Nationalparks - Urlaub in der unglaublichen Vielfalt der Natur

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 26. Juli 2018 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Rückzugsgebiete für bedrohte Tiere und das Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Europas Nationalparks laden ein zum Staunen, Entdecken und Bewundern. Also lasst euch mitnehmen auf eine Tour durch die drei besonders gefragten Reservate Europas und schaut euch die Kraft und Vielfalt der Natur an.

Kreta: Samaria-Schlucht

300 Meter schrauben sich die Felswände senkrecht in die Höhe. Oben, am Rande des Plateaus beugt sich ein kretischer Ahorn weit über die Schlucht und wirft einen Blick auf die Gruppe Wanderer, die sich wie Ameisen durch einen engen, steinigen Pfad zwängen. Knapp drei Meter nur misst die Eiserne Pforte, die schmalste Stelle der Samaria-Schlucht im Westen Kretas.  Von Mai bis Oktober lotst der Ranger Gruppen durch Europas drittlängste Schlucht, die sich von den weißen Bergen im Südwesten Kretas bis hinunter zum Libyschen Meer erstreckt. Der Einstieg erfolgt über eine in den Hang geschlagene Treppe, die sich gut 600 Meter steil nach unten windet. Bis zur Talsohle begleiten die Wanderer mächtige Kiefern, Zypressen und Eichen. Frischer Wald-Duft mischt sich mit dem Aromen von Salbei und Thymian. Unten: Kies und Geröll, spitze Steine oder Felsblöcke, die den Weg versperren. Immer karger wird die Landschaft. Rotbraun und Ocker, dann schimmert das Karstgestein silbergrau bis schwarz.

Vor dem verlassenen Dorf Samaria, bei Kilometer 7,5 huscht eine Wildziege durch das Unterholz. Abbildungen des als heilig verehrten Tieres finden sich schon auf Jahrtausend alten Münzen und Siegeln aus minoischer Zeit. Kurz darauf zieht auch noch ein Bartgeier über dem Himmel seine Kreise – auch er vom Aussterben bedroht. Nur 200 dieser majestätischen Vögel gibt es noch in Europa, zwanzig von ihnen nisten im fast 5000 Hektar großen Nationalpark Samaria.

Die Samaria-Schlucht ist ein beeindruckendes Naturgebilde und den Anblick sollte man genießen. 
Steil geht es bergab in die Samaria-Schlucht, einen Weg mit wunderbarem Ausblick entlang der Felswände Richtung Talsohle. 

Kroatien: Krka-Nationalpark

Ein Kontrast zur kargen, trockenen Landschaft Samarias bietet der Krka-Nationalpark in Kroatien: In Jahrmillionen fraß sich das Wasser des Flusses durch den Karst und schuf ein canyon-artiges Tal mit kaskadenartigen Wasserfällen, lieblichen Seen und zauberhaften Inseln. Der Oberlauf des Flusses ist mit dem Kanu oder Ausflugsboot befahrbar, an manchen Stellen ist Baden erlaubt und einige Abschnitte sind ein Dorado der Rafter und Wildwasserkanuten – dort, wo sich Karstfelsen dem Fluss in den Weg stellen, ihn zu kühnen Sprüngen über Katarakte zwingen oder durch kleine Schluchten jagen.

An Land beeindruckt die vielfältige Fauna: Mehr als 900 Pflanzenarten bevölkern den Park. Uralte Steineichen, die sich Wanderern trotzig in den Weg stellen, duftender Salbei oder Seerosen, die ihre roten und gelben Blüten nach oben recken. Am Himmel schweben Steinadler und Falke auf der Jagd nach Beute. Und in den Karsthöhlen – rund 40 davon gibt es im Einzugsbereich der Krka – hängt die größte Fledermauskolonie Europas dösend an der Decke und wartet auf die Nacht. Geht die Sonne unter, schwärmen tausende der Flughunde in den Nachthimmel – begleitet vom Quaken der Frösche und dem Rufen der Schakale, die den Mond anheulen.

Der Krka-Nationalpark in Kroatien ist ein grünes Fleckchen Erde mit glasklarem Wasserläufen in gefühlt alle Richtungen. 
Wunderschöne Wasserfälle und Seen laden zum Verweilen und Baden ein.

Deutschland: Nationalpark Bayerischer Wald

Unvergessliche Naturerlebnisse warten auch im Nationalpark Bayerischer Wald – Deutschlands ältestem Reservat, das 1970 entstand – direkt an der Grenze zu Tschechien. Fast die gesamte Fläche ist mit dichten Wäldern bedeckt, die weitgehend sich selbst überlassen sind. Sogar Schäden die Unwetter verursachen, werden nicht beseitigt. So wird der Bayerische Wald allmählich zum Urwald, der einen Lebensraum für viele verschiedene Tierarten bietet.

Rothirsch, Dachs und Fischotter sind hier ebenso heimisch wie Wanderfalke, Schwarzstorch und der Luchs. Auf geführten Touren begegnen Besucher den Tieren – oder zumindest ihren Spuren. Auch sonst lässt sich der Nationalpark hervorragend erwandern. Besonders schön: Der Weg zur Mittelsteighütte, der über zweieinhalb Stunden mitten durch die Urwaldlandschaft führt. Startpunkt ist der Ortseingang von Zwieslerwaldhaus.

Der Bayerische Wald von Oben - Urwaldlandschaft in Deutschland zum Entdecken und Bewundern. 
Der Fischotter ist eines der vielen Tiere, die im Bayerischen Wald leben. Die wuseligen Tierchen kann man ab und zu an Wasserstellen und Flüssen beobachten.
 

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