Dominikanische Republik

von Jennifer Gödeke | mehr Artikel von | 4. November 2014 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Die Dominikanische Republik, ein Reiseziel, dem ich lange Zeit skeptisch gegenüber stand. Ich war eigentlich immer der Meinung, dass es sich dabei “nur” um eine Partyinsel in der Karibik handeln würde. Aber wie so oft im Leben war ich diesmal wohl ein wenig zu voreingenommen. Ich wollte mir selbst ein Bild machen und stieg in den Flieger, um mich eines Besseren belehren zu lassen.

Der Abflug erfolgte planmäßig um 13:20 Uhr. Die ungefähre Flugzeit wurde vom Piloten mit ca. 10,5 Stunden angegeben, so dass wir um 17:50 Uhr Ortszeit in Puerto Plata (POP) ankommen sollten. Durch die Zeitverschiebung hinkt man unserer Uhrzeit 6 Stunden hinterher. Noch während des Fluges mussten wir die Einreisekarten, die sowohl für die Ein-, als auch für die Ausreise wichtig sind, ausfüllen. Der Flug mit der Air Berlin verging recht schnell, sodass wir pünktlich in Puerto Plata aufsetzten.

Auch die in der Karibik oftmals umständlichen und aufwendigen Pass- und Gepäckkontrollen fanden nicht statt – alles verlief problemlos. Am Flughafen wurden wir auch gleich von unserem Reiseleiter und einer recht hohen Luftfeuchtigkeit empfangen. Püh, das kann ja heiter werden. Nach ca. 30 Minuten Busfahrt in Richtung Osten erreichten wir unser erstes Hotel, das Viva Wyndham Tangerine in Cabarete. Ach ja, die Fahrt dorthin war recht amüsant. Unser Reiseleiter erzählte uns, dass das Hauptverkehrsmittel nicht unbedingt das Auto sei, sondern das Moped bzw. “Mopel” wie unser einheimischer Reiseguide immer sagte. Auch eine Straßenverkehrsordnung scheint es hier nicht zu geben. Vorfahrt hat immer derjenige mit der lautesten und schönsten Hupe!

So, jetzt ist es kurz vor Mitternacht und die Müdigkeit kommt. Diese sechs Stunden machen sich doch bemerkbar und ich falle fix und fertig ins Bett.

Badeurlaub, Dominikanische Republik
Nach einem leckeren Frühstück geht es heute nach Santiago de los Caballeros kurz Santiago. Dies ist die zweitgrößte Stadt der Dominikanische Republik. Sie gilt als Zigarren- und Rum-Metropole. Wenn sich die Möglichkeit bietet, sollte man es sich nicht entgehen lassen, eine der zahlreichen Zigarrenfabriken oder Rumbrennereien anzuschauen.  Die Märkte in Santiago sind allerdings für europäische Verhältnisse etwas…na ja, ich sage mal: gewöhnungsbedürftig. Die verschiedensten Stände befinden sich in den zumeist ziemlich engen Gassen. Überall versuchen Einheimischen den Touristen etwas zu verkaufen oder auf andere Art den ein oder anderen Dollar (übrigens die bevorzugte Währung hier) zu verdienen. Dabei sind sie aber durch ihre freundliche und fröhliche Art niemals aufdringlich. Auf diesen Märkten bekommt man wirklich alles. Angefangen von der Zahnbürste bis hin zum Computer. Hier ist was los, es gibt viel zu entdecken und zu erleben und das alles mit einer Menge Spaß.

Jetzt geht es weiter zur Calle del Sol. Dort befindet sich das weithin sichtbare El Monumento, eine 67 m hohe Säule auf der eine Christusfigur trohnt. Die Säulenspitze, von der man einen wirklich beeindruckenden Ausblick auf Santiago hat, ist mit einem Aufzug erreichbar. Das Denkmal erinnert an die im Jahre 1865, nach einem heftigen Widerstand gegen die damalige Kolonialmacht Spaniens, wiederhergestellte Dominikanische Republik.

Am Abend geht es nach Sosua. Ein Ort, der auch sehr gerne als das „Ibiza der Dominikanischen Republik“ bezeichnet wird. Fast nirgendwo sonst wird nach Sonnenuntergang so viel gefeiert wie hier. Dieser Ort bietet den Touristen einfach alles: Bars, Restaurants, Diskotheken… Erstaunlicherweise aber auch eine interessante Synagoge und ein ortshistorisches Museum.

Am nächsten Tag fahren wir von Cabarete nach Samana. Eine Fahrt die ca. 4 Stunden dauert. Das ist zwar ziemlich lang, aber für mich war es auch gleichzeitig eine abenteuerliche Land- und Leute-Tour. Die Straßen sind nicht wirklich gut gepflegt und überall sind große Schlaglöcher. Das stellt aber für unseren einheimischen Busfahrer, wie auch den Rest der Dominikaner, gar kein Problem dar. In den einzelnen Orten herrscht buntes Treiben. Das Leben der Dominikaner spielt sich, wie in fast allen südlichen Ländern,  hauptsächlich auf den Straßen bzw. vor der Haustür ab. In großen Gruppen “hängen” sie fröhlich und gelassen ab…“Hakuna matata“ wie die Dominikaner sagen. Dieses „kein Problem“ – Motto  ist typisch für die Insel und resultiert nicht zuletzt aus der leider immer noch großen Armut im Land. „Es ändert nichts, also mach das Beste draus.“

Die Vegetation verändert sich ziemlich stark, je weiter man in den Osten kommt. Die Palmenwälder sind einfach traumhaft. Hier spürt man so richtig das karibische Flair. Die Halbinsel Samana gehört mit Sicherheit zu den schönsten Gegenden der Dominikanischen Republik und auch die Bilderbuchstrände müssen sich nicht hinter den schönsten Stränden der Karibik verstecken. Schneeweiß, kilometerlang und oft menschenleer erstrecken sie sich entlang des smaragdgrünen Atlantiks – so habe ich mir das vorgestellt!

Am nächsten Tag steht eine Jeepsafari steht auf unserem Programm. Wer jetzt, luftig gekleidet und mit der wirklich wichtigen Sonnencreme bewaffnet, auf die Jeeps wartet, der wird ganz schnell eines besseren belehrt… Kein Jeep in Sicht! Lediglich ein offener Bus stand bereit. Sollte das etwa unser Jeep sein? Und tatsächlich, das war nun unser Auto. Tja, in der Karibik ist eben alles anders. Die Tour führt uns kreuz und quer über die Insel. Sehr zur Freude der Guides wird dabei kein Schlagloch und keine Spurrille ausgelassen, was man am Abend deutlich im Rücken spürt. Während der Tour wird immer mal wieder ein Stopp eingelegt, um Sehenswürdigkeiten oder sonstige landschaftliche Highlights zu besichtigen. Bei uns waren das zum Beispiel ein sehr schöner Wasserfall und eine einheimische Schule. Die Schulkinder kennen das natürlich schon und begegnen den Touristen mit der landesüblichen unaufdringlichen karibischen Fröhlichkeit. Kleine Geschenke wie Kaugummis, Kugelschreiber oder Bonbons zaubern ein Leuchten in die Kinderaugen, das man so schnell nicht vergessen wird. Man sollte so etwas immer dabei haben, jedoch niemals Geld geben!

Zurück im Hotel bemerken wir den Sonnenbrand auf unseren Armen und Beinen. Die karibische Sonne sollte man, trotz Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, nicht unterschätzen. In den meisten Hotels gibt es amerikanische Sonnencreme mit bis zu LSF 60 zu kaufen. Diese ist zum Teil deutlich besser als die von Zuhause mitgebrachte.

Am Abend ging es mit dem Bus nach Las Tarrenas. Das ehemalige Fischer- und Bauerndorf liegt an der Nordküste der Halbinsel und hat sich in den letzten Jahren zu einem recht großen Ferienort entwickelt, ohne jedoch seinen karibischen Charme zu verlieren. Auch dort gibt es herrliche Palmenstrände.

Domnikanische Republik, Karibik, Palmenwald

Am vorletzten Tag geht es auch schon wieder zurück in Richtung Puerto Plata und zwar an die Playa Dorada. Dieser Küstenabschnitt, der auch als „goldener Strand“ bezeichnet wird, liegt ca. 10 Kilometer südöstlich von Puerto Plata entfernt. Der Name bezeichnet sowohl den kilometerlangen, goldfarbenen und mit Palmen gesäumten Sandstrand als auch das hier angesiedelte größte Ferienzentrum des Landes. Dort erwartet uns das letzte Hotel unserer Reise, das Gran Oasis Marien. Wie eigentlich überall werden wir auch hier sehr freundlich empfangen. Das Hotel ist übersichtlich mit einer wunderschönen Poollandschaft. Das Restaurant gefällt mir persönlich besonders gut, da es an allen Seiten offen ist und man praktisch unter freiem Himmel speisen kann. Die Zimmer sind sehr groß, hell und modern eingerichtet. Unseres liegt im dritten Stock, wobei es leider keinen Lift gibt. Mit meinem vielen Gepäck ist das bei den hiesigen Temperaturen natürlich kein wirklicher Spaß. Glücklicherweise ist das Personal sehr hilfsbereit und nimmt mir das Tragen ab. Trotzdem habe ich wieder was gelernt: beim nächsten Mal reise ich definitiv mit weniger Gepäck! (Anmerkung des Ehemanns: Wer`s glaubt…)

Heute haben wir die Möglichkeit im Shoppingcenter Plaza Playa Dorada shoppen zu gehen. Wer Souvenirs sucht, ist hier an der richtigen Adresse,  Bekleidung sucht man jedoch vergebens. Nach einer Stunde geht es zurück in den Bus, um eine Rundfahrt durch den Ort zu machen. Puerto Plata ist eine sehr große Stadt, die aber im Vergleich zu anderen Großstädten weit weniger hektisch erscheint. Bemerkenswert ist die Seilbahn, die auf den Pico Isabel de Torres, Puerto Platas 793 Meter hohen Hausberg hinauffährt, auf dessen Spitze sich ein schöner botanischer Garten mit einer kleinen Nachbildung der Christusstatue Cristo Redentor in Rio de Janeiro befindet. Neben dem Hafen und der Seilbahn gibt es die Festung  Fortaleza San Felipe sowie ein Bernsteinmuseum zu besichtigen.

Zurück im Hotel müssen wir uns leider schon wieder seelisch auf den morgigen Rückflug einstellen. Die Zeit verging einfach zu schnell.

Wie ich am Anfang dieses Berichts erwähnt hatte, war ich ziemlich skeptisch und nicht gerade ein Freund der Dominikanischen Republik. Diese Meinung muss ich aber grundlegend revidieren: Die Dominikanischen Republik ist ein wirklich wunderschönes und vielseitiges Land mit liebenswerten und fröhlichen Menschen.

Was hatte Christoph Kolumbus einmal gesagt? “Noch nie habe ich Schöneres gesehen…“

 
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"Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Kultur und Reisen. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!" Wilhelm Busch (1832 - 1908)
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