Wanderparadies Zypern: Auf den Spuren von Aphrodite

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 7. September 2017 | Aus der Nähe | Keine Kommentare

Romantische Dörfer, schroffe Gebirgsketten und riesige Zedernwälder: Zypern – Europas südöstlichste Ecke ist das perfekte Reiseziel für Naturliebhaber sowie kulinarisch und historisch Interessierte. Neben den klassischen Urlaubsorten Limassol und Paphos bietet Zypern über 40 gut gepflegte Wanderwege und Naturlehrpfade. Wer einmal eine Pause braucht, kann sich mit den köstlichen zypriotischen Spezialitäten der Insel stärken – eine kulturelle Reise in jeder Hinsicht.

Von zypriotischen Spezialitäten und Zedernwälder

Gregorio schneidet ein Stück Loukanika ab und spießt es mit dem Messer auf. Behutsam tunkt er die rot-weiß gemaserte Wurst in den Blechbecher mit hochprozentigen Zivania und zündet sie mit seinem Zippo-Feuerzeug an. Dann reicht mir der Wanderführer das Messer und ein Stück Weißbrot: „Die Wurst hat mein Vater gemacht“, erklärt er, „Iss!“.

Der 43-Jährige ist Wanderführer auf Zypern und die Wegzehrung, die er mir anbietet, eine echte Inselspezialität: Eine grobe Mettwurst vom Schwein, die traditionell mit einem Tresterbrand, dem Zivania, gegessen wird. „Das Fleisch gibt Kraft und der Schnaps wärmt“, weiß Gregorio – denn wenn auch am südöstlichsten Zipfel von Europa eigentlich das ganze Jahr angenehme Temperaturen herrschen, kann es auf dem Tripylos-Gipfel in 1362 Metern Höhe recht kühl werden.

Zypern gilt bei Urlaubern als Wanderparadies für historisch Interessierte.
Die unebenen Steinwege eines typisch zypriotischen Bergdorfes.
Vom Südosten bis zum Nordwesten auf den Spuren der Liebesgöttin Aphrodite.
Wanderrouten entlang uriger Dörfer, Weinkellereien oder Jahrhunderte alte Klöster.

Von dort genießen wir – nach einem dreistündigen Marsch – einen wunderbaren Ausblick auf das Tal der Zedern bis zum schneebedeckten Olymp. „Die Bäume sind mehr als 100 Jahre alt“, weiß Gregorio. Briten pflanzten sie in den dreißiger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, nachdem die mächtigen Zedernwälder lange Zeit davor in der Antike dem Schiffs- und Hausbau zum Opfer gefallen waren.

Zudem gilt die Insel als wahres Wanderparadies. Vom Kap Greco im Südosten bis zur Akamas-Halbinsel im Nordwesten erstrecken sich Wanderrouten, die mal auf den Spuren der Liebesgöttin Aphrodite wandeln, Jahrhunderte alten Eselspfaden folgen oder zu kühlenden Wasserfällen führen. Eine teils noch unberührte Landschaft aus Küste, Wald- und Bergwelt sorgt dabei mit ihrer beeindruckenden Flora und Fauna für viel Abwechslung. Dazwischen immer wieder: Urige Bergbauerndörfer, moderne Weinkellereien oder Jahrhunderte alte Klöster und Basiliken.

Zypern: Historische Bauten und Wallfahrtsorte

Besonders die Scheunendachkirchen der Troodoos-Region mit ihren hölzernen Satteldächern seien sehenswert, erklärt mir mein Guide und verspricht für morgen einen Besuch der Kirche Panagia tou Araká in Lagouderá – rund zwölf Kilometer nördlich von Agros, Gregorios Heimatdorf, gelegen.

Das Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert gehört – wie zehn weitere auch – zum Unesco-Weltkulturerbe: Von außen unscheinbar, aber im Inneren über und über mit Fresken ausstaffiert. Meist gut erhalten zeigen sie – ganz in byzantinischer Tradition – Christus als Weltenherrscher, die Kreuzigung und die Himmelfahrt.

Die Scheunendachkirchen der Troodos-Region sehen von außen oft unscheinbar aus - im Inneren staunen Besucher dagegen über unzählige Fresken.
Eine Besichtung der prächtigen Klöster und Basiliken der Insel darf während dem Zypern-Urlaub keinesfalls fehlen.

Zu den berühmtesten Köstern zählen das Kykkos-Kloster, das Kloster Agios Neophytos und das Kloster Apostolos Andreas.

Dann rammt Gregorio mir plötzlich den Ellbogen in die Seite – und deutet mit dem Finger nach oben. „Ein Kaiseradler“, strahlt er, „äußerst selten zu sehen.“ Majestätisch kreist der Vogel minutenlang über den Abgrund. Am wolkenlosen Himmel trägt ihn die Thermik ein Stück hoch und lässt ihn wieder einige Meter tief fallen. Wie schwerelos schwebt er beobachtend auf der Stelle – dann stürzt er sich pfeilschnell in die Tiefe.

„Wahrscheinlich hat er einen Hasen gesehen oder gar ein Mufflon, unser Wappentier“, vermutet Gregorio, der zum Aufbruch mahnt. Am Nachmittag wollen wir im Kloster Kykkos Michael Agathokleous treffen. Der Mönch widmet sich in der prächtigen Anlage, die wegen ihrer wundertätigen Marienikone ein bekannter Wallfahrtsort auf Zypern ist, vor allem weltlichen Genüssen. „Michael brennt den besten Zivania der Insel“, weiß Gregorio, „und ich muss dringend meine Vorräte auffüllen.“

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