Buenos Aires + Montevideo!!! Verstaubte Pracht kolonialer Zeiten!!!

von Marion Braukmann | mehr Artikel von | 26. November 2015 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Im September 2015 beginnen wir unsere Reise von Frankfurt mit der Lufthansa direkt über Nacht nach Südamerika in die Hauptstadt Argentiniens … an die südöstliche Küste des südamerikanischen Kontinents…. nach Buenos Aires!!!

 

Zugegeben, der Flug ist lang mit seinen 14 Stunden, doch unsere gebuchten XL Seats lassen uns nach dem Essen ziemlich gut schlafen, und so fliegen wir im Sonnenaufgang morgens um 07:00 recht ausgeruht über den Rio de la Plata und die noch beleuchteten schachbrettartig angelegten Straßen von dieser riesigen Metropole. Aufregend!!! Pünktlich nach der Landung erwartet uns „Nestor“, unser privater Chauffeur, den wir vorher über http://www.blacklane.com bestellt haben. Er lädt unsere Koffer bei 20 Grad und strahlendem Sonnenschein ein – obwohl wir in Argentinien Winter haben!!! – und erzählt uns bei der ca 1 stündigen Fahrt vom Flughafen in die City in sehr gutem Englisch eine ganze Menge Interessantes über die Stadt. Es ist Sonntag früh und die Straßen sind Auto- und Menschenleer, was uns deshalb tolle Blicke auf die ersten Sehenswürdigkeiten des „Paris Südamerikas“ werfen lässt. Unsere aufgeregte Laune steigt.

Sheraton 1

Angekommen in unserem 5***** Hotel Sheraton Libertador:  mitten im Zentrum direkt neben den Haupteinkaufsstraßen,  der Lavalle oder La Florida und dem mondänen Einkaufszentrum Galeria Pacifico, gönnen wir uns erst einmal den early Check-in und ein üppiges, total leckeres Frühstück im Hotel. Wir machen  Bekanntschaft mit den Spezialitäten der „Portenos“ (so nennt man die Einwohner Buenos Aires!) am Buffet. Die Medialunas (Halbmonde), eine Köstlichkeit in Hörnchenform aus einer Art Blätter-Milchteig, erfreuen uns sofort und werden diese Woche unsere Begleiter beim Frühstück sein. Zu kaufen gibt es sie in jedem Cafe.

Medialunas 1

SIGHTSEEING!!!
Koloniales Buenos Aires!!! Verstaubter Charme vergangener Zeiten!!!
Um dem Jetleg zu entgehen (minus 5 Stunden), legen wir los und beginnen einen Spaziergang durch die Stadt. Dafür liegt das Sheraton ideal mittendrin. Das Vergnügen beginnt zunächst mit dem Anblick der Plaza del Congreso, dem Platz vor dem Kongressgebäude, der besonders am späten Nachmittag zu einem beliebten Treffpunkt wird. Besonderheit dort ist der Monolith, der sog. Nullpunkt, von dem aus alle Entfernungen  im Land gemessen werden. Weiter schlendern wir zur Plaza de Mayo, dem ältesten Platz der Stadt, wahrscheinlich jedem bekannt durch die Mütter mit den weißen Kopftüchern, deren Söhne verschwanden, und den „ Madres de Plaza de Mayo“, die jeden Donnerstag Nachmittag gegen die in der Militärdiktatur begangenen Verbrechen demonstrieren. Am Ende der Plaza, die Casa Rosada in rosa – heutiger Sitz der argentinischen Regierung. Auf dem Balkon standen schon Evita und Juan  Peron, als Sinnbild für die Beziehung zwischen Regierung und Volk.

Plaza de Mayo 1

Unermüdlich marschieren wir weiter bis hin zu einem touristischen Muss an einem Sonntag ins älteste und ursprünglichste Viertel Buenos Aires – zum Flohmarkt auf der Plaza Dorrego nach SAN TELMO. Abbröckelnder Putz, Kopfsteinpflaster und jede Menge Kitsch und Schund sind dort zu finden. Und wir finden, was wir suchen : Eine Violine weint durch die Lautsprecher, zwei Körper bewegen sich elegant dazu über die Plaza. Sie tanzen Tango!!!  Schön anzusehen und für uns etwas Besonderes auf offener Straße!!! Anschließend kreist der Hut. Dann wird weitergetanzt.  Wir sind ja schließlich in Argentinien und Argentinien ist schließlich Weltmeister im Tango!!!

Für den ersten Tag haben wir unsere Füße wund und der Jetleg macht sich tatsächlich stark bemerkbar. Parilla Parilla!“ heißt Grill und ist ein wichtiges Wort im Land, gibt es doch einen riesigen Grill an jeder Ecke. Man findet sie überall, auch offen mitten an der Straße. Mit einem leckeren Stück Grillfleisch lassen wir unseren Abend ausklingen, ein Hamburger mit Pommes Frites und Getränk in einer Nebenstraße ca. 6€.

Grill Schwein 1

Erfrischt und ausgeruht verbringen wir die nächsten Tage. Uns fällt auf: Sie sind arm, die Bewohner der Metropole. Beim genauen Hinschauen sehen wir wie bescheiden und teilweise richtig ärmlich die meisten der Bevölkerung gekleidet sind. Das Land steht kurz vor dem Staatsbankrott. Das kann man leider auch in den zahllosen Elendsvierteln der Stadt sehen, Hunderte von Müllsammlern, die „Cartoneros“ säumen dort die Straßen. Mit mannshohen Karren sammeln Sie alles an Müll, was sich ein wenig zu Geld machen lässt. Ins typisch arme, sehr authentische Hafenviertel „La Boca“ (der Mund!)  trauen sich daher nur wenige Touristen. Gelegen an einem der  dreckigsten Flüsse der Welt, dem Río de la Plata, gibt es dort eine kleine Straße mit farbenprächtigen Häuserfassaden – „El Caminito“, die Straße der bunten Häuser, die der Maler Benito Quinquela Martin 1959 gekauft hat. Er brachte die Bewohner dazu , ihre Häuser, die aus dem Blech abgewrackter Schiffe stammten,  mit bunten Schiffslack zu bemalen. Touristen können sie gefahrlos besichtigen. Hinter „El Caminito“  ist ein No Go. Zu gefährlich!

Camelito 1

La Boca 2

In dem Viertel liegt auch „La Bombonera“, das Stadion der „Boca Juniors“, dessen bekanntester Star mit dem blau gelbem Trikot wohl Maradonna ist.  Maradonna und Messie sind übrigens überall zu sehen und werden extrem verehrt.

Messie 1

Im krassen Gegensatz dazu ist das neue glitzernde Hafenviertel: „Puerto Madero“! Riesige spiegelnde Hochhäuser, Yachten, teure Bars, Dolce Vita, das alles ist die alte Hafenanlage, neu aufgepeppt, im Hintergrund ein großes Naturreservat, indem man sich herrlich von der Hektik erholen kann.

Porto Madero 1

Oder „Recoleta“. Hier säumen Prachtbauten die Straße. In diesem Viertel sehen wir die Schönheit alter Zeiten und den Einfluss europäischer Großstädte richtig stark. Besonders beeindruckend: Der „Cementerio de Recoleta“, ein Friedhof der Mächtigen und Reichen mit opulenten prunkvollen Totenhäusern über und unter der Erde.  Ehrfurchtsvoll bestaunen wir die Jugendstilbauten aus Marmor, geschmückt oder nur blank gewienert. Hier liegt auch Evita Peron begraben. Das Museum Evita Peron ist ganz in der Nähe und zeigt uns auf eindrucksvolle Weise ein Stück aus ihrem Leben und der Denke der Argentinier.

Friedhof 1

Nun ja. Auch Shoppen muss ja mal sein. Lederläden gibt es in Hülle und Fülle, schließlich sind wir im Land der Rinder!!! In den Läden können wir uns eine Jacke (ab 150€) maßschneidern lassen, die eventuell noch am selben Tag fertig wird. Dabei plaudern wir freundlich mit den Verkäufern, die wirklich zurückhaltend, aber dennoch offen für ein Gespräch mit uns sind. Schon haben wir den Geheimtipp für unser erstes „Bife de lomo“ – zartes Filet ohne Fettrand .

Steak 1

„Argentinische Steak“ ( ca 14€) ist wohl das Köstlichste, was wir je in unserem Leben an Fleisch gegessen haben!!! Das gibt es im: „Al Carbon“. Na klar, lieben doch die Argentinier ihre Rinder und den Wein. Unser Kellner und der Chef sind wohl bis heute verzweifelt wegen  der Dame aus Alemania, die den sehr gekühlten Rotwein wärmend in ihren Händen hält. Meine Freundin kommt nämlich aus der Pfalz und  beginnt sogleich eine Wein-Temperatur-Diskussion mit beiden . Ich halte mich raus, denn mir schmeckts !

Ausflugstipp: Uruguay

Wir machen einen Ausflug ins benachbarte Uruguay nach Montevideo. Der Bequemlichkeit wegen buchen wir den Trip inklusive Fähre,  Stadtrundfahrt, 3 Gänge Menü und Reiseleitung für einen annehmbaren Preis (ca.100€).  Auch in Montevideo sind wir angetan von den tollen Kolonialbauten und auch diese Stadt hatte schon einmal bessere Zeiten. Plaza Independencia!

Plaza Independenca 2

Auf Kultur wird genau wie in Buenos Aires großen Wert gelegt.

Skulptur 2

Es geht beschaulicher und weitaus ruhiger zu als im hektischen Buenos Aires, dennoch lohnenswert für einen organisierten Tagestrip.  (Das inkludierte  3 Gänge Essen… Na Jaaaaaa!) Beindruckend hier: Der ehemalige  Präsident von Uruguay, „Jose Mujica“ wohnt in einem winzigen Haus und fährt einen Käfer.

Wieder in Bienos Aires lassen wir unsere Eindrücke  Revue passieren und bemerken:
– Tango: Das Gefühl der Metropole!
Wir haben abends eine 1 1/2 stündige Tango Show im Kaufhaus Galeria Pacifico genossen (Preis ca 20€, im Gegensatz zu den gängigen Shows, die mit Essen ca 120€ kosten). Das Tanzen hat uns gefallen, aber der jaulende Klagesänger zwischen den Tänzen war nach 1 Stunde nichts mehr für unsere europäischen Ohren !
– Milongas: Tango Tanzabende für jedermann! Haben wir ausfallen lassen!
– Cafes: Es gibt unzählige davon mit plaudernden Portenos zu jeder Tages- und Nachtzeit.
– Gehwege: Viele sind kaputt mit tiefen Kratern – nichts für Behinderte!
– Busfahren: Ist einfach und preiswert. Mit dem Collectivo. Die Portenos stellen sich an der Haltestelle geduldig in Schlangen und… man stelle sich vor, der Mann lässt der Dame den Vortritt, ebenso beim Betreten des Fahrstuhls. Ungewohnt, aber nett!
– Taxifahren: Ist einfach. Hand hoch halten und es hält, aber Vorsicht: Lieber den Preis vorher aushandeln!
– Avenida: Avenida  9 de Julio . Es gibt die breiteste Avenida der Welt. Zu Fuß brauchen wir ca 5 Minuten, um über die 20 Fahrbahnen, 145 m breit, zu gelangen. Mittendrin der Obelisk, das Wahrzeichen von Buenos Aires.

Julio 2

– Militärverbrechen: Heute nicht mehr zu glauben, aber wir fühlen Geschichte in jedem Viertel der Stadt.
– Gauchos: Verkörpern Argentinien – in Buenos Aires haben wir keinen gesehen.
– Papst: Ist gegenwärtig. Nahezu alle Argentinier sind katholisch. Andere Glaubensrichtungen gibt es kaum.
– Kultur: Buenos Aires ist eine Kulturmetropole. Das bekannte Teatro Colón, eine Tangoshow mit Dinner; montags die mitreißende Percussionshow La Bomba de Tiempo im Konex… usw.
– Reisezeit: Soll im November am besten sein. September war für uns aber gut.
– Sicherheit: Die Stadt ist nicht gefährlicher oder unsicherer als andere Großstädte.
– Tigres: Mit dem Zug aus Buenos Aires heraus nach Tigres fahren lohnt sich. Sehr hübsches Erholungsörtchen am Abzweigungsarm des Rio de la Plata. Dort lohnt eine Bootstour.
– Eindruck: Nach einer Woche empfinden wir die Argentinier aus Buenos Aires als angenehme, freundliche, vor Lebensfreude strotzende Menschen!

Fazit:  Buenos Aires/Montevideo haben uns wirklich toll gefallen, wenngleich die Preise fast wie in anderen Großstädten sind.

Nach Südamerika müssen wir aber unbedingt noch einmal. Es ist ein besonderer Kontinent, der noch viele, sehr sehr interessante und tolle Reisemöglichkeiten ins Landesinnere abseits des Massentourismus bietet!!! Also wieder hin.

 
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