Altweibersommer statt Indian Summer - ein wunderbares Herbstspektakel

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 27. September 2018 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Bunte Blätter, warmes Wetter und atemberaubende Panoramen – der Indian Summer ist ein herbstliches Highlight in Amerikas Nordwesten. Aber auch in Deutschland lässt sich der Farbwechsel der Wälder beeindruckend erleben. Wir haben die schönsten Orte besucht, an denen ihr ganz ohne weit zu reisen, den europäischen Altweibersommer erleben und genießen könnt. Lasst euch verzaubern von der bunten Vielfalt im Herbst!

Ein buntes Farbenmeer

„Wahnsinn“, ruft Sabine und zückt das Smartphone, „was für ein Farbenmeer“. In einer Höhe von 44 Metern erstreckt sich vor uns ein dichtes, buntes Blätterdach – strahlt in kaminrot und honiggelb, rostbraun und kupfer. Sie knipst und teilt, was das Zeug hält, während ich die Aussicht vom Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich stumm genieße.

Das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands ist ein Stück Urwald mitten in Thüringen – und gerade im Herbst ein Wanderziel der Extraklasse. Dann wenn im Altweibersommer Rotbuchen, Ahorn oder Elsbeere ihr feuerrotes Kleid anlegen.

Fliegenpilz und Buntspecht

Wieder unten bahnen wir uns den Weg durch Todholz, auf dem Pilze und Moose wuchern. Sabines Handykamera ist im Dauereinsatz: Hier ein leuchtend roter Fliegenpilz, dort ein Buntspecht, der im Stamm einer alten Buche nach Käfern oder Larven pickt, sogar eine Wildkatze huscht am Erlebnispfad Silberborn an uns vorbei. „Verpasst“, flucht Sabine, als das scheue Tier wieder im Farn verschwindet. Doch zum Ärgern bleibt keine Zeit, weil sich schon das nächste Fotomotiv vor die Linse drängt.

Dass sich in Deutschland ein derart farbenfroher Indian Summer erleben lässt, hätte die 40-Jährige, die ein paar Monate in Neu-England lebte, nicht gedacht. Und das nicht nur im Nationalpark Hainich in Thüringen, der seit 2011 in die Liste der Weltnaturerbe eingetragenen ist. Auch der Bayerischer Wald geizt im Herbst nicht mit Farben: Zu den vielen Rottönen gesellt sich im Oktober das Silberblau des glasklaren Wassers des Rachelsees und an besonders schönen Tagen taucht die Sonne See, Himmel und Wald in ein warmes Gold.

Ein wunderschönes Bild aus dem Thüringer Wald.  
Ein leuchtend roter Fliegenpilz.
Die scheue Wildkatze bekommt man eher selten vor die Linse.

Luchs und Fischotter

Zusammen mit dem tschechischen Nationalpark Sumava werden fast 900 Quadratkilometer Wälder ihrer natürlichen Wildnis überlassen. Der Luchs streift dort wieder frei umher, aber auch Rothirsche, Fischotter oder Spechte können beobachtet werden. Ein dichtes Wegenetz leitet Wanderer zu den Naturschätzen von Bayern und Böhmen und mehrtägige Touren liefern atemberaubende Blicke auf die Natur Mitteleuropas.

Und selbst, wenn es unbedingt ein nordamerikanischer Ahorn sein muss: Auch den gibt es in Deutschland – im Welt-Wald Harz bei Bad Grund. Mehr als 600 Baum- und Straucharten aus Nordamerika und Asien wachsen auf dem 65 Hektar großen Gelände und lassen im Herbst echtes Indian Summer-Feeling aufkommen. Dann färben sich die Ahorne – wie ihre Verwandten auf der anderen Seite des Teichs – blutrot, die Papierbirke leuchtet in kräftigem gelb und die Scharlacheiche in Rosttönen. Eine andere Baumart beeindruckt dagegen durch ihre Größe: Am Mammutbaumweg warten die größten Bäume der Welt.

Bunte Blätter überall im Herbst im Bayrischen Wald.
Ein mystischer Bach mitten im Harz. 
Ein flinker Fischotter - eine Sekunde später war er wieder weg.  
 

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