank Sinatra. Während des zweiten Weltkriegs verlegte die US-Army ihr Headquarter in die 1885 eröffnete Nobelherberge, schon damals genossen die Offiziere den romantischen Palmengarten im Innenhof und die dort servierte vorzügliche Küche.

Rio de Janeiro: Copacabana Palace. Wer in der prächtigen Hotelhalle steht, wähnt sich an der Côte d´Azur: Der französische Architekt Joseph Gire nahm reichlich Anleihen an Nizzas Negresco und Cannes Carlton. Das Ergebnis: Alte Stuckarbeiten, die seit 1923 zahlreiche Prominente beeindruckten – einst Thomas Mann, Marilyn Monroe und Walt Disney, heute Mick Jagger, Madonna und Robbie Williams. Das 226-Zimmer-Haus selbst spielte in vielen Filmen mit, etwa in „Flying Down to Rio“ mit Fred Astaire. En passant: Rod Stewart wurde dereinst wegen Randalierens Hausverbot erteilt.

Singapur: Raffles. Das Luxushotel in der City von Singapur ist weltberühmt – auch, weil dort in der früher recht kleinen Tiger-Bar der legendäre Cocktail „Singapore Sling“ gegen das Tropenfieber erfunden wurde. Gegründet wurde das Raffles 1887 – der koloniale Baustil ist bis heute ein Markenzeichen, auch wenn moderne Anbauten hinzukamen. Einer der ersten Gäste war Dschungelbuch-Autor Rudyard Kipling, es folgten andere Schriftsteller wie Hermann Hesse, Joseph Conrad und Somerset Maugham. Selbst Elisabeth II. nahm in dem Top-Hotel schon Quartier.

St. Moritz: Badrutt’s Palace. Im Land der Top-Hotels gehört es schon immer zur Extraklasse: Bereits bei seiner Eröffnung 1896 war die Liste der prominenten Gäste lang. In den 60er und 70er fand es sich besonders häufig auf den Seiten der Weltpresse: Gunter Sachs, Marlene Dietrich und Grace Kelly stiegen immer wieder hier ab. Obwohl mitten in den Alpen gelegen, ist das luxuriöse Privathotel mit dem weltberühmten Restaurant „Chesa Veglia“ bequem erreichbar: Ab München etwa sind es über die „A 96“ und „A 13“ – via Lindau, Wangen und Mäder – nur 300 Kilometer.

Venedig: Danieli. Ob Filmfestspiele, Operntage oder Karneval – bei Top-Events wimmelt es im dem Palazzo, der auch auf den Zimmern voller Antiquitäten ist, nur so vor Prominenz. Seinen Namen verdankt das Haus Giuseppe Dal Niel: Der Gründer des 1822 eröffneten Hotels hörte auf den Spitznamen Danieli. Kaum ein Hotel weltweit sah mehr Berühmtheiten: Goethe war hier, Wagner oder George Sand. Und auch im Film machte es immer wieder Bella Figura – zuletzt in „The Tourist“ mit Johnny Depp und Angelina Jolie.

Wien: Sacher. Der Star des 1876 erbauten Hotels ist eine Torte. 1832 hatte Fürst Metternich die Idee, für seine Gäste ein besonderes Dessert kreieren zu lassen – das Kunststück gelang dem 16-jährigen Kochlehrling Franz Sacher. Heute verkauft das hinter der Staatsoper liegende Haus jährlich 360 000 Torten, allesamt in Handarbeit gefertigt – eine Mitarbeiterin ist nur damit beschäftigt, pro Tag bis zu 7500 Eier aufzuschlagen. Ungezählt seine berühmten Gäste – darunter John F. Kennedy, Elisabeth II. oder Graham Green, dem hier die Idee zum Drehbuch des Films „Der dritte Mann“ kam.

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Stefanie D.

Stefanie D. [User]

Online-Redakteurin / Content Marketing bei Thomas Cook / Neckermann Reisen
Seit 2009 bei Thomas Cook Als Pressereferentin habe ich vier Jahre lang Journalisten für unsere Marken und Produkte begeistert. Seit Oktober 2013 bin ich Online-Redakteurin und für Content-Marketing zuständig. Privat reise ich am liebsten unabhängig, auch gerne an´s andere Ende der Welt. Die Kamera stets im Gepäck, bin ich immer darauf aus meine Eindrücke festzuhalten. Meine letzten Reisen führten mich per Shinkansen durch Japan, mit Tricycle über so manche philippinische Insel, per Inselhopping habe ich die Kykladen erkundet und zuletzt zu Fuß den Kilimadscharo bestiegen. Privat blogge ich unter: http://smile4travel.de/
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