Chile, einmal fast vom Globus fallen!

von Andrea Sachse | mehr Artikel von | 25. August 2014 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Anreise zum Flughafen Frankfurt, Gleis 10, ICE 1558, Abfahrt Leipzig Hauptbahnhof mit Ziel Frankfurt Flughafen. Geschäftsleute mit überregionalen Zeitungen und Aktenkoffern, gerunzelter Stirn und wichtigen Zwischendurchblicken auf die Armbanduhr bestimmen die Szene im Abteil.

Pünktlich erreichen wir den Frankfurter Flughafen, nun noch mit dem Bus zum Terminal 2. Tausende kofferschleppende Urlaubsmenschen. Suchende Blicke in Richtung halbhoch nach den Hinweistafeln.

Halle 2/LAN Schalter 688-690. Freundliches Heranwinken, Koffer zum Einchecken abgeben. Die Aufregung treibt uns weiter, Passkontrolle, 1 Liter wiederverschließbare Plastiktüte vorzeigen. Mit gekonnten Griffen fliegen die Hände des lebenden Abtasters über meine Hosenbeine. Diese erweisen sich als verdächtig, streng werde ich in einen separaten Raum gebeten um mich dort unter den Blicken der Beamtin meiner Beinkleider zu entledigen. Nach kurzer Diskussion erweist sich meine Hose dann doch als harmlos und ich muss die Reise nach Chile nicht im Schlüpfer antreten. Auch mein Rucksack wird durchwühlt.

Reihe 20 A, C, Fenster und daneben, meine Flugangst nimmt zu und steigert sich mit den immer lauter werdenden Triebwerken. Nun rollt der Vogel, plump wie ein Schwan über die Wiese watschelt, der Startbahn entgegen. Die ganze Wucht des tonnenschweren Luftriesen spürt man durch das Eingedrückt werden in seinen Sitz, immer schneller, immer lauter und dann um 20:10 Uhr, über den Wolken, Richtung Santiago de Chile.

13Santiago de Chile 

Endlich, das Verlassen der Sitzmöbel im Flugzeug naht, vor der Landung noch ein sensationeller Blick auf die Andenkette, müde aber gespannt auf den „letzten Winkel der Welt“ betreten wir chilenischen Boden.

19Mit der Metro geht es ins Stadtzentrum, in der historischen Markthalle „Mercado Central“ stillen wir Hunger und Durst. Gestärkt aber immer noch müde und wacklig auf den Beinen geht unser Stadtrundgang bei 30°C weiter über die „Plaza de Armas“, der Salon von Santiago, die Kathedrale, das Rathaus, die Hauptpost und das Historische Museum. Erinnerungsfotos vom „Palacio de la Moneda“. Von dem  800 m hohen Berg „Cerro San Cristobal“ hat man einen berauschenden Blick auf das von den Anden eingerahmte Santiago. Einkehrempfehlung: „Drehrestaurant Girotaro“ mit toller Aussicht über die Stadt.

27Fahrt auf der Deutschlandstraße nach Valparaiso und Vina del Mar. Hier entfaltet sich ein unglaubliches Wirrwarr aus bunten Häusern, Gassen und Treppenfluchten, Temperaturtechnisch wechseln wir schon hier die Gefühle auf bescheidene 11C. Besichtigung des Hauses von „Pablo Neruda“, beeindruckend die 16 Schrägaufzüge, abenteuerlich die Fahrt mit ihnen von der Oberstadt zur Unterstadt, eine Konstruktion um die Jahrhundertwende, kurzer Bummel am weitläufigen Strand von Vina del Mar.

55Flug in das 947 km entfernte Puerto Montt, Begrüßung mit Pisco Sauer, Fahrt nach Frutillar , eine schöne kleine Stadt im Kolonialstil mit Lago Llanquihe See, Vulkan Osorno der seine weiße Mütze nur widerwillig zeigt.

154Zu Mittag essen wir im Restaurant Guten Appetit. Scharfer Start vom Hotel, schon wieder mit Koffer auf der Flucht!

Unsere heutige Fahrt führt in die Hafenstadt Puerto Montt mit Besuch der Kathedrale und Besichtigung des deutschen Einwandererdenkmals, Abstecher zum Fischmarkt Angelmo, mit Buden wo Kunsthandwerk und einfache Lokale den berühmten Muscheleintopf Curanto anbieten und für Atmosphäre sorgen. An den bunten Strickmützen kommen wir einfach nicht vorbei, wer weiß, in der padagonischen Steppe kann man schon mal eine Strickmütze gebrauchen.

196Endlich wieder fliegen mit dem Ziel Punta Arenas, der Linienbus bringt uns anschließend nach Puerto Natales, auf dieser Fahrt bekommen wir einen  Vorgeschmack auf Steppe, Einsamkeit und der Globus ist zu Ende…

228Nationalpark Torres del Paine – Dieses Naturschutzgebiet am äußersten Ende der Andenkette, erstes Highlight ein Kondor der über unseren Köpfen seine Runden dreht und mit einer Flügelspanne von 3 Metern schon Eindruck hinterlässt, wir erfahren, das dieser Vogel alle 2 Jahre ein Ei legt und Aasfresser ist.

Reisen bildet eben doch! Ein Guanakos am Wegesrand hat gerade ein Junges geboren und wird soeben von Mama auf die Beine gestellt. Wir fahren zum Grey Gletscher und die Landschaft mit ihren Gletschern, tiefblauen Seen, reißenden Bächen ist einzigartig.

262Heute geht es zum Balmacedo Gletscher, kurzer Fußmarsch bei Regen und Sturm zum Hafen, dort wartet ein Boot auf uns, los gehts, vorbei am Gletscher Balmacedo, wo Pinguine gerade brüten. Der Wellengang ist beachtlich, sicher treffen wir im Nationalpark O Higgins ein und setzen unseren Ausflug zu Fuß durch unberührte, subantarktischen Wald bis an den Fuß des Serrano Gletschers fort, inzwischen gibt die Sonne ihr Stelldichein und wir beobachten wie dieser Gletscher kalbt und die Eisbrocken in den Pazifikarm stürzen. Diesen Anblick werde ich im Leben nicht vergessen. Das schaukelnde Schiffchen verlassen wir mit einem Pisco Sauer auf Gletschereis im Bauch, was für ein Erlebnis!

Chile 2006 Andrea 002Abschied von einem einzigartigen Land, eingezwängt zwischen Anden und Pazifik mit einer maximalen Breite von 180 km und einem 4500 km langem fadendünnen Küstenstreifen.

Lust auf Chile? Sprechen Sie mich an, Informationen im Reisebüro oder hier.

 
Share on Google+0Share on Facebook0Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0Email this to someone

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Optimization WordPress Plugins & Solutions by W3 EDGE