Kos: Eine Entdeckungstour auf der heilenden Insel

von Hanna E. | mehr Artikel von | 5. Juli 2017 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Kaum zu glauben, aber das griechische Urlaubsparadie Kos ist nicht erst seit ein paar Jahren ein beliebter Tipp unter Reisenden. Schon in der Antike war die Ägäis-Insel als Ferienziel gefragt – und das unter anderem, weil Hippokrates, der Begründer der modernen Medizinwissenschaften, dort seine Heilkunst praktizierte. Heute finden sich auf der Insel modernere Hotels und traumhafte Sandstrände. Doch wer etwas mehr als Strand sehen möchte, findet auf den Spuren der alten Griechen natürlich noch weitere Schätze:

Auf den Spuren von Kleopatra

Stolz steht Alexandros auf der elf Meter hohen Freitreppe und zeigt auf die Reste des Asklepios-Tempels. „Hier fanden die medizinischen Behandlungen statt“, erklärt mir der Guide, „nebenan der Lehrbetrieb und links von uns die Badeanlagen“. Wir stehen in der prallen Mittagshitze im Asklepieion, rund vier Kilometer von Kos-Stadt entfernt. Die Anlage galt im 3. Jahrhundert v. Chr. als bedeutendster Heil- und Kurbetrieb der alten Welt. Selbst Kleopatra soll hier gekurt haben.

„Unsere Vorfahren müssen ihn für einen Magier gehalten haben“, erklärt der Alexandros. Auf Reisen in Kleinasien und Griechenland erwarb der um 460 v. Chr. geborene Grieche praktisches Wissen um die Heilkräfte der Natur: Die Früchte vom Lorbeerbaum verabreichte er beispielsweise als Salbe gegen Gelenkschmerzen, wilde Pistazie war wichtig für die Zahn-Hygiene und Raki beseitigte Magenbeschwerden.

Das Asklekpeion von Kos wurde erst vor knapp 100 Jahren, in 1902, entdeckt.
Wie wärs mit ein paar Orangen? Der Name der Neratzika Festung stammt nämlich von den zahlreichen Bitterorangenbäumen in der Umgebung.
In der Defterdar Moschee wird heute nicht mehr gebetet - hier findet sich jetzt ein Souvenirladen und ein Café.

Das Asklepieion von Kos ist die mit Abstand bedeutendste archäologische Stätte der Insel, aber nicht die einzige Sehenswürdigkeit, die einen Besuch lohnt: Im historischen Zentrum der Inselhauptstadt warten das Johanniterkastell Neratzia und die ehemalige Defterdar-Moschee auf Besucher. Das schön proportionierte Gotteshaus mit der prachtvollen roten Kuppel entstand im 18. Jahrhundert unter Ibrahim Efendi und ist das markanteste Erbe der 400-Jährigen Herrschaft der Osmanen.

Nebenan: Die Hippokrates-Platane. Der knorrig gewundene Baum mit seinem enormen Blätterdach kann sich nur noch an gewaltigen Stützkrücken aufrecht halten. Um ihn hat sich eine Gruppe Touristen aus Japan versammelt, die sich vom Fremdenführer in dramatischen Gesten erklären lässt, wie Hippokrates – genau hier – die Kranken heilte und Wunden pflegte. „Dann wäre der Baum jetzt 2500 Jahre alt“, lacht Alexandros – und lädt mich zum Abschluss der Tour auf den Spuren des Hippokrates zu einem Glas Vanilla ein. Der dickflüssige Sirup mit Vanille-Zitronenaroma wird mit einem Teelöffel in ein gekühltes Glas mit Quellwasser getaucht – dann lutsche ich ein wenig am Löffel, nehme ein Schluck des leicht süß gewordenen Getränks und genieße einen Mokka hinterher. „Herrlich“.

Von den Bergen zum Meer

Auf Kos kommen nicht nur Strandliebhaber auf ihre Kosten: Das Dikeos Massiv bietet mit einer Höhe von fast 850 Metern ebenfalls unbeschreibliche Aussichten.
Natürlich lässt es sich an den traumhaften Stränden der Insel Kos aber genauso gut aushalten!

Am nächsten Tag steht ein Ausflug nach Zia auf dem Programm: Das Bergdorf liegt am Fuße des Mount Dikeos in 350 Meter Höhe und ist Ausgangspunkt für Wanderer, die auf markiertem Wege den höchsten Gipfel der Insel erklimmen wollen. „Von dort hat man eine fantastische Rundumsicht auf die Inselwelt“, erklärt Alexandros, doch auch in Zia selbst gebe es einiges zu sehen: Bunte Terrakottakrüge auf den Treppenstufen der Souvenirläden oder stilisierte Tempelgiebel über den Tavernen, die mit lauschigen Terrassen Gäste locken, bereichern jedes Fotoalbum.

Ich kaufe ein wenig Thymianhonig, etwas Zimtsirup und Gewürze als Mitbringsel für daheim, danach schlendern wir noch eine Zeitlang durch die Gassen der 151-Seelen-Gemeinde, bevor am Nachmittag Dutzende Reisebusse die Straßen verstopfen. Doch da liege ich mit einem kalten Bier in der Hand schon am Troulos-Beach, stecke die Füße in den noch tagwarmen Sand und warte auf den Sonnenuntergang. Das Farbenspiel am Abendhimmel, so hatte mit Alexandros zum Abschied noch gesagt, sei hier besonders schön. Recht hatte er.

Share on Google+0Share on Facebook0Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0Email this to someone
 
Hanna E.

Hanna E. [Administrator]

Seit Februar 2016 verantworte ich bei Thomas Cook als Online Redakteurin im Bereich Content Marketing die Blogs des Unternehmens. Doch mit dem Reisen verbindet mich nicht nur meine Arbeit, sondern auch meine private Leidenschaft für fremde Kulturen, atemberaubende Landschaften und exotische Gerichte. Obwohl ich bereits in China, Italien und England gelebt habe, nutze ich auch heute noch jede Möglichkeit um Neues zu entdecken.
Hanna E.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Optimization WordPress Plugins & Solutions by W3 EDGE