Trendziel plus Nostalgie: Budapest

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 16. Februar 2018 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Ob Rock in Ruinen, Pool-Party in der Therme oder höllisch scharfes Pfannen-Paprika: Ungarns Metropole bietet viel – und ist angesagt wie nie.

„Teschek“, „Bitte schön“, sagt die freundliche Bedienung und stellt mir Melange und Kirschstrudel auf das runde Marmortischchen. „Köszönöm“, „danke“, radebreche ich – und ernte ein freundliches Lächeln.

Ich sitze in der bezaubernden Biedermeiser-Kulisse des Cafés Ruszwurm im Budapester Burgviertel. Zwischen Kirschholzmöbeln, Kachelöfen und alten Kupferstichen wird im denkmalgeschützten Gebäude seit 1828 Kaffee und Kuchen serviert.

Das Ruszwurm ist eines von vielen historischen Cafés der ungarischen Hauptstadt, die allein einen Besuch rechtfertigen. Nirgendwo habe ich jemals solch faszinierende Kaffeehäuser gesehen: Die Räume ähneln Ballsälen mit überdimensionalen Schaufenstern. Marmor, aufwändige Wandverzierungen und beeindruckende Deckenbemalungen schmücken das geschichtsträchtige Café. Passend dazu, Kellner im Livree und goldener Krawatte.

Häuser wie das Gerbeaud, New Yorker oder Book Café waren der Treffpunkt von Literaten, Künstlern und Revolutionären: Vom Café Pilvax ausgehend verbreitet sich am 14. März 1884 beispielsweise die Nachricht von der Revolution in Wien. Am nächsten Morgen trug der junge Dichter Sándor Petöfi hier sein Manifest vor: „Auf Magyaren, die Heimat ruft!“. Der Startschuss des ungarischen Freiheitskampfes.

Nach Kirschstrudel und Melange ist Zeit für Kultur – und auch hier ist das Ruszwurm der ideale Ausgangspunkt: das Café liegt inmitten des Burgviertels. Der historische Budaer Stadtkern – erbaut auf einem etwa 170 Meter hohen Hügel am Donauufer – war einst Sitz der ungarischen Könige und Adeligen.

Unzählige Barockgebäude prägen das Bild des autofreien Viertels. Ich lasse mich einfach treiben. Durch die kopfsteinbepflasterten Gassen und Straßen, die mich irgendwann zur Matthiaskirche führen: Die Krönungsstätte von Franz und Sisi gehört mit ihren Schatzkammern und Reliquiensammlungen zum Unesco-Weltkulturerbe.

Von dort ist es nicht weit bis zur Fischerbastei mit ihren konischen Türmchen und Zinnen. Im Mittelalter oblag es der Fischergilde von hier, anstürmende Feinde abzuwehren. Heute ist das neoromanische Bauwerk ein Touristenmagnet. Nirgendwo hat man einen besseren Blick auf die Donau und das dahinterliegende Pest. Besonders schön bei Nacht, wenn die Donaubrücken im Licht erstrahlen.

Am Nachmittag steht bei mir Shoppen auf dem Plan – dafür ist die Vací Uca in Budapest die erste Adresse. Auf der verkehrsberuhigten Einkaufsstraße drängeln sich zahlreiche Stores von internationalen Modemarken. In den Seitenstraßen findet man viele, teilweise traditionelle kleine Geschäfte. Nicht weit von hier entfernt: Die Große Markthalle nahe der Freiheitsbrücke.

Hier gibt es alles, was das ländliche Ungarn zu bieten hat – von der Salami über Palinka-Schnaps bis hin zur Paprika. Und im kleinen SB-Restaurant im ersten Stock wird köstliches, meist höllisch scharfes Lecsó serviert: Ein Pfannengericht aus Paprika, Tomaten und Zwiebel, dem – je nach Geschmack – Speck, Eier, Graupen oder Reis hinzugefügt werden kann.

Einen Spaziergang an der malerischen Uferpromenade sollte sich kein Besucher der ungarischen Hauptstadt entgehen lassen. Abends ist der Ausblick auf die wunderschön beleuchteten Budapester Brücken besonders beeindruckend.
Das Café Gerbeaud ist eines von vielen faszinierenden Kaffehäusern der Budapester Innenstadt und gehört zu den bekanntesten Cafés Europas.
Wer Budapest besucht darf sich die lokale Küche auf keinen Fall entgehen lassen. Das köstliche und etwas pikantere Pfannengericht Lecsó gilt als absolute Spezilität der ungarischen Küche.
Im historischen Burgviertel der Stadt erwartet euch ein absoluter Touristenmagnet, die Fischerbastei. Es gibt keinen besseren Ort, um einen atemberaubenden Ausblick über die Dächer von Budapest zu genießen.

So gestärkt bin ich bereit für das legendäre Budapester Nachtleben: Im Künstler-Viertel rund um den Oktogon Platz erwarten mich zahlreiche sehenswerte Theater und Cafés. Am Liszt Ferenc Tér reihen sich Kneipen, Clubs und Szene-Bistros aneinander.

Ich gehe rüber ins jüdische Viertel. Entlang des Großen Rings wurden in mehreren abrissreifen Häusern so genannte „Ruinenkneipen“ eingerichtet. Hier wird zum Selbstkostenpreis Bier ausgeschenkt, rockige Musik ertönt und manchmal flimmern sogar Filme über mobile Leinwände. Besonders viel los ist rund um das Szimpla Kert, eine gefragte Ruinenkneipe der ersten Stunde.

Einzigartig ist auch die Poolparty im Rudas am Döbrentei-Platz. Jeden Samstag wird aus der altehrwürdigen Therme ein Spaßbad. Badehose, Bikini und Flip-Flops sind der Dresscode dieser außergewöhnlichen Location, in der zum chilligen Club-Sound Stroboskop-Lichter durch den achteckigen Kuppelbau zucken. Wilde Partynächte finden hier kaum vor vier Uhr morgens ein Ende.

 

 

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