Roadtrip Südfrankreich – von Marseille durch die Calanque und den Gorges du Verdons, über Cannes nach Monaco

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 3. September 2019 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Nicht einmal 300 Kilometer liegen zwischen Marseille und Monaco. Dein Vorteil. So dreht sich dein Roadtrip durch Südfrankreich weniger um zurückgelegte Kilometer als um die kleinen Schätze der Côte d’Azur: um imposante Felsen, die aus tiefblauem Wasser ragen; um geschwungene Küstenstraßen; um legendäre Städte wie Saint-Tropez, Cannes oder Nizza; um einsame Buchten und Erfrischung im Mittelmeer. Begleite den Thomas Cook Reiseblog auf einen Roadtrip durch eine der schönsten Gegenden Südfrankreichs – Abstecher zur größten Schlucht Europas inklusive.

Von Marseilles über Cassis nach Saint-Tropez – 145 Kilometer | 3 Stunden

Gut 500 Kilometer liegen vor dir. Daher überstürzt du zum Start deines Südfrankreich-Roadtrips nichts. Eine Tour durch Marseille lohnt sich schließlich ebenfalls. Zahlreiche Hotels in Marseille laden dich zum Verweilen ein. Als Ausgangspunkt nutzt du den Vieux Port, Marseilles alten Hafen. Einerseits liegen dort allerlei Boote, andererseits haben sich um das Rechteck südfranzösische Fischrestaurants drapiert. Es ergibt Sinn. Morgens kommt der Fisch frisch aus dem Mittelmeer, mittags genießt du ihn in einem der Restaurants und nutzt die Stärkung für den Weg den imposanten Hügel über dem Hafen hinauf. Für einen Ausflug Richtung Notre-Dame de la Garde kannst du aber natürlich auch den Bus nehmen. Angenehmer ist es. Lohnen wird es sich ohnehin. Aus der Höhe ist der Blick über Stadt, Mittelmeer und Küste schlicht schwer zu übertreffen. Für ein wenig Ruhe bietet sich zudem ein Ausflug ins Viertel Edoume mit seinem kleinen Hafen an. Straßenkunst, schmale Gassen, Marseilles derzeit vielleicht angesagtestes Viertel findest du wiederum in Le Panier. Danach, am nächsten Tag, beginnt dein Roadtrip durch Südfrankreich endgültig.

Aussicht bei Calanques

Am besten startest du früh. So hast du genügend Zeit, um auf dem Weg Richtung Saint-Tropez auch den Nationalpark Calanques ausgiebig zu erkunden. Über 20 natürliche Buchten schneiden kleine Schneisen in die teils steile, raue Felslandschaft der Küste. Gefüllt sind sie mit kristallklarem Wasser. Eventuell siehst du sogar Delfine und Meeresschildkröten, zudem einige Pflanzen und Tiere, die in Frankreich nur rund um die Calanques vorkommen. Zur Erkundung gibt es diverse Wanderwege. Während der Sommermonate sind einige jedoch wegen Brandgefahr gesperrt. Erkundige dich daher vorher, ob deine geplante Tour auch zugänglich ist. Als Ausgangspunkt eignet sich Cassis, ein kleines Städtchen direkt am Strand, das offiziell als westlichster Punkt der Cote d’Azur gilt – auch wenn die Meinung dabei auseinander gehen. Interessanter sind für dich ohnehin die Restaurants mit Meerblick, die du für einen schnelles Mittagessen nutzt, ehe du Teil zwei deiner ersten Südfrankreich-Roadtrip-Etappe unter die Räder nimmst und gut zwei Stunden später Saint-Tropez erreichst.

Von Saint-Tropez zum Gorges du Verdon – 112 km | ca. 2 Stunden 15 Minuten

Dort nimmst du dir ein wenig Zeit. Für den beeindruckenden Yachthafen. Für den Glamour. Für die exklusiven Restaurants – und natürlich für die Strände. Besonders interessant ist dabei der Pampelonne Beach. Dass Saint-Tropez, auch bekannt als „Perle der Côte d’Azur“, gern von allerlei Prominenz besucht wird, weißt du. Reist sie dann an, entspannt die feine Gesellschaft gern an der Plage de Pampelonne. Selena Gomez. Leonardo diCaprio. George Clooney. Alle wurden sie bereits gesichtet. Natürlich nimmst du den Trubel mit. Ebenso gern brichst du danach jedoch Richtung Ruhe und Natur auf.

Schluchtmündung des Verdon

Dafür verlässt du die Côte d’Azur kurz, brichst auf ins Landesinnere der Provence. Allein wegen der Fahrt. Wo du während deines südfranzösischen Roadtrips eigentlich hauptsächlich über Küstenstraßen rollst, fährst du diesmal durch einsame Landschaften, über Bergpassagen – und erreichst zum Finale eines von Südfrankreichs beeindruckendsten Naturereignissen. Auf 25 Kilometern durchschneidet der Fluss Verdon bis zu 900 Meter hohe Felsen, schafft dabei den Gorges du Verdon, die größte Schlucht Europas, Spielplatz zum Wandern, Raften, Kayakfahren. Gemütlich kannst du es natürlich ebenfalls angehen. Dafür leihst du dir am Lac de Sainte Croix ein Tretboot und schipperst in die Schlucht hinein – und als wären endlos hohe Felsen nicht genug, plätschert das Wasser auch noch türkisblau an die rauen Wände. Ein Stück Karibik in Südfrankreich.

Vom Gorges du Verdon nach Cannes – 129 km | ca. 2 Stunden 10 Minuten

Sobald du bereit bist, tauschst du türkisfarbenes Wasser wieder gegen grauen Asphalt, lässt das Naturspektakel aber noch nicht ganz hinter dir. Serpentinen bringen dich weit noch oben, Aussichtspunkte eröffnen dir den Ausblick steil nach unten. Dein Roadtrip verliert an Geschwindigkeit, nimmt irgendwann dann doch wieder etwas Fahrt in Richtung Cannes auf. Wieder geht es durch die wunderschöne Landschaft der Provence. Diesmal fährst du allerdings den umgekehrten Weg, tauschst Natur gegen Trubel.

Panorama über die Altstadt von Cannes

Cannes wartet. Die berühmte Filmfestivalstadt führt dich nicht nur direkt zurück an die Côte d’Azur, sie ist auch dann einen Besuch wert, wenn der Mai längst vergangen oder noch nicht in Sicht ist; wenn die Filmwelt weitergezogen oder noch nicht angekommen ist. Stell das Auto ab, checke in einer der traumhaften Unterkünfte ein und spaziere beispielsweise durch Le Suquet, Cannes wunderschöne Altstadt mit ihren schmalen Gassen, der südfranzösischen Architektur, den Brasserien und Restaurants. Auch den Hafen mit all den Luxusyachten siehst du dir kurz an, streifst direkt am Wasser die Promenade Boulevard de la Croisette entlang. Ruhe findest du auf den vorgelagerten Inseln Ile St. Marguerite und Ile St. Honorat.

Von Cannes nach Nizza – 33 km | ca. 1 Stunde

Erreicht dein Roadtrip durch Südfrankreich die Côte d’Azur, findet der vielleicht ein wenig zu häufig zitierte Satz vom Weg, der ja eigentlich das Ziel ist, vielleicht doch noch zurück zu seinem Ursprung. Einerseits, weil du die schnellere Autobahn natürlich gegen schmale, gewundene Küstenstraßen tauschst. Andererseits, weil dich diese Küstenstraßen selten auf Meeresspiegelniveau entlang des tiefblauen Wassers führen, das die Täufer der Côte d’Azur einst zur Namensgebung inspirierte. Hoch geht es. Teilweise weit hoch. Dort ist der Blick besonders schön, eine Pause mehr als erwünscht. Besorg dir beim Bäcker beispielsweise frisches französisches Brot, im Supermarkt etwas Käse und such dir einen Ort für ein schnelles Picknick – natürlich nicht, ohne dabei die Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu vergessen.

Die Des Anglais Promenade von Nizza

Die gut 30 Kilometer von Cannes nach Nizza drängen ohnehin nicht zur Eile. Einmal in der größten Stadt der Côte d’Azur angekommen, nimmst du natürlich die Prachtstraße Des Anglais unter die Füße, blickst dabei immer wieder über das Mittelmeer. Vielleicht besuchst du auch den nahegelegenen Kieselstrand mit seinen Restaurants, Bars und Beach Clubs. Shoppen lässt es sich in Nizza natürlich ebenfalls. Edelboutiquen zählen zum Inventar, ebenso jedoch die kleinen, etwas weniger prätentiösen Läden der Altstadt. Pflicht ist zudem eine Fahrt mit dem Petit Train hinauf zum Colline du Château. Noch so ein traumhafter Blick über die Côte d’Azur. Zum Essen brauchst du dagegen nicht zwingend Meerblick. Häufig bieten Restaurants, die nicht direkt am Hafen liegen, besseren Fisch, bessere Austern, bessere französische Spezialitäten als Ihre Pendants an den Hotspots von Nizza. Wie lange du bleibst? Entscheide spontan und such dir einfach eines der Hotels in Nizza heraus. Deine Weiterfahrt kannst du so flexibel antreten.

Von Nizza nach Monaco – 20 km | ca. 1 Stunde

Langsam neigt sich dein Roadtrip durch Südfrankreich dem Ende entgegen. Allerdings nicht ohne letzten Höhepunkt. Einige Kilometer fährst du noch die Küste entlang, einen steilen Berg hinauf, der dich wenig später mitten hinein in einen Tunnel führt. Am Ende? Monaco. Monte Carlo. Fürstentum. Vielleicht exklusivster Ort der Côte d’Azur. Weiße Wolkenkratzer bauen einen Rahmen, werden nur von den Massiven im Hintergrund überragt. Gewissermaßen überblick die Natur all den Luxus, die Yachten, die Sportwagen, die Villen, den Glamour – und übertrifft all das deutlich. Bergmassive und tiefblaues Wasser machen Monaco erst zu dem, was ist – hätten ohne das besondere Flair andererseits aber vielleicht nicht dieselbe Wirkung.

Blick auf Monaco in der Abenddämmerung

Um die Stadt näher zu erkunden, besuchst du natürlich den Fürstenpalast, wirfst von außen einen Blick auf die Residenz der Familie Grimaldi. Dazu spazierst du vom Place de la Visitation durch die Gassen der kleinen Altstadt, schaust vielleicht im berühmten Casino vorbei, wo unter anderem Szenen für den James-Bond-Film „Golden Eye“ gedreht wurden. Auch Monacos exotischen Garten siehst du dir an. Zum Baden gehst du in Richtung Lavrotto Beach. Ein Sprung ins Wasser. Gönn dir dazu noch ein wenig Luxus in einer der zahlreichen exklusiven Unterkünfte in Monaco und lass dich ordentlich verwöhnen. Der passende Abschluss für deinen Roadtrip durch Südfrankreich entlang der Côte d’Azur.

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