“Attention – Elk Crossing”

von Andrea Dalstein | mehr Artikel von | 8. Juli 2016 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

…stand auf dem Straßenschild 😀 Ganz genau, da schleichen Elche über die Fahrbahn. Dieses Straßenschild hat uns mehr als amüsiert, war auch der Elch sehr lustig dargestellt. Und keine 300m weiter stand sie da auch schon, die Horde “Elks”.

Aber zurück zum Anfang: 

Skiing in den Rockies – der Gedanke lässt jedes Skifahrer-Herz  höher schlagen. Sensationeller Pulverschnee, grenzenloses Skivergnügen, ultimatives Skifahrerlebnis: genau DAS wollten wir mal ausprobieren, von der Ostküste, wo wir uns gerade befinden, ist es gar nicht soooo weit ins Elch-Land. Der Packaufwand erscheint hoch. Jeder von euch, der mal Skiklamotten inklusive kompletter Ausrüstung für 4 Personen in einem Auto plus Skiträger verstaut hat, weiß, wovon ich rede. This is not fun! Noch weniger fun ist es, wenn das alles ordentlich gepackt in einen Flieger soll. Wir gingen mit 4 prallen Koffern, einem Trolley, einer Computertasche, einem Rucksack UND 2 Ski-Bags (mit je 2 kompletten Fahrausrüstungen) auf Reise. Beim X5 handelt es sich, wie ihr wisst, um einen etwa mittelgroßen Wagen, für den der Transport von 9 Gepäckstücken und 4 Insassen quasi eine Kleinigkeit war. Gerangel am Check-In bei Air Canada. Im Flieger von Newark nach Calgary sind genauso viele Menschen wie Ski-Bags an Bord 😀

Rocky Mountains

4,5h Flug und große Neugier beim Landeanflug auf Calgary. Hatte ich mir ganz anders vorgestellt, liegt irgendwie mitten in der Prärie, grenzenlose Weite, hinten weiße Berge, auf einmal ist es da, aber nur flache Häuser im Bungalow-Stil, das höchste Gebäude weit und breit ist der Tower. Aaaha… Das ist also Calgary? Neben Elchen, Bisons und Bären gibt es in Canada glücklicherweise auch große Autos. Nachdem unsere 9 Teile wieder ordentlich verstaut waren, hatten wir den ersten Termin an der Piste.

Die Piste ist in dem Fall die zweitlängste Nordamerikas. Sie muss wegen der Höhenlage und niedrigem Luftdruck so lang sein., sonst würden sie nicht vom Boden kommen. Die Rede ist nicht von der zweitlängsten Skipiste – wir sind wirklich schnell und zackig organisiert, aber so schnell sind wir nun auch wieder nicht – nein, hier geht es um die neue Runway des Flughafens Calgary. Der wiederum wird seit mehr als 4 Jahren umgebaut und erweitert und bekommt gerade eine zweite Start- und Landebahn.

Rocky Mountains

Nun aber machen wir uns nun gedanklich auf den Weg nach Banff, um endlich “auf” die Piste zu gelangen. Man hat sie schon beim Landeanflug gesehen, da in der Ferne: die Berge, die Rockies. So berühmt, viel  beredet, sehr bedeutsam. Die Alpen sind wirklich auch tolle Hügel und ich bin ein Austria-Berg-Kind. Aber – hallo? Das da hinten sind die Rockies!  Auf einmal erheben sie sich wie fast aus dem Nichts, erheben sich sehr hoch und wie sie so aneinander gereit dort stehen, formieren sie sich zu einer imposanten Bergkette.

Wir verlassen den Flughafenbereich und kurven durch die Bungalows Richtung Highway, Richtung Berge, Richtung Banff. Plötzlich – Kulisse links: Überraschend gibt es sie doch: Die Skyline Calgary’s. Fein zusammen gruppiert stehen da ein paar schicke Tower, rechts nix und links davon nix, erinnert fast ein bisschen an Vegas, das ebenso plötzlich einfach “da” ist, wenn auch ringsherum von wüstenähnlicher Landschaft umgeben. Wir erreichen Banff, das im Banff National Park liegt, nach 1,5h Fahrt. Traumhafte Landschaft, so eine Art Hochplateau, von dem aus die Berge in bizarrsten Formen Richtung Himmel ragen. Wunderschön. Sehr heimelig ist Banff, ein kleines Städtchen mit urigen Lodges, leckeren Restaurants und traditionsreichen Geschäften. An dieser Stelle mein Hoteltipp: das Fox Hotel in Baff.

So weit, so gut, die Spannung steigt! Banff “bedient” 3 Skigebiete: Norquay, Sunshine Village und Lake Louise. Die beiden letzteren sind nicht zuletzt durch ihre Weltcup-Abfahrten in deutschen Fernsehstuben und sicher auch beim ein oder anderen unter Euch bekannt. Sunshine hat 130 Abfahrten?! Unmöglich. Ein Blick auf den Pistenplan führt zu Verwirrung. Wie Spaghetti-Salat ziehen sich Pisten durch ein endloses Areal, Verwunderung beim Blick auf den Liftplan… Nicht einmal 10 (nämlich genau 9!) Lifte bedienen diese Prärie. Prärie ist das richtige Wort, denn nur 8 von 130 Abfahrten sind gewalzt! Jaaaa, genau, hier ist offroad angesagt, und zwar vom Allerfeinsten. Der Schnee ist ein Traum, Schneekanonen gibt es nicht, so fluffig waren wir schon Jahre nicht mehr unterwegs – und das bei einer aktuellen Schneehöhe von 1,80m. Fantastisch. Tiefschneepisten und Pistenvielfalt sind unendlich, aber gut – da waren auch klasse Marketing-Leute am Werk. “130 Abfahrten”, das klingt toll. Ist es auch und zugegeben, es gibt da traumhafte Bedingungen und tatsächlich endlose Pistenvielfalt, ABER:  4 quasi nebeneinander liegende Pisten, die durch jeweils nur 3 Bäume getrennt sind, werden hier zu (in Worten) “vier” Pisten, wo ich mit europäisch-alpinistischem Sachverstand einfach mal erwähnen muss, das wir daraus “eine” gemacht hätten. Aber gut. Gigantisch ist es allemal und noch nie zuvor hatten wir so viel Abfahrt-Vielfalt. Doch: Ernüchternde Lifttechnologie und Zeitreise in die späten 60-er-Jahre: Immerhin, man kennt Sessellifte, aber diese verfügen weder über Fussrasten, noch über wärmende Sitzpolster oder schützende Abdeck-Hauben. Klasse. Die Jungs hatten sowas noch nie gesehen. Na gut…tue dem grad ein wenig Unrecht 😉 – es gibt eine Gondelbahn und 1 Lift der “Alpen-Standard” hat. Ebenso gigantisch ist Lake Louise, mit noch mehr und vor allem längeren Abfahrten, auch mehr Liften, dort wiederum sogar einer aus den 50-er-Jahren dabei. Wie auch immer: Wir sind gefahren, gefahren, gefahren und haben uns mehr als ausgetobt. Und – anders als beim Skiing an der amerikanischen Ostküste – findet man in Kanada durchaus auch ein bisschen Hüttengaudi  – Check.

Heli-Skiing in den Rockies bleibt für Teile der Familie zunächst weiterhin nur ein Traum. Durchaus easy dort zu haben, ABER ein Tag Heli-Skiing kostet pro Person $1200. Ganz richtig, das habt ihr super überschlagen. Wir wären zu Viert mit knapp 5 Riesen für den Tag dabei gewesen. Gut – der Heli hat sicher Sitzheizung und man kann die Füße bequem unterbringen, doch haben wir beschlossen, dieses Projekt nochmal aufzuschieben.

Rockey Mountains

Kurz noch zur Kulinarik: In einschlägigen Restaurants findet sich durchaus ein Bison-Burger und Elch-Schnitzel auf der Speisekarte. Wir haben kultiviert gute französisch und europäisch angehauchte Küche genossen und Bison wie auch Elch nur “auf” Straßenschild und “an” Straßenrand  – nicht aber “auf” Teller bewundert. Somit bin ich grad am Anfang der Geschichte angelangt und kann glaube ich schließen…

Nein – eins noch: Bleibt abschließend zu erwähnen, dass sich die längste Piste Nordamerikas, also Start- und Landebahn, in Denver befindet. Wisst ihr das auch?

 
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