Zwischen Wein und Socca: Ein Besuch in Nizza

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 5. Mai 2017 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Wie wäre es mit einem Bummel unter Palmen entlang des berühmten Boulevards „Promenade des Anglais“? Danach einen Pastis in einem der vielen französischen Cafés, die sich wie Perlen an der Schnur reihen. Oder bei einem Strandspaziergang die nackten Füße von dem erfrischendem Meerwasser umspülen lassen. Das alles und noch so viel mehr, gibt es im wunderschönen Nizza an der traumhaften Côte d´Azur zu erleben!

Rückkehr an die französische Riviera

„Los, los“, ruft Bruno, „lass dich so nicht hängen“. Der 57-jährige Franzose treibt mich weiter. Noch zwei Kilometer liegen vor mir, dann wartet Sophie, seine Schwester, mit einem Lunchpacket an der beliebten Promenade auf uns. Bruno, Gastronom aus Frankfurt, trainiert in Nizza für den Halbmarathon. Eine der vielen Sportveranstaltungen, die an der Côte d´Azur steigen – und hat mich überredet, ihn auf seiner Reise zu begleiten. Viel Überzeugung war dabei nicht nötig, denn ich wollte schon lange einmal wieder an die französische Riviera.

Allerdings hatte ich mir meinen Aufenthalt an der berühmten Flaniermeile der Stadt gemütlicher vorgestellt. „Machen wir alles noch“, verspricht Bruno. Mein Blick wandert sehnsüchtig auf die bequemen Korbstühle unter schneeweißen Sonnenschirmen am 1912 eröffneten Hotel Negresco – eines der nobelsten Häuser der Welt. Bruno dagegen hat das Ziel vor Augen: Von weitem winkt uns eine adrette Französin zu, in der einen Hand eine Flasche, in der anderen ein Baguette.

Auf fünf Kilometern Länge führt die wohl beliebteste Promenade Frankreichs, Promenade des Anglais, direkt entlang des Strandes.
Das Hotel Negresco zählt zu den bekanntesten Nobelhotels der Welt und liegt direkt an der berühmten Promenade.
In der ganzen Stadt finden sich die für Frankreich typischen kleinen Cafés, in denen allerlei Spezialitäten angeboten werden.
Die französische Riviera als ganzjähriger Erholungsort der Superreichen. 

Sophie begrüßt mich mit einem Küsschen auf die erhitzte Wange. „Mein Bruder ist ein richtiger Schinder“, lacht sie – und reicht mir ein Glas Wasser. Auf der blumengemusterten Picknickdecke, die sie am Strand ausgebreitet hat, warten – eingeschlagen in Küchentüchern – noch warme Socca: Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, kurz im Holzofen gebacken und mit frischem schwarzen Pfeffer bestreut. Dazu ein kühler Weißwein. „Ein Bellet“, wie Sophie stolz verkündet. „Köstlich“!

Das kleine Weinbaugebiet liegt oberhalb von Nizza und gehört zu den ältesten Weinlagen Frankreichs. Aufgrund der kleinen Menge – mehr als 1100 Hektoliter werden im Jahr nicht produziert – sind die Weine außerhalb Nizzas kaum zu finden. Wer also Gelegenheit hat und ein Glas Rolle, Fuella oder Cinsault angeboten bekommt, sollte zugreifen. Ein Genuss, der in Erinnerung bleibt!

Nizza – Kultur und Kunst vereint

Nach dem Picknick will Bruno noch ein paar Runden drehen – und Sophie mir ihre Stadt zeigen. Zuerst den Parc du Chateau. Der Aufstieg auf den 92 Meter hohen bewaldeten Hügel macht viel Spaß und der Blick über die roten Ziegel der Altstadt sowie das azurblaue Meer ist unbezahlbar. Das Panorama hat auch viele Künstler inspiriert: Der Maler-Poet Marc Chagall war zum Beispiel von dem eindrucksvollen Licht begeistert, dass – so versichert Sophie – nirgendwo sonst in Europa eindrucksvoller scheine als entlang der Côte d’Azur und ihrem Hinterland.

Traumhafter Blick über die Stadt: Der Parc du Chateau bietet einen der schönsten Aussichtspunkte über ganz Nizza.
Im Hochsommer kann es in den engen Gassen, die mit verschiedensten Geschäften geschmückt sind, sehr eng werden.
Obst-, Blumen- und Flohmärkte wohin das Auge reicht - im alten Nizza finden wöchentlich verschiedene Märkte statt.
Die Altstadt der Hafenstadt bietet neben pastellfarbenen Gebäuden, auch prächtige Paläste und historische Kirchen.

Am Nachmittag treffen wir Bruno in der Altstadt wieder. Wo sich im Hochsommer Touristenmassen durch die verwinkelten Straßen schieben, ist nun reichlich Platz zum flanieren – vorbei an pastellfarbenen Bürgerhäusern, prächtigen Palästen und Kirchen. Fast dörflich wirkt die Hafenstadt jetzt. Die Händler am Markt haben alle Zeit der Welt, lassen uns an Frühlingsblumen duften, Oliven probieren oder schneiden eine ordentliche Scheibe Käse für uns ab.

Sophie kauft einen Wolfsbarsch. „Den gibt es heute Abend mit Fenchel“. Außerdem Anchovis und Kapern – für die Tapenade, die sie als Entree auf frische Baguettescheiben streichen wird. Und drei Flaschen Wein. Doch Bruno hebt schon jetzt die Augenbrauen: „Morgen früh, mein Freund“, mahnt er, „geht es wieder raus“. Mist: 8:30 Uhr war ausgemacht!

 
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