AZOREN - Paradies purer Entspannung

von Christina Verchau | mehr Artikel von | 7. Juli 2015 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Azorenhoch – dieses Wort kennt jeder. Also, wenn das Hoch von den Azoren kommt, dann will ich dahin! Ich lese bei Wikipedia: „ozeanisch-subtropisches Klima, geprägt von Sonnenschein und Schönwetterwolken, aber sehr unbeständig“. Ja, wie jetzt – schön oder nicht ? Egal, ich werde es erfahren… bin schließlich schon auf dem Weg dahin…Gott sei dank nur ca. 5 Stunden Flug…

Die Blicke aus dem Flieger beim Landeanflug auf Ponta Delgada sind vielversprechend. Wir landen auf Sao Miguel, der größten von 9 Inseln. Und da ist es: Das Leuchten und die Intensität der Farben, die Gerüche von purer Natur. Habe mich schon in die Bilder der Reisekataloge verliebt. Wanderparadies für Individualtouristen, so stand es im Azoren- Prospekt.

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Mein Mann und ich bleiben erstmal ein paar Tage in der Hauptstadt. Beim ersten Kaffee auf dem einladenden Marktplatz schmieden wir Pläne für die kommenden Unternehmungen. Natürlich wollen wir wandern, und so bringt uns ein Linienbus in 2 h nach Vila do Campo (5 Euro für Hin und Rückfahrt), wo wir eine erste Wanderung in die sanfte Bergwelt der Insel unternehmen. Das Wetter ist angenehm, ca. 25 Grad. Manchmal tröpfelt es ein wenig, kein richtiger Regen, 10 Minuten später die volle Sonne. Aber immer ist der Blick auf sattes Grün, Hortensienalleen und andere Blumen gerichtet.

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Jeden Tag wandern wir 2-4 Stunden, abends bummeln wir durch hübsche Gassen mit abendlicher Einkehr – alles schön entspannend. Heute geht es per Flug nach Pico, der zweitgrößten Insel der Azoren, wo wir für 3 Nächte bleiben. Das geschäftige, doch sehr beschauliche Örtchen Madalena hat einen kleinen Hafen und unser Hotel Caravelas ermöglicht einen tollen Blick auf die Nachbarinsel Faial. In Madalena laden viele örtliche Anbieter zu Wal- und Delfinbeobachtungen ein, was auf dieser Insel alte Tradition und Haupteinnahmequelle darstellt. Die Landschaft auf Pico wird dominiert von ausgedehnten Lavaformationen und Weinfeldern, entstanden aus gewaltigen Vulkanausbrüchen.

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Mit dem Auto unterwegs machen wir tolle Rundwanderungen, teils über Klippen, zwischen Lava und Wein, in bezaubernder Flora. Die Hoffnung, endlich den Ponta do Pico zu erblicken, erfüllt sich sehr bald. Der Berg, mit 2351 m der höchste der Azoren, fasziniert uns außerordentlich.

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Aber: wir wollen ihn nicht nur sehen, sondern auf den Gipfel wandern. OK – ich nehme es vorweg: Wegen einer Unpässlichkeit (mein Rücken streikt) wird dieser Plan später gestrichen. Darüber bin ich heute noch traurig.

Am nächsten Tag, wo wir eigentlich eine Ganztageswanderung auf besagtem Ponta do Pico machen wollten, werfen wir einen Blick in die spannende Geschichte des Walfanges im Museo das Baleiros in Lajes, (eines von zwei). Erst 1983 wurde der Walfang eingestellt.

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Die Fähre von Pico nach Faial fährt nur 200 Schritte vor unserem Hotel ab, 1 Stunde Überfahrt.

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Horta ist ein hübsches kleines Städtchen. (mit Wlan in der ganzen Stadt – welch Fortschritt !) Gleich nach Ankunft stoßen wir in der Touristeninfo auf den Vulkan Capelinhos. Das klingt spannend! Schon am nächsten Tag machen wir uns auf die (Wander)Socken in den Westen der Insel. Da stehen wir doch tatsächlich auf einem neuen Stück Land, das es vor August 1957 noch nicht gab!

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Die gewaltigen unterirdischen Vulkanaktivitäten hielten die Inselbewohner bis Ende Oktober 1958 in Atem und haben die Insel um ca. 2,4 km² wachsen lassen. Beinahe übersehen kann man das das Museum von Capelo am Leuchtturm, weil unterirdisch, welches viele Details zu vulkanischen Aktivitäten von Faial und der azorischen Inselwelt preisgibt.

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Nach dieser Tageswanderung war unser Herz voller toller Eindrücke, die Beine schwer vom Wandern und wir hätten noch einen Nachhausewanderweg von ca. 20 km auf der Strasse. Keinen Schritt mehr! Leider fuhr auch kein Bus mehr. Es blieb uns nur per Anhalter. Keine 10 Sekunden später hält ein Kleinbus, drinnen eine Familie von der Insel, von Oma bis Enkel. 2 Plätze im Bus waren frei – für uns. Natürlich würden sie uns bringen, nur: eine kleine Inselrundfahrt mit der Familie ist doch noch drin – oder ?! Und so fuhren wir über die Insel, waren auf dem höchsten Berg, die Kinder mal schnell beim Geocatching und an einem kleinen Tiergehege. Im Bus wollte jeder mal neben uns sitzen. Es war eine Freude, die Gastfreundschaft dieser Familie zu genießen. Wo war die Müdigkeit hin, der Hunger? Ein einzigartiges Erlebnis! Adeus Faial! Der Flug über Pico zurück nach Sao Miguel bietet nochmals einen tollen Blick von oben auf den Vulkankrater.

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Furnas, unser nächster Ort im Osten der Insel, zieht uns sofort in seinen Bann und zieht in unsere Nasen, denn die Fumarolen im Stadtpark fauchen und verbreiten vulkanischen Gestank.

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Eine prächtige und üppige Landschaft rings um das zauberhafte Furnas-Tal erleben wir bei der Wanderung um den Lagoa das Furnas. Unterwegs bekommen wir die Möglichkeit, die Caldeiras zu besichtigen, wo unser Abendessen schon im kochenden Wasserloch schmort. Diese“Cozido das Caldeiras“, die beliebte Speise der Region, bestehend aus Kartoffeln, Fleisch und viel Gemüse, braucht ca. 10 Stunden im Erdloch. Nur das Restaurant heute Abend müssen wir noch auswählen… und schon steigt die Vorfreude… Hm…

Jeder Tag bringt neue Überraschungen: heute erfahren wir, was es mit dem Cha Gorreana auf sich hat. Hier ist die einzige Stelle in Europa, wo Tee angebaut wird – ein besonders milder.

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Wir bewundern die Teefelder und besichtigen die Teefabrik, wo wir nach Herzenslust verschiedene Sorten probieren. Dann entdecken wir den wahrscheinlich tollsten Miradouro, den es gibt. Hier – bei Nordeste – ruft alles nach Rast: die lauschigen Plätzchen, saubere Banos und das Holzfeuer unter dem Grill hat der Platzwart schon entfacht.

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Der idyllische Terra Nostra Park mit seinen uralten Bäumen und exotischen Pflanzen bei Furnas sowie unsere letzte längere Wanderung rund um den Riesenkrater Sete Cidades westlich der Insel gehören zu unseren persönlichen Highlights.

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Irgendwie blicke ich im Flugzeug auf der Heimreise nur in entspannte und zufriedene Gesichter.

Mein Fazit: Die azorischen Inseln lassen keinen Stress aufkommen. Sie sind mein persönlicher Geheimtipp für Wanderer und Naturliebhaber.

 
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