Fuerteventuras Traumstrände- mehr als nur Baden und Erholung

von Nicole Engert | mehr Artikel von | 2. Oktober 2014 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Ich reise nun schon seit 20 Jahren nach Fuerteventura und bin immer wieder froh, einmal im Jahr dort in bekannter Umgebung die nötige Erholung zu finden. Denn Ruhe, einsame Strände und menschenverlassene Landschaften findet man dort leicht. Im Sommer mag ich es am liebsten, ich war aber auch schon im Januar, Februar, Oktober oder November dort. Zu den Herbst- und Wintermonaten kann es auf der Insel recht frisch werden, besonders durch den vorherrschenden Wind und auch Regen ist nicht ausgeschlossen.

Strand bei Jandia

Strand bei Jandia

Wenn ich gefragt werde, wo ich gerne hinfahre, nenne ich meistens Fuerteventura („Fuerte“) und werde müde belächelt, da „dort ja Nichts sei“. Diese Auffassung teile ich keineswegs, denn diese karge Insel bietet noch weitaus mehr als es auf den ersten Blick scheinen mag. Sicherlich ist es kein Ziel, das offensichtlich mit seinen Highlights – abgesehen von den Stränden – protzt, aber wer seine Augen offen hält und Interesse zeigt findet so manche Schätze.

Gerne zeige ich Ihnen die aus meiner Sicht schönsten Seiten der Insel auf, die weitläufig nicht bekannt sind und kulturellen Anspruch besitzen. Ich persönlich mag die Abwechslung zwischen Erholung und dem Kennenlernen des Zielgebietes. Man glaubt es kaum, aber jedes Mal entdeckt man neue Dinge oder Orte auf der Insel, da die Augen das offensichtlich Schöne der Region ja bereits kennen.

Ich persönliche fahre sehr gerne in den Norden der Insel, da man hier einen Ort mit internationalem Publikum wiederfindet (Corralejo) und die Dünen dort einmalig sind. Besonders toll empfinde ich jedes Mal die Panoramasicht auf die Nachbarinseln Los Lobos sowie Lanzarote – bei klarer Sicht einfach umwerfend. Schon allein die Straße nach Corralejo ist ein Highlight:

Straße nach Corralejo

Straße nach Corralejo

Küstenstraße

Küstenstraße

Vorteile des Nordens: Urlaubsflair durch Internationalität und Einheimische, schöne Hafengegend mit bezaubernden Restaurants und Bars, grandiose Dünenlandschaft, kurzer Transfer vom Flughafen (ca. 40 min), Nähe zu Lanzarote

Mein persönlicher Hoteltipp: Die weitläufige Appartementanlage Las Marismas mit Frühstück.

Nachteile des Nordens: wenig Hotels, die direkt am Strand liegen, sehr windig, an vielen Stellen sichtbar von Ebbe und Flut beeinflusst (dennoch schön, gerade für Kinder)

Playas de Corralejo

Playas de Corralejo

Fuerte besticht durch die atemberaubenden Strände. Ich finde außerdem die mondähnliche Landschaft im Landesinneren mit den rot und braun schimmernden Erhebungen und dem Wind toll. Ich habe mich an dem deutschen Grün der Landschaft längst satt gesehen und genieße die Leere sehr. Der Wind kann manchmal etwas nervig sein, aber letztendlich ist er angenehm, da man die Hitze nicht allzu sehr spürt und nicht umsonst ist Fuerteventura dadurch die Surfer-Insel schlechthin!

Früher war ich oft mit meiner Familie dort, später mit Freunden oder meines Berufes wegen. Neben dem mehr als entspannten Lebensstil besticht die Insel durch wunderschöne Küstenformationen. Diese sind stets einen Besuch wert, da man in der Nähe meistens kleine Fischerdörfchen findet, in denen man sehr lecker und günstig frischen Fisch essen kann. Bei einigen Orten (meistens an der wilderen Westküste) findet man Höhlen in den Felsen vor (Ajuy) oder Strände mit einer starken Brandung (La Pared) – dort empfiehlt es sich das Meer nur zu bestaunen und nicht selbst hineinzuspringen. Das überlässt man lieber den Profis.

Los Molinos

Los Molinos

Ajuy

Ajuy

La Pared

La Pared

Alternativ kann man seinen Urlaub in dem kleinen verschlafenen Ort EL Cotillo verbringen. Er befindet sich nordwestlich und weist durch die Lage zum offenen Atlantik eher eine kühlere Wassertemperatur auf. Klares, blaues Wasser findet man auch hier sowie einen kleinen Wachturm und einen Hafen. El Cotillo ist einer der Orte, die ich mit verborgenen kulturellen Schätzen meinte. Am Ende der Straße findet man einen kleinen Leuchtturm der aussieht wie aus dem Bilderbuch, indem sich ein kleines Museum verbirgt.

Museum in El Cotillo

Museum in El Cotillo

Zum Einen hat El Cotillo kleine Buchten und zum Anderen einen bei Surfern beliebten Strandabschnitt mit starker Brandung.

Strand bei El Cotillo

Strand bei El Cotillo

Weiter landeinwärts in La Oliva trifft man auf ein Gebäude, mit dem man so nicht rechnet. Neben der Möglichkeit handgefertigte Kunstwerke zu erwerben kann man sich auch hier weiterbilden – im Casa de los Coroneles („Haus des Oberst“). Hier empfiehlt es sich die Öffnungszeiten zu beachten.

Casa de los Coroneles

Casa de los Coroneles

Museum Das etwas gespentisch anmutende Haus im kanarischen Kolonialstil beherbergt im Inneren zahlreiche Säle mit der Geschichte und der Entwicklung des Gebäudes – welche Familie wann dort residierte uvm. Es sieht beeindruckend aus und man kann das gesamte Gelände besichtigen. Es heißt, dass insgesamt 365 Türen und Fenster hat, so wie das Jahr Tage. Sogar das Dach kann bestiegen und von dort aus das Anwesen und die Umgebung überblickt werden. Früher hatte das Gebäude einen strategisch sehr guten Platz, heute dient es ausschließlich als Museum.

Fährt man gen Südzipfel der Insel kommt man an den Salinas vorbei, den Salzseen, aus denen man selbst Salz als „Souvenir“ entnehmen kann. Super und ein klasse Andenken! Im Landesinneren stößt man auf Monumente, die die Ureinwohner (die Guanchen) darstellen. An diesem Punkt hat man einen fantastischen Blick über die Ebene.

Los guanches

Los guanches

Ebenfalls im Inselinneren, hinter Palmtälern, befindet sich der kleine Ort Pájara mit schöner Kirche und großem Platz für Märkte und Veranstaltungen sowie optimalen Parkmöglichkeiten.

Pájara

Pájara

Natürlich bietet auch die frühere Inselhauptstadt Betancuria viel Charme. Die neue Hauptstadt Puerto del Rosario ist mehr auf Industrie, Hafen und Shopping ausgelegt.

Nach Orten wie Gran Tarajal oder Costa Calma (schmalster Punkt der Insel, Wanderungen empfohlen!) gelangt man nach Jandía. Mein persönlicher Favorit, wenn es um Fuerte-Einsteiger geht. Man hat Traumstrände die fast direkt vor den Hotels liegen, eine Shopping-Meile mit Läden und Restaurants sowie den kleinen ehemaligen Fischerort Morro Jable.

Jandía

Jandía

Die Strände führen direkt zur Costa Calma. Die Entfernung beträgt ca. 8km. Eine Wanderung ist jedoch definitiv nur bei Ebbe zu empfehlen.

Von Jandía aus erreicht man hervorragend den Ort Cofete (Vorsicht- keine gut ausgebaute Straße) mit atemberaubenden Küsten und Stränden sowie der Villa Winter, um die sich viele Gerüchte ranken. Es heißt, dass General Franco das Gebäude nutze, aber es stehen noch weitaus mehr Erzählungen im Raum.

Vorteile des Südens: sehr gute, meist hochwertige Hotellerie, oft direkte Strandlage der Hotels

Mein persönlicher Hoteltipp: Das beliebte Hotel Faro Jandía mit Meerblick.

Nachteile des Südens: sehr touristisch, meistens nur eine Shoppingsmeile, langer Transfer vom/zum Flughafen

Nach den Bildern packt mich sofort wieder die Sehnsucht und das Fernweh nach der Ziegeninsel – so wurde Fuerteventura vorallem in den neunziger Jahren genannt. Ich hoffe bald wieder den Wind in den Haaren zu spüren und die salzige Luft einzuatmen, denn: eine Woche Fuerte geht immer! 😉

Jetzt sind Sie gefordert! Ich hoffe ich konnte Ihnen „meine“ Insel etwas näherbringen. Ich weiß, dass es noch durchaus vielseitigere Ziele gibt, aber für komplette Entspannung, Sport oder ruhesuchende Sonnenhungrige kann ich Fuerteventura nur empfehlen! Familien und Paare sehe ich als besondere Zielgruppe.

Lassen Sie sich überraschen (oder am besten vorher von mir beraten 😉 )!

 
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