Schaulaufen der Farben: Karneval auf Teneriffa

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 2. Februar 2015 | Aus der Nähe | Ein Kommentar

Wer schon immer einmal zum Karneval nach Rio wollte, jedoch die lange Reise oder Kosten scheut, stößt in Teneriffa auf Gold oder besser gesagt, auf eine adäquate Alternative. Das betörende Fest steht dem brasilianischen Rambazamba in nichts nach: Glamour, Glitter und mitreisende Rhythmen.

Am 11. Februar ist es wieder soweit. Santa Cruz, die Hauptstadt von Teneriffa, verwandelt sich in einen schrillen und bizarren Jahrmarkt. Die Einwohner, die sonst rechtschaffen ihrem Alltag nachgehen, sind nicht wieder zu erkennen. Sie schlüpfen in abstruse Kostüme, bedecken ihre Häupter mit verrücktem Schmuck und tanzen in wilden Paraden durch die Straßen. Die rauschende Party hängt selbst den Kölner Karneval ab.

Ein 60 Kilo schweres Kleid

Der Karneval von Teneriffa ist nach Rio der zweitgrößte der Welt. Er ist den Kanarios heilig. Selbst zur Zeit als das Fest offiziell verboten war, feierten sie unter dem Decknamen „Winterfest“ heimlich weiter.
Städte und entlegene Dörfer verfallen in eine Art Trance. Nichts zählt mehr: außer der Spaß und das von allen Fesseln befreite Leben. Berüchtigt sind die Fiestas von Santa Cruz und Puerto de la Cruz. Die Plaza de España in Santa Cruz trägt ein liebevoll arrangiertes Schmuckgewand mit Buden und Ständen. Das Polit-Karussell steht still.

Karneval Teneriffa

Feierlicher Auftakt aller Veranstaltungen ist die Wahl der Karnevalskönigin. Traditionell trägt sie ein 60 Kilo schweres Kostüm und muss vor jedem Auftritt strapaziöse „Aufbauten“ über sich ergehen lassen. Die Kinder hören auf eine „Kinderkönigin“ mit nicht minder aufwendigem Dekor. Jede Stadt kürt eine eigene Königin. Nach der Wahl starten die Umzüge. Laut trommelnde und ekstatische Paraden rauschen zu Samba-Rhythmen durch die Straßen. Musik-, Tanz- und Gesangsgruppen zeigen spektakuläre Performances und bilden über Tage einen nicht endenden Reigen.

Nach dem Fest ist vor dem Fest

Den krönenden Schlusspunkt markiert das Begräbnis der Sardine. Die Bewohner tragen eine nachgebaute Sardine durch die Straßen – in schwarze Kleider gehüllt nehmen sie unter Klagen und Tränen Abschied vom Karneval. Doch das macht nichts. Denn in Puerto de la Cruz geht es jetzt erst los. Die Termine der Feste sind verschieden – zum Glück für all jene, die für ihr Leben gern feiern.

Im Übrigen besteht eine Karnevalspartnerschaft zwischen Düsseldorf und Puerto de la Cruz. Die Königin reist mit ihren Ehrendamen zum Rosenmontagsumzug an den Rhein. Im Gegenzug kommt das Düsseldorfer Prinzenpaar nach Aschermittwoch nach Teneriffa.

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