Salzburg: So vielfältig wie eine Mozartkugel

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 3. Februar 2017 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

„Klar schon, die meisten Touristen kommen wegen dem Wolferl“. Doch seine Heimatstadt, sagt mein Begleiter Heinrich, sei mehr als nur der Geburtsort von Wolfgang Amadeus Mozart: „Salzburg ist eines der attraktivsten Reiseziele in Mitteleuropa.“

Das wird mir schon in den ersten Stunden des Stadtbummels bewusst, den ich ganz gemächlich im Cafe Tomaselli am Alten Markt beginne. Um 1700 gegründet, ist es das älteste betriebene Kaffeehaus Österreichs – und die Auswahl an Torten, Kuchen und Konfekt legendär. Mein kleines Frühstück besteht aus einem Einspänner – ein rabenschwarzer Mokka mit dicker Schlagsahnehaube – und einem Kipferl: Der mit Walnuss gefüllte Blätterteig mit Zucker-Rum-Glasur ist die Spezialität des Traditionscafes. So gestärkt geht es zum Mozarthaus. Und da heißt es erst mal Schlange stehen: Vor der gelb getünchten Fassade der Getreidegasse Nummer neun warten Russen, Chinesen und auch viele Deutsche geduldig auf Einlass. Sie alle wollen einen Blick auf die Perücken und die Schlafstube des größten Genies der Musikgeschichte werfen, der hier – am 27. Januar 1756 – das Licht der Welt erblickte.

Die Getreidegassse ist auch die historische Einkaufsstraße von Salzburg – also geht es gleich weiter zu einem Shoppingbummel durch die, 1996 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärte, Altstadt. Mehr als 800 Geschäfte warten hier. Viele hinter frühbarocker Fassade, an der reich verzierte schmiedeeiserne Zunftschilder hängen. Die Konditorei Fürst offeriert hier beispielsweise Spezialitäten wie die weltberühmten Mozartkugeln, während es in der Goldschmiedewerkstatt Anton Koppenwallner in der Klampferergasse feinstes Geschmeide zu akzeptablen Preisen gibt.

In der Altstadt nicht zu übersehen: Mozarts Geburtshaus
Die Getreidegasse ist die älteste Einkaufstraße Salzburgs
Die Aussicht von dem Festungsberg der Hohensalzburg
Das wunderschöne Schloss Leopoldskron am gleichnamigen Weiher
Der Ausblick auf den Salzburger Dom und die Festung Hohensalzburg

Auf dem Markt Salzburger Schranne vor der Andräkirche preisen an 163 Ständen Bauern und Handwerker aus der Umgebung ihre Waren an: Kunstgegenstände, ausgefallene Mitbringsel und natürlich auch landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Markt ist nicht nur bei Touristen beliebt. „Auch viele Küchenchefs“, berichtet Heinrich, „decken sich hier mit Lebensmitteln für ihre traditionellen Gerichte ein.“ Was die daraus machen, lässt sich in einen der unzähligen Restaurants der Mozartstadt genießen: Salzburger Nockerln, Reindlrostbraten und Leberknödel sind die Lokalmatadoren, die auf der Beliebtheitsskala von Reisenden wie Einheimischen oben stehen. Eigentlich ist die Region schon wegen ihrer Küche einen Besuch wert: Das Salzburger Land besitzt die größte Dichte haubengekrönter Spitzenrestaurants in ganz Österreich – und die Hauptstadt der Region macht da keine Ausnahme. Meine Empfehlung: Die blaue Gans. Im behutsam modernisierten Gasthaus von 1350 vermählt Haubenkoch Martin Bauernfeind die bäuerliche mit der K&K-Hofküche.

Nach dem Mittag – ich entschied mich für ein Wiener Schnitzel – steht der Festungsberg mit der Hohensalzburg auf dem Programm: Die pompöse Wehranlage ist mit 7000 Quadratmetern die größte vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas. Mich hat am meisten das Fürstenzimmer des Erzbischofs Leonhard von Keutschach beeindruckt: Gänzlich mit Holz ausgeschlagen, ist die 1498 errichtete Stube mit unzähligen goldenen Knöpfen, Ornamenten und detailreich geschnitzten Dekoren verziert.

Den Salzburg-Aufenthalt beschließen wir mit einer geführten Stadtbesichtigung der besonderen Art: Die vierstündige Tour „The Sound of Music“ führt zu den Drehorten des Welterfolges „Die Trapp-Familie“, in dem Ruth Leuwerik, Hans Holt und Josef Meinrad die Hauptrollen spielten. Geschätzte 1,2 Milliarden Menschen sahen den 1956 verfilmten Lebensweg der sangesfreudigen Trapp-Familie – und machten ihn zu einem der populärsten Filme aller Zeiten. Gedreht wurde an den schönsten Plätzen Salzburgs: Etwa im Mirabellenpark und Schloss Leopoldskron. Das Juwel aus dem 18. Jahrhundert wurde übrigens von einem Salzburger Erzbischoff errichtet, dessen Namen, wie Heinrich meint, „noch heute klingt wie kein zweiter“: Leopold Anton Eleutherius Freiherr von Firmian.

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