Kurztrip nach Valencia | Meine Städtereise ans Mittelmeer

von Isabella P. | mehr Artikel von | 24. Oktober 2013 | Aus der Nähe | Ein Kommentar


Altstadt von Valencia – Donnerstag:

Es ist Donnerstagmorgen und ich sitze im Flieger Richtung Valencia! Meine absolute Lieblingsstadt in Spanien. Valencia ist die drittgrößte Stadt Spaniens und liegt direkt am Mittelmeer an der Mündung des Flusses Turia. Der Fluss selbst wurde nach verheerenden Überschwemmungen in den 50er Jahren aus der Stadt heraus verlegt; das ehemalige Flussbett wurde in einen Park umgewandelt, der acht Kilometer lang ist.

Nach knapp zwei Stunden ist es dann soweit. Beim Landeanflug sehe ich schon den neu gebauten Stadtkomplex – Die Stadt der Künste und der Wissenschaften ( Ciudad de las Artes y las Ciencias), ein Kultur- und Freizeitzentrum, das durch seine Architektur überrascht. Der international renommierte spanische Architekt und aus Valencia stammende Santiago Calatrava ist für die außergewöhnliche Architektur des Zentrums verantwortlich. Die Gäste, die neben  mir sitzen fotografieren und staunen laut “ist das abgefahren!“. Ich kann es dann auch nicht lassen, zum wiederholten Mal mache ich auch ein Foto.

Ich kann es kaum abwarten auszusteigen. Mit der U-Bahn fahre ich in die Altstadt, nach 20 Minuten bin Valenciaich da. Empfehlen kann ich die Valencia Tourist Card: Viele Museen und Sehenswürdigkeiten sind dadurch ermäßigt und die öffentlichen Verkehrsmittel sind frei. Zu sehen und zu erleben gibt es in Valencia jede Menge. Im Jahr 138 vor Christus wurde die Stadt von den Römern gegründet, danach von den Westgoten besetzt, ab 714 für über 400 Jahre unter maurischer Herrschaft, sie war Seehandelszentrum seit dem Mittelalter. Die Stadt hat eine bewegte Geschichte, deren eindrückliche Zeugnisse noch heute zu bestaunen sind. Darüber hinaus gehört Valencia zu den spanischen Städten mit den meisten Jugendstilbauten und ist eines der Zentren zeitgenössischer Avantgarde-Architektur. In der Altstadt angekommen geht es erstmals zur Plaza de la Virgen und der Kathedrale.

Kathedrale ValenciaÜbrigens, wer wie ich an einem Donnerstag dort ist, sollte das Wassergericht,  das von der UNESCO zum immateriellen Erbe der Menschheit erklärt wurde, nicht verpassen: Um Punkt zwölf Uhr treten schwarz gekleidete Männer, acht repräsentieren die acht Arme des Turia Flusses, vor die Pforte der Kathedrale an der Plaza de la Virgen. Alles um mich herum schweigt….Vergehen werden seit dem frühen Mittelalter öffentlich verhandelt, heute allerdings in erster Linie symbolisch. Dennoch sind die Urteile verbindlich. In zehn Minuten ist das „Schauspiel“ auch zu Ende. Heute gab es nur einen „Fall“ zu klären.

Radtour durch Valencia – Freitag:

Am Freitag miete ich mir ein Fahrrad bei DoYouBike und erkunde die Stadt per Rad. Über zwei Millionen Quadratkilometer Grünfläche gibt es zu erkunden. Dazu gehören der größte Park Europas, der „Parque de Cabecera“, und die acht Kilometer lange Grünanlage im ehemaligen Flussbett des Turia. Durch die Stadt schlängeln sich Fahrradwege mit einer Gesamtlänge von 70 Kilometern. Ich fahre durch die Stadt, dann entlang des stillgelegten Turia-Flusses bis zum futuristischen Komplex der „Stadt der Künste und der Wissenschaften“. Dort habe ich den ganzen Nachmittag verbracht. Zur Erfrischung gönne ich  mir das typisch-valencianische Getränk „Horchata“ (Erdmandelmich). Klingt zwar komisch, schmeckt aber herrlich erfrischend, ein wenig wie Milkshake. Es sind nun zwei Tage vergangen und ich war noch nicht shoppen! Das geht gar nicht. Gleich in der Nähe sind zwei große Shopping-Malls: Das Aqua und direkt gegenüber Corte Inglés. Rebajas – rebajas  – Ausverkauf – überall! Na hier bin ich doch richtig.

Hafen in Valencia- America´s Cup  – Samstag:

Das anlässlich des America´s Cup neu gestaltete Hafengelände ist einer der attraktivsten Anziehungspunkte Valencias. Auch hier bin ich mit dem Rad unterwegs und wieder von der Architektur beeindruckt. Wie haben die es nur geschafft, dass ein Hafenviertel so trendig aussieht? Das Besuchergebäude des America´s Cup ist ein Werk von David Chipperfield und das Hauptquartier des italienischen Teams trägt die Handschrift Renzo Pianos. Das ausgedehnte maritime Freizeitviertel mit Bars und Restaurants hat sich zum Besuchermagneten entwickelt. Die Freizeitzone am Yachthafen ist ein beliebter Ort, um den Sonnenuntergang mit einem Drink und mit entsprechender musikalischer Untermalung zu bewundern. Ich bestelle mir eine Cerveca und sitze stundenlag dort und schaue mir das Geschehen an. Herrlich! Auf der Strandpromenade sehe ich Inlineskater, Radfahrer, Jogger und Spaziergänger an mir vorbeirauschen. Die Strände Las Arenas, Malvarrosa und La Patacona liegen nur wenige Minuten entfernt. Alle sind mit der blauen Flagge ausgezeichnet – schnell hüpfe ich noch ins Meer. Ich merke wie „entschleunigt“ ich mich nach nur zwei Tagen hier fühle.

ValenciaValencia

Paella aus Valencia – Albufra – Sonntag:

In Spanien ist der Sonntag ein besonderer Tag. Die Familie unternimmt in der Regel etwas zusammen, Oma und Opa werden besucht oder bei Ausflügen mitgenommen. Ich überlege mir, was ich mit einem halben Tag noch schönes machen kann und entscheide mich in das Naturschutzgebiet Albufera zu fahren. Mit dem Taxi ist es nur eine kurze Fahrt, es sind nur zehn Kilometer. Das Naturschutzgebiet ist von äußerst großer ökologischer Bedeutung und wird auch von Wasservögeln zum Überwintern genutzt. Das reichhaltige Gewässer nutzt seit jeher Fischern und Reisbauern zum Lebensunterhalt. Was nur wenige wissen: Die Paella wurde hier, in Valencia, erfunden!

Der ideale Ort, um typisch valencianische Gerichte wie Paella, Arrós a Banda oder All i Pebre (mit Aal aus dem See zubereitet) an einem Sonntagmittag zu essen, ist der Ort El Palmar.

Valencia Paelle Valencia Mädchen

Um mich herum sitzen spanische Familien. Besonders hübsch sind die kleinen Mädchen, sie tragen Kleidchen, die Haare sind in Zöpfen geflochten und passend zu den Kleidchen werden mit Spitze umrandete Söckchen und Lackschuhe getragen. So sieht man selten deutsche Kinder herum rennen. Das genau ist die gelassene südländische Art, die ich mag. Lautes Lachen, anregende Unterhaltung und Kinder die hin und her rennen sind in jedem Lokal zu sehen – es beschwert sich keiner, weder über die Lautstärke noch über die „ungezogenen“ Kindern. Hier bin ich genau richtig. Mitten im Geschehen! Nach der köstlichen Paella und vino tinto mache ich noch eine Bootsfahrt auf dem Albufera-See. Es ist so ruhig hier, man kann es kaum glauben, dass die Stadt quasi um die Ecke ist. Nun heißt es leider für mich schon Abschied nehmen. Ich steige ins Taxi und bin bereits nach zwanzig Minuten  am Flughafen. Adios Valencia, hasta pronto! Ganz bestimmt!

Ab April 2014 fliegt Lufthansa täglich ab Frankfurt nach Valencia. Schöne Hotels in Valencia in zentraler Lage gibt im „Städtereisen“-Katalog von Thomas Cook un online auf thomascook.de.

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Isabella P.

Isabella P. [Mitarbeiter]

Pressesprecherin bei Thomas Cook AG
Seit 2010 Pressesprecherin bei Thomas Cook. Ich reise sehr gerne. Wohin? Überall hin!
Isabella P.

Ein Kommentar

  • Sabrina sagt:

    Hi,
    das ist wirklich ein toller Plan. Ich bin gerade auf der Suche nach einem schönen Kurztrip und werde deine Tipps sicher berücksichtigen. Valencia steht nun ganz oben auf meiner Liste!

    Grüße
    Sabrina

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