Winter Wonderland in Wien - M├Ąrkte, Musik und Museen

von Reiseblog-Redaktion | mehr Artikel von | 5. Dezember 2018 | Aus der N├Ąhe | Keine Kommentare

Die Beine wollen einfach nicht wie ich: Geh ich mit dem rechten nach vorn, will das linke zur├╝ck, mache ich einen Schritt nach links, rutscht mir das Standbein nach rechts. Aus dem unfreiwilligen Spagat muss mich Kerstin befreien. Mit drei kraftvollen Schw├╝ngen kommt sie angesaust und bremst mit den Kufen geschickt ab. M├╝hsam versuche ich mich an ihrer gereichten Hand aufzurichten.

ÔÇ×Das wird heuer wohl nichts mehrÔÇť, sagt meine Schwester mit mitleidsvollem Blick, w├Ąhrend sie mich von der Eisfl├Ąche f├╝hrt. ÔÇ×Komm lass uns einen Gl├╝hwein trinkenÔÇť. Wir sind am Christkindelmarkt am Rathausplatz in Wien – einer von rund 30 Weihnachtsm├Ąrkten vor historischer Kulisse der ├Âsterreichischen Hauptstadt. Kerstin wollte eigentlich auf der rund 3000 Quadratmeter gro├čen Eisfl├Ąche ein paar Runden mit mir drehen. ÔÇ×Bewegung wird dir gut tun, SchwesterherzÔÇť. Doch meine Beine zieht es wohl eher zu einer der vielen Genussst├Ąnde. Unter den mit mehr als 1000 Lampen mystisch angestrahlten Platanen warten sie auf Besucher.

Gl├╝hwein, Apfelpunsch und Rasuchgoldengel

Seit 1975 kommen jedes Jahr an die drei Millionen Besucher zu den rund 150 festlich geschm├╝ckten H├╝tten, an denen gl├Ąnzende Christbaumkugeln und Rauschgoldengel, gebrannte Maronen und duftende Lebkuchen, w├╝rziger Gl├╝hwein oder Apfelpunsch angeboten werden. Neben der Eisbahn – dessen Fl├Ąche nach Weihnachten, wenn die St├Ąnde abgebaut sind, verdoppelt wird – sorgen Ch├Âre, Turmbl├Ąser und der staatliche, rund 20 Meter hohe Christbaum f├╝r Weihnachtsfeeling.

Nach Gl├╝hwein und Kaiserschmarrn muss doch noch Bewegung sein, aber nicht auf dem Eis. Sondern entlang des ÔÇ×sch├Ânsten Boulevards der WeltÔÇť, der Ringstra├če. Auf der 5,3 Kilometer Stra├če, die als st├Ądtebauliches Gesamtkunstwerk zum Unesco-Weltkulturerbe z├Ąhlt, reihen sich die St├Ątten der Hochkultur wie Perlen an der Schnur. Das Theater an der Wien, wo Johann Strauss 1885 seinen Zigeunerbaron urauff├╝hrte – oder die Wiener Staatsoper, an der Mozart seine Erfolge feierte und die im Winter Schauplatz des ber├╝hmten Wiener Opernballs ist.

Auch eine Reihe bedeutender Museen gibt es an Burg-, Opern- oder K├Ąrntner Ring. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn es drau├čen ungem├╝tlich wird, kann man hier den ganzen Tag verbringen.

Bruegel, Klimt und Thonet

Das Naturhistorische Museum geh├Ârt mit seinen rund 30 Millionen Exponaten zu den Besten der Welt. Wenig sp├Ąter bestaunen wir darin die Venus von Willendorf, eine fast 30 000 Jahre alte Statue. Im Kunsthistorischen Museum l├Ąuft – noch bis Ende Januar 2019 – die gro├če Bruegel-Ausstellung mit mehr als 100 Exponaten. Und das Museum f├╝r angewandte Kunst f├╝hrt mit einer Reihe Exponaten wie den Bugholzm├Âbeln des ber├╝hmten Tischlers Michael Thonet oder dem blattvergoldete Entwurf Gustav Klimts f├╝r den Fries des Palais Stoclet in Br├╝ssel (ÔÇ×Ein Highlight des JugendstilsÔÇť) in das Wien um 1900.

Ein Kulturgut ersten Ranges sind in Wien die Kaffeeh├Ąuser. Rund 1100 gibt es in der Hauptstadt, dazu 1000 Espresso-Bars und mehr als 200 Konditoreien. W├Ąhrend es drau├čen jetzt ungem├╝tlich wird, sitzen wir beim Hoflieferanten Sacher und w├Ąrmen uns an einer Tasse hei├čer Melange und – was sonst – einer Original Sachertorte.

Piece of chocolate cake with almond coffee in Demel cafe, Vienna, Austria

 

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