Hotspot Teneriffa / Flora und Fauna auf dem Vulkan

von Cordula Englert | mehr Artikel von | 31. Oktober 2014 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

„Was hat die größte der Kanarischen Inseln an Pflanzen und Tieren zu bieten?“ fragt sich vielleicht mancher Reisende, bevor er sich auf den Weg macht. „Nicht viel.“, möchte man meinen, wo man doch weiß, wie jung diese vulkanischen Inseln in erdgeschichtlicher Zeitrechnung noch sind. Aber täuschen Sie sich nicht. Diese jungen 12 Millionen Jahre haben doch schon Erstaunliches in Flora und Fauna zustande gebracht. Wie in jedem frühen Evolutionsstadium gibt es eine robuste Pflanzenwelt, die sich an die extremen Bedingungen besonders gut anpasst. So finden wir eine hohe Artenvielfalt, viele Moose und Flechten, davon sogar ein Viertel endemisch. Besonders erwähnenswert ist die Kanarische Kiefer mit ihren besonders langen Nadeln und einem an Lavahitze so gut angepassten Stamm und Rinde, dass sie sogar nach einem Brand schnell wieder austreibt. Auf den Höhen der Canadas kann man das wunderbar beobachten. Es gibt ausgedehnte Lorbeer- und Pinienwälder und auch der Kanarische Drachenbaum muss erwähnt werden.

Kanarische Kiefer Teneriffa
Außerdem gedeiht Gemüse und Obst ganz wunderbar. Leider wurde der Anbau von Tomaten kürzlich fast ganz aufgegeben, weil er sich aufgrund der restriktiven EU-Richtlinien nicht mehr lohnt. Schade! Dafür finden Sie bei einer Fahrt über die Insel weite Bananenplantagen, mit oder ohne Schutznetzen, und sogar Wein aus ganz alten Rebsorten (Urreben) wird erfolgreich kultiviert. Große unterirdische Wasserblasen versorgen die Insel zuverlässig mit ausreichend Wasser. Das Spezielle daran ist nur, dass sich alles Wasser im Privatbesitz der jeweiligen Landeigner befindet. So steht es zwar reichlich aber nicht immer günstig zur Verfügung.

Durch das zentrale Teide-Massiv ist die Insel praktisch in Nord-und Südhälfte mit sehr unterschiedlichen Vegetationszonen getrennt. Der Norden ist feucht und grün, der Süden trocken und eher kahl. Im Süden, wo sich nicht ohne Grund die Haupt-Urlaubsregionen befinden, ist es meist ein paar Grad wärmer, als es der Durchschnittswert angibt. Der große Höhenunterschied von Meereshöhe bis fast 4000m bietet von Lavafeldern über trockene Savanna bis hin zu subtropischen Regenwäldern auf kleinem Raum fast jede Klima- und Vegetationszone.

Bergland Teneriffa
Die Fauna besteht hauptsächlich aus Vögeln und Reptilien – keine Schlangen(!) – und wenig kleineren Säugetieren. Es herrscht eine unglaubliche Fischvielfalt, von Rochen über Schwertfisch, Barrakuda, Thunfisch, Barsche, zahlreiche Haie bis hin zu 28 Delphin- und Walarten ganzjährig! Die Gewässer um Teneriffa sind somit bestes Tauch- und Walbeobachtungsgebiet.

Wollen wir noch eine kurzen Blick auf die äußerst robuste Spezies „Mensch“ hinzufügen? Mit dem Kontinent Afrika im Rücken und dem freien Blick hinaus in den weiten Atlantik sehen sich die Kanaren als relativ unabhängiges, aufgeschlossenes Völkchen weit weg vom Mutterland Spanien hervorgegangen aus einer Mischung der Ureinwohner, der Guanchen, und der erobernden Spanier. So herrscht auch ein gewisser mentaler Abstand zur „Festlandpolitik“ und eine durchaus verbreitete schlechte Meinung über deren Politiker.

Typisch spanisch wird weitgehend die Siesta von ca. 13-17 Uhr eingehalten. Das hier gesprochene Spanisch ist dem karibischen ähnlich und auf La Gomera wird sogar noch die auf die Guanchen zurückgehende Pfeifsprache ausgeübt.

 
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