Auf den Spuren von Rübezahl- Besuch im Riesengebirge

von Kerstin Göpfert-Lohse | mehr Artikel von | 25. Juli 2016 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Auf dem Weg zur Schneekoppe (1.602 m) im Riesengebirge

Das Riesengebirge ist das höchste Gebirge Tschechiens und ca. 100 m höher als der Schwarzwald. Es befindet sich an der Grenze zu Polen. Die höchste Erhebung, die Schneekoppe, ist 1.602m hoch.  Bekannt ist es für seine Skigebiete, aber auch als Wanderparadies. Bereits Goethe hat im 19. Jahrhundert die Schneekoppe bestiegen, und das wollten wir nun auch. Und als „Elbanlieger“ stand die Elbquelle auf dem Plan.

Mal sehen, ob uns der Berggeist Rübezahl, der Herr der Berge, begegnet. In Sagen und Märchen wird er als gerecht und hilfsbereit, aber auch als launisch und arglistig beschrieben. Er erscheint oft unerwartet und  kann in verschiedenen Gestalten auftreten.

Rübezahl?

Rübezahl?

Nach nur ca 200 km und 3 Stunden Autofahrt erreichten wir Spindlermühlen, einen der bekanntesten Urlaub- und Wintersportorte des Riesengebirges. Die Fahrt an einem spätsommerlichen Septembertag führte durch die Oberlausitz, wo man zahlreiche Umgebindehäuser bestaunen kann, vorbei am 1.012 m hohen Jeschken und durch idyllische Flusstäler am Fuße des Riesengebirges entlang.

Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen hatten, spazierten wir ins ca. 2 km entfernte Ortszentrum. Die Elbe schäumt als weißer Gebirgsfluss durch den Ort. Zahlreiche Cafes und Kneipen laden ein.

Es  gibt einen Aquapark mit 3 Rutschen, mehreren Pools, Sauna und Dampfbad. Der Aquapark hält auch bei regnerischem Wetter die Kinder bei Laune.

Der längste Hochseilgarten im Riesengebirge befindet sich ebenfalls hier. Ab 140 cm Körpergröße kann man in 3-7 m Höhe verschiedene Hindernisse in den Baumwipfeln überwinden.

In der Touristinformation versorgten wir uns mit einer aktuellen Wanderkarte und Busfahrplänen und tauschten Euros in Kronen. Die Mitarbeiterin war sehr freundlich und sprach auch Deutsch.

Spindlermühlen

Spindlermühlen

Unser erster Wandertag begann mit der Busfahrt zu Spindlerova Bouda. Die gemütliche Baude liegt direkt auf dem Hauptkamm des Riesengebirges am Spindlerpass in 1.162m Höhe am tschechisch-polnischen Freundschaftsweg. Dort begann unsere Wanderung bei leichtem Nieselregen und Nebel. Mit der Zeit verzog sich der Nebel und wir konnten herrliche Aussichten genießen. Am Mittagstein, einem markanten Felsgebilde, rasteten wir kurz. Schon bald kam die Schneekoppe in Sicht – ein wahrhaft königlicher Anblick! Den Gipfel ließen wir links liegen.

Tschechisch Polnischer Freundschaftsweg

Tschechisch Polnischer Freundschaftsweg

Wir bogen ab Richtung Lucni Bouda, der Wiesenbaude. Auf dem Weg dahin standen wir mit einem Bein in Tschechien und mit dem anderen in Polen. Das Bier in der Baude war natürlich sehr lecker, genauso wie die Tagessuppe, die wir verspeisten.

Gut gestärkt führte unsere Tour bei strahlend blauem Himmel über eine Gebirgswiese mit Heidelbeerbüschen talabwärts nach Svaty Petr/Spindlermühlen.

Wiesenbaude

Wiesenbaude

Ziel des zweiten Wandertags war der Gipfel der Schneekoppe. Mit dem Linienbus, der auf einem Anhänger auch Fahrräder transportiert, (was hauptsächlich bergaufwärts genutzt wird), fuhren wir von Spindlermühlen nach Vchlabi am Fuße des Riesengebirges. In dem netten Städtchen direkt an der Elbe befindet sich ein Augustinerkloster mit einem Museum, das Riesengebirgsmuseum und das Schloss. Unsere Fahrt ging aber weiter über Janske Lazne und Cerna Hora nach Pez pod Snezkou. Der Kabinenlift brachte uns zum Gipfel der Schneekoppe, der gerade im Nebel lag – man konnte die Hand vor den Augen nicht sehen.

Wir besuchten die Laurentiuskappell sowie das höchstgelegene Postamt Tschechiens und verschickten einige Postkarten. Danach die auf polnischer Seite gelegene Baude, natürlich war es auch hier wieder sehr gemütlich. Kurz vor unserem Abstieg verzog sich der Nebel und  wir konnten die Aussicht bei Sonnenschein genießen. Von Pez ging es mit dem Linienbus zurück nach Spindlermühlen. Die Busfahrer sind sehr freundlich und freuen sich, wenn man ein paar Worte Tschechisch spricht.

Schneekoppe

Schneekoppe

Mit dem Sessellift, der außerhalb der Skisaison nicht durchgehend in Betrieb ist, fuhren wir auf den Medvedin, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung zur Elbquelle. Bei Nieselregen wanderten wir durch ein Hochmoor und karge Gebirgslandschft auf dem gut markierten Kammweg Richtung Elbquelle.

Die haben wir dann auch bei strömenden Regen erreicht. Zum Glück konnte man sich an der naheliegenden Elbfallbaude aufwärmen. Auf dem Rückweg entspannte sich das Wetter und wir erreichten trocken wieder unser Hotel.

Elbquelle

Elbquelle

Die letzte Wanderung führte von  Svaty Petr zur Weissen Elbbaude. An der Baude ist es sehr romantisch, man kann von dort aus zur Wiesenbaude oder auch zur Spindlerbaude wandern, unser Ziel war aber der Weg im Tal der Weissen Elbe zurück nach Spindlermühlen.

Weisse Elbe

Weisse Elbe

 

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