Ein Reiseziel zum Verlieben: die Algarve im Oktober

von Sabine B. | mehr Artikel von | 13. November 2014 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Auch für unsere diesjährige Herbstreise suchten wir wieder nach einem Reiseziel, das uns Naturerlebnis und Stranderholung in einem bot – und das bei möglichst stabilem Wetter. Nachdem die Wahl letztes Jahr auf Florida gefallen war, entschieden wir uns dieses Jahr relativ spontan für die Algarve. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das war die beste Entscheidung, die wir seit Langem getroffen hatten.

Zunächst ein paar grundsätzliche Worte zur Algarve, der südlichsten Region Portugals. Die Küste der Algarve lässt sich grob in drei Regionen einteilen:

  • die Costa Vicentina: die touristisch kaum erschlossene Westküste der Algarve, vom Cabo Sao Vicente nordwärts
  • die „Felsalgarve“ vom Cabo Sao Vicente im Westen bis nach Faro im Osten, auch „Barlovento“ genannt, was so viel bedeutet wie „dem Wind zugewandt“. In diesem Abschnitt ist der Tourismus aufgrund der zahlreichen Strände und spektakulären Felsformationen am stärksten entwickelt.
  • die „Sandalgarve“, von Faro bis hinüber zur spanischen Grenze reichend, auch „Sotavento“ („windabgewandt“) genannt. Dieser Küstenabschnitt wird geprägt durch eine einmalige Lagunen- und Dünenlandschaft mit wunderbar weitläufigen Stränden auf vorlgelagerten Sandinseln.

Wer die Algarve besucht, sollte sich zunächst überlegen, was der Zweck seiner Reise sein soll und die Region entsprechend auswählen. Da wir gerne individuell unterwegs sind und die Region in ihrer ganzen Vielfalt erleben wollten, hatten wir einen Mietwagen und erkundeten hiermit die gesamte Küste von Odeceixe an der Westküste bis nach Tavira, im Osten der Algarve, etwa 40 km vor der spanischen Grenze. Ein Mietwagen ist für die Algarve grundsätzlich sehr empfehlenswert und dazu noch recht günstig (ab 15 Euro pro Tag). Im Hinterkopf behalten muss man nur, dass die Autobahnnutzung in Portugal kostenpflichtig ist.

Insgesamt hatten wir zehn Tage zur Verfügung. Aufgrund der kurzfristigen Buchung bekamen wir nur noch Flüge nach Lissabon, nicht nach Faro, was für die Algarve eigentlich der Flughafen der Wahl gewesen wäre. Da wir aber gute Flugzeiten hatten, schafften wir es am Anreisetag bereits um 12 Uhr bis hinunter an die sonnige Algarve.

Teil 1: Westliche Algarve (Costa Vicentina bis Lagos)

Für den westlichen Teil der Algarve und die Costa Vicentina hatten wir drei Tage eingeplant. Als Ausgangspunkt hatten wir uns ein Hotel in der Nähe von Luz ausgesucht, etwa zehn Kilometer westlich der Küstenstadt Lagos, das Hotel Quinta do Mar da Luz. Es handelt sich um eine kleinere, landestypisch gestaltete Anlage, etwa einen Kilometer vom Strand entfernt mit ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältnis.

Die Lage des Hotels bei Luz war ideal, da man die schönsten Sehenswürdigkeiten der Region innerhalb von maximal 30 bis 45 Minuten Fahrzeit erreichen konnte:

Costa Vicentina

Wie bereits oben erwähnt, ist die Westküste der Algarve touristisch wenig erschlossen. Der Parque Natural de Sudoeste Alentejano e de Costa Vicentina erstreckt sich über die gesamte Länge der Küste und schützt die Region vor dem Einfall des Massentourismus. Das Klima an der Westküste ist etwas rauer als an der Südküste. Die Brandung lockt besonders Surfer an die teils einsamen Strände. In den weitestgehend ursprünglichen Küstenorten wie Odeceixe, Arrifana und Carrapateira findet man eher einfache Unterkünfte wie Hostels und Campingplätze.

Auf unserer Tagestour entlang dieser spektakulären Küste machten wir unseren ersten Halt in Odeceixe, dem nördlichsten Ort der Costa Vicentina, kurz vor der Grenze zur nördlichen Nachbarregion Alentejo. In Odeceixe waren wir überwältigt vom Strand Praia de Odeceixe, der an der Mündung des Flusses Ribeira de Seixe liegt. Anstelle von Beschreibungen lasse ich lieber Bilder sprechen:

Praia de Odeceixe - Costa Vicentina

Praia de Odeceixe – Costa Vicentina

Praia de Odeceixe - Costa Vicentina

Praia de Odeceixe – Costa Vicentina

 

Den Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt bei bestem Wetter an der grandiosen Praia do Amado, einem der tollsten Strände, die wir je gesehen hatten.

Praia do Amado

Praia do Amado

 

Etwas südwestlich von Vila de Bispo gibt es einen Aussichtspunkt beim Torre de Aspa, der nur mit dem Auto über eine abenteuerliche Straße (Achtung Schlaglöcher!) erreichbar ist. Hier spazierten wir etwas auf den Klippen entlang und genossen schließlich den Sonnenuntergang.

Ponta da Piedade & Cabo de Sao Vicente  

Ein weiteres Must-See in dieser Region ist die Ponta da Piedade (frei übersetzt „Kap des Erbarmens“) bei Lagos. Es handelt sich um eine spitze Landzunge, umgeben von einer spektakulären Felsklippenlandschaft mit skurrilen Formationen, die man vom Land aus oder per Boot erkunden kann. Wir unternahmen eine etwa halbstündige Tour in einem kleinen Boot (12,50 Euro pro Person), mit dem uns unser Kapitän in die Höhlen und Grotten hineinbrachte und zwischen steil aus dem Meer ragenden Felsen hindurch manövrierte.

Wichtig: Die Bootstouren sind bei Flut nur halb so schön, da viele der Höhlen dann nicht für die Boote zugänglich sind. Also bei der Planung des Ausflugs auf jeden Fall auf die Gezeiten achten (z.B. hier: http://www.gezeitenfisch.com/pt/faro/lagos)!

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

 

Zur Erholung bietet sich danach eine Pause an den benachbarten Traumbuchten Praia do Camilo und Praia de Dona Ana an. Es handelt sich hierbei um zwei Algarve-Strände wie aus dem Bilderbuch, deren Reiz man sich einfach nicht entziehen kann. Auch wir nutzten die tolle Kulisse für ein Nachmittagspäuschen.

Praia do Camilo

Praia do Camilo

 

Am späten Nachmittag brachen wir dann gen Westen auf, um den Sonnenuntergang am Cabo de Sao Vicente zu erleben, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Jeden Abend finden sich hier zahlreiche Besucher ein, um an diesem besonderen Ort zu beobachten, wie die Sonne im Meer versinkt. Wir wurden nicht enttäuscht:

Cabo Sao Vicente

Cabo Sao Vicente

 

Teil 2: Zentrale und östliche Algarve

Am Tag 4 zogen wir weiter in Richtung Osten. Unser zweites „Basislager“ wurde das Hotel Porto Bay Falésia in Olhos de Agua, etwa sieben Kilometer östlich von Albufeira. Dieses Vier-Sterne-Hotel liegt direkt oberhalb des bekannten Sandstrandes Praia da Falésia, der über eine lange Treppe erreicht wird. Das Hotel selbst bietet ein sehr gutes Frühstück und geschmackvoll eingerichtete Zimmer (wenn auch nicht allzu groß). Die Massage, die ich im hoteleigenen Spa-Bereich hatte, war ebenfalls sehr gut. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Hotel, insbesondere für Paare und Alleinreisende.

Porto Bay Falesia

Blick vom Hotel Porto Bay Falesia

Porto Bay Falesia

Praia da Falésia

 

In den kommenden sechs Tagen „erfuhren“ wir die Küstenregion zwischen Carvoeiro und Tavira. Auch hier gab es einige Highlights:

Einen Tag haben wir zum Beispiel genutzt, um die Gegend um Carvoeiro zu erkunden. Hier ist die Felsformation Algar Seco äußerst sehenswert. Aus den Muschelkalk-Klippen haben Wind und Wellen im Laufe der Jahrtausende eine eigene bizarre Welt geschaffen. Zu Fuß kann man (mit festem Schuhwerk!) die Grotten, Klippen und Plattformen erkunden. Auch hier gilt: am besten bei Ebbe! Denn dann sind in den freigelegten Felsspalten Meeresbewohner wie Krebse, Korallen und Schnecken zu sehen.

Algar Seco

Algar Seco

 

Im Anschluss lohnt sich ein Spaziergang auf dem Klippenwanderweg „Percurso dos Sete Vales Suspenses“ („Weg der sieben hängenden Täler“). Eine Karte mit Beschreibung gibt es hier: (leider nur auf Portugiesisch, aber man findet sich zurecht). Hier zeigt sich die Algarve von ihrer schönsten und typischsten Seite und man findet tolle Fotomotive en masse. Wir sind nur einen Teil der Strecke gegangen, nämlich von der Praia da Marinha nach Benagil und zurück.

Praia da Marinha

Praia da Marinha

 

Benagil

Praia do Benagil

 

Empfehlenswert ist zudem eine Bootstour mit Delphinbeobachtung. Es gibt hierfür zahlreiche Anbieter am Hafen in Albufeira. Wir hatten uns für Dolphins Driven entschieden und waren sehr zufrieden. Unsere Tour dauerte 2,5 Stunden und kostete 35 Euro pro Person. Zunächst ging es hinaus aufs Meer, um Delphine zu suchen. Erst wurden wir nicht fündig, doch danach ging es an der Küste entlang zurück. Und hier hielten sich auch die Delphine auf. Eine ganze Zeit lang konnten wir eine Gruppe beobachten, was ein tolles Erlebnis war. Auf der Rückfahrt nach Albufeira konnten wir dann die „sieben hängenden Täler“ noch einmal in ihrer ganzen Schönheit vom Wasser aus sehen.

Den Nachmittag und Abend verbrachten wir mit „Strand-Hopping“ zwischen den Orten Armacao de Pera und Albufeira. Hier reihen sich Strände unterschiedlichster Art aneinander und wir konnten uns gar nicht entscheiden, welchen wir am schönsten fanden.

Bucht bei Albufeira

Bucht bei Albufeira

Bucht bei Albufeira

Bucht bei Albufeira

Bucht bei Albufeira

Bucht bei Albufeira

 

Aber auch die Sandalgarve wollten wir uns nicht entgehen lassen. Deshalb machten wir uns an zwei Tagen auf nach Osten. Etwa von der Algarve-Hauptstadt Faro aus ostwärts bildet eine große Lagunenlandschaft den Küstenstreifen, die durch das große Erdbeben von 1755 entstanden ist. Sieben vorgelagerte Sandinseln schützen das dahinter liegende Gebiet aus Salzmarschen, Watt und Kanälen. Der Parque Natural da Ria Formosa ist Heimat zahlreicher seltener Vogelarten. Wir besuchten zum einen die Ilha Deserta vor Faro, die wie der Name schon sagt, nicht bewohnt ist. Es gibt nur ein Gebäude auf der Insel, und zwar ein Restaurant mit sehr gutem Ruf. Wir haben das aber nicht getestet, sondern sind lieber am kilometerlangen Sandstrand spazieren gegangen und haben Muscheln gesammelt.

Ilha Deserta

Ilha Deserta

 

Muscheln von der Ilha Deserta

Muscheln von der Ilha Deserta

 

Die zweite Insel, die wir besucht haben, war die Ilha de Tavira, in der Nähe der gleichnamigen Stadt, die man ebenfalls gesehen haben sollte. Auf der Inse gibt es mehrere Strandbäder. Wir suchten uns die Praia do Barril aus, da es hier einen einzigartigen Ankerfriedhof zu bestaunen gibt. Außerdem natürlich auch hier wieder weißen Sandstrand so weit das Auge reicht – und sogar Restaurant, Snackbar und sanitäre Anlagen.

Praia do Barril

Ankerfriedhof an der Praia do Barril

Ria Formosa Naturschutzgebiet

Ria Formosa Naturschutzgebiet

 

Die Algarve war für uns ein absoluter Glückstreffer! Sicher lag es zum einen an dem durchgängig tollen Wetter, das um diese Jahreszeit nicht selbstverständlich ist. Hauptsächlich hat uns die Gegend aber mit ihrer grandiosen und vor allem extrem vielfältigen Küstenlandschaft begeistert. Kilometerlange Sandstrände, traumhafte von Felsen eingerahmte Buchten, Grotten, Höhlen und die wilde Schönheit der Costa Vicentina machen die Algarve zu einem besonderen Reiseziel, das wir wärmstens empfehlen können.

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Sabine B.

Sabine B. [Mitarbeiter]

Analyst Customer & Market Insight bei Thomas Cook
Seit 4 Jahren arbeite ich bei Thomas Cook - zunächst im Produktmanagement für Golfreisen und nun im Bereich CRM, Customer & Market Insight. Reisen ist meine große Leidenschaft und auf meiner List der nächsten Must-Sees stehen unter anderem Costa Rica, Vietnam, Namibia und die Malediven.
Sabine B.

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