An der Nordseeküste

von Daniel Birkenbach | mehr Artikel von | 29. September 2015 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Warum immer in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch so nah und noch dazu im eigenen Land liegt.

So entschieden wir uns dieses Jahr, unseren Sommerurlaub an der Deutschen Nordseeküste zu verbringen. Sanfte grüne Landschaften, von Schafen bevölkerte Deiche, moderne Hafenstädte, das weltbekannte Wattenmeer und frisches maritimes Flair waren die Dinge, die wir uns unter einem Nordseeurlaub vorstellten und tatsächlich waren dies und einige weitere Eindrücke die Facetten, die den Urlaub ausmachten.

Schloss Nordsee

Ende August haben wir uns mit dem Auto auf die Reise vom beschaulichen Saarland, mit Zwischenhalt in der Lüneburger Heide (definitiv auch eine Reise wert), an die Deutsche Nordseeküste gemacht. Da sich der Sommer so langsam dem Ende zuneigte und man sowieso in diesen Gefilden ständig mit fast jeder Wetterlage rechnen muss, haben wir an Kleidern so ziemlich alles eingepackt, was die heimische Garderobe hergibt. Schon auf der zweistündigen Fahrt von der Lüneburger Heide zur Halbinsel Butjadingen bekam man nach und nach einen sehr schönen Eindruck vom flachen und so nach Gemütlichkeit schreienden Landschaftsbild dieser Gegend. Saftig grüne Weiden mit unzähligen alten Bauernhöfen, kleine Dörfer, mit Reetdächern bedeckte Häuschen, Windmühlen und natürlich auch das frische, gesunde Reizklima, für das die Nordsee so bekannt ist. Wir lagen also mit unseren Vorstellungen gar nicht so daneben.

Reetdach Nordsee

Da wir möglichst individuell am Urlaubsort unterwegs sein wollten, entschieden wir uns dieses Mal für ein Ferienhaus, und da das maritime Wetter, gerade auch zu dieser Jahreszeit, schnell umschlagen kann und wir dann nicht im Feriendomizil „festsitzen“ wollten, fiel unsere Wahl auf den Center Parcs Nordseeküste. Diese Ferienanlage, die sich in ein großes Hotelgebäude und viele einzelne Ferienhäuser unterteilt, liegt im kleinen Urlaubsort Tossens und somit direkt am UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Schon kurz nach unserer Ankunft und einem kurzen Blick in die Parkbroschüre wurde uns klar, dass die Möglichkeiten der Urlaubs- bzw. Freizeitgestaltung sowohl im Park selbst, als auch im Ort Tossens und in der Umgebung schier endlos sind.

Der Center Parc selbst, der entlang der Hauptpromenade nur etwa zehn Gehminuten vom Wattenmeer zurückversetzt liegt, bietet schon so ziemlich alles, was man im (Familien-) Urlaub so braucht. Angefangen beim modernen Marketdome neben der Rezeption, der neben einem schön angelegten Restaurantbereich auch eine Spielecke für Kinder und ein gut bestücktes Souvenir- und Wassersportgeschäft beherbergt, über das direkt an die Rezeption anschließende Aqua Mundo (das Center Parc-eigene Spaßbad), das sich über mehrere Etagen mit verschiedenen Schwimmbecken, Rutschen für jede Altersstufe, Wellenbad, Wasserstrudel, Außenbecken uvm. erstreckt, bis zum 24 Stunden Shop, der rund um die Uhr das Nötigste für den gelungenen Urlaub im Center Parc bereithält.

Da wir ja im Spätsommer unterwegs waren und der Tag öfters schon etwas diesig und kühl begann, nutzten wir gerade morgens das Aqua Mundo mit unserem kleinen Sohn sehr häufig. Dort konnten wir nach Herzenslust schwimmen, rutschen und einfach mit dem Kleinen herumtoben, während der Tag ins schöne Wetter hinein fand.

Schafe Nordsee

Als kleiner Tipp rate ich, das Spaßbad schon morgens zu besuchen. Dann ist es noch sehr ruhig und wenig besucht. So kann man mal in aller Ruhe das ganze Angebot dieser Anlage auskosten. Gegen Mittag wird es, gerade auch bei schlechter Wetterlage, doch schon etwas voll.

Gleich neben dem Eingangsbereich zum Hotelbebäude schließt sich eine Minigolfanlage im Stil eines Piratennests an. Gerade für Familien oder mit Freunden ist dabei jede Menge Spaß geboten.

Geht man weiter die Hauptpromenade in Richtung Deich und Wattenmeer entlang stößt man auf einen Fahrradverleih. Dieser ist überaus gut bestückt und bietet neben dem herkömmlichen Drahtesel auch Tandems, Gokarts, Buggys und Pedalbetriebene Kutschen für die ganze Familie an. Ein Angebot das auch wir zu schätzen wussten und nur allzu gerne in Anspruch nahmen. Selbstverständlich ist entlang der Promenade auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Ob Nordseegarnelen und Kabeljaufilet im Küstenrestaurant, ein frisches Backfischbrötchen vom Imbiss, oder einfach eine leckere Pizza vom Italiener – es ist für jeden Gaumen etwas dabei. Sicherlich ein Höhepunkt ist das Restaurant „Luzifer“, das oben auf dem Deich liegt und von dessen Außenterrasse man beim Essen einen spektakulären Blick auf das Wattenmeer und das gegenüberliegende Wilhelmshaven genießen kann.

Natürlich wollten wir in unserem Nordseeurlaub auch das eigentliche Highlight der Gegend, das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer nicht verpassen. So schlenderten wir mittags, nach dem Essen entlang der Promenade, über den Deich zu dieser Naturattraktion. Und es ist tatsächlich eine Attraktion. Das Zusammenspiel der Gezeiten, die stete frische Brise, bei Flut ein Paradies für Wasserratten und Surfer und bei Ebbe eine scheinbar endlose Wüste aus Schlick, Prielen und Ansammlungen der verschiedensten Arten von Muscheln, Krebsen und anderen Meeresbodenbewohnern machen diesen Teil von Deutschland zu etwas ganz Besonderem. Die Ausprägung der Gezeiten ist hier wirklich gewaltig. Bei Flut reicht das Wasser schon relativ nah an den Gehweg, der sich hier entlang der Küste erstreckt, und bei Ebbe geht das Meer tatsächlich kilometerweit zurück. Dieser Umstand macht es dann auch möglich eine der bekannten Wattwanderungen zu unternehmen, was wir natürlich auch ausprobiert haben. In kleinen Gruppen geht es auf einen ca. zweistündigen Spaziergang über den freiliegenden Meeresboden. Immer dabei ein Wanderführer bzw. Wanderführerin. Diese sind hierbei unerlässlich, da die Flut, wenn sie einsetzt, doch sehr schnell und vor allem stark hereinkommt und es somit im Alleingang, je nachdem wie weit man draußen ist, ja bekanntlich zu sehr gefährlichen Situationen kommen kann.

Die Wattwanderung kann ich wirklich als eines unserer schönsten Urlaubserlebnisse aufzählen. Wir sind mit unserer Wanderführerin ein gutes Stück ins Watt hinein gelaufen und sie hat uns jede Menge zum Weltnaturerbe erzählt, uns Wattwürmer, Krabben und Muscheln gezeigt, die sich innerhalb weniger Sekunden, vor unseren Augen wieder selbst eingegraben haben. Ein wahrlich toller Ausflug.

Tschu Tschu Bahn

Ebenfalls eine tolle Tour, zu der man hier in Tossens starten kann ist eine Fahrt in der „Tschu Tschu Bahn“. Dieser nostalgische Bimmelzug fährt von Tossens aus nach Fedderwardersiel und Burhave. Wir haben uns für die erste der zwei möglichen Stationen entschieden – Fedderwardersiel. Dieser kleine urige Fischerort hat für mich ein ganz besonderes Flair. Von hier aus fahren die kleinen Kutter los und gehen auf Krabbenfang. Dementsprechend kann man hier fangfrische Nordseekrabben in Hülle und Fülle kaufen. Rund um den kleinen Hafen gruppieren sich ein paar Souvenirläden, ein Cafe und Restaurants, in die man nach einem ausgiebigen Spaziergang entlang der Uferpromenade einkehren kann. Die Uferpromenade führt vom Kutterhafen aus direkt in Richtung Yachthafen, mit einem schönen Blick auf die offene Nordsee und das kilometerweit entfernte Bremerhaven, mit seinem riesigen Containerhafen und der modern anmutenden Stadtkulisse. Auch für Tierliebhaber hält dieser Ort ein wahres Highlight bereit. Man kann von hier aus mit dem Schiff zu einer der größten Seehundbänke an der gesamten Nordseeküste fahren. Ein Anblick, den man bestimmt nicht so schnell wieder vergisst.

Kutterhafen Fischer

Der oben erwähnte Anblick der Hafenstadt Bremerhaven hat uns zu einem weiteren Ausflug angespornt. So fuhren wir an einem Tag mit der Fähre von Nordenham (ca. 30 Minuten Autofahrt von unserem Urlaubsort Tossens) nach Bremerhaven, eine der größten europäischen Hafenstädte. Schon bei der Einfahrt sahen wir die großen Containerschiffe und die kleinen Schlepperschiffe, die geschäftig durchs Hafenbecken fuhren, die unzähligen Hafenkräne und die futuristischen Gebäude des Hotels „Atlantic Sail City“ und des Klimahauses Bremerhaven. Das Klimahaus ist eine ganz besondere Attraktion in Bremerhaven und beschäftigt sich, wie der Name schon vermuten lässt, mit dem Thema Klima. Hier durchlaufen die Besucher die verschiedenen und sehr authentisch nachgestellten Klimazonen entlang des 8. Längengrades. Sicherlich eine der faszinierendsten Möglichkeiten, etwas über unsere Erde oder zumindest die klimatischen Verhältnisse in Teilen davon zu erfahren.

Nordsee

Hafen Nordsee

Wir entschieden uns, eine Bootstour durch das große Hafenbecken, vorbei an den riesigen Containerschiffen zu unternehmen. Während dieser ca. zweistündigen Fahrt erfuhren wir viel Interessantes über den Tidehafen Bremerhaven, die Schiffe die ihn das ganze Jahr über ansteuern und die, wenn man mal an ihnen nah vorbeifährt, wirklich durch ihre spektakuläre Größe imponieren. Ein wirklich sehr empfehlenswerter Ausflug, der einem mal die Wichtigkeit und die kaum fassbaren Dimensionen dieses Hafenbetriebs näher- bringt und auch unserem Sohn die Augen größer werden ließ. Anschließend erkundeten wir die Stadt zu Fuß, vorbei am Deutschen Schifffahrtsmuseum, über den Marktplatz mit dem Bürgermeister-Smidt-Denkmal und an der großen Bürgermeister-Smidt-Kirche vorbei. Bremerhaven – eine der größten europäischen Hafenstädte, die nicht nur durch ihren Hafen punkten kann.

Johann Smidt Denkmal

Im Laufe des Urlaubs haben wir noch weitere kleinere Ausflüge unternommen. Die Möglichkeiten und die Auswahl zwischen den Freizeitaktivitäten und den verschiedenen Zielen in der Umgebung, allein um die Halbinsel Butjadingen, sind so vielseitig und sehenswert, dass zwei Wochen wirklich wie im Flug vergehen. Man muss also nicht immer ins Flugzeug steigen um ein Stück von der weiten Welt zu sehen.

Nordseeküste

 
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