It´s Tea Time – mit dem Mietwagen unterwegs an Englands Südküste

von Manuela Mergle | mehr Artikel von | 16. September 2015 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Nach ein paar Tagen Großstadtflair in London übernehmen wir am Flughafen Heathrow unseren Mietwagen und sofort geht es auf die Autobahn M5. Nicht nur als Fahrer, auch als Beifahrer braucht man erst mal starke Nerven á la „Achtung! Guck doch links, nein rechts, nein links, ach was weiß ich?“ Richtig! Der Linksverkehr ist sehr gewöhnungsbedürftig und es dauert einfach ein bisschen, bis man das Auto mit Lenkrad „auf der falschen Seite“ einschätzen kann.

Von Römern und Druiden

Jedoch schaffen wir es zum Ziel der ersten Etappe unserer Tour nach Bath und Stonehenge – beides UNESCO-Weltkulturerbe – ohne Zwischenfälle… Jene Stadt, die die einzigen heißen Quellen Englands besitzt ist berühmt in Nah und Fern für seine Bäderkultur, entstanden in der Römerzeit. Sogar so berühmt, dass Bath heißt, wie Bath eben heißt!

Stonehenge besuchen wir am späten Nachmittag. Im Internet haben wir uns bereits Plätze gesichert und mit unserem National-Trust-Pass haben wir sogar freien Eintritt. Das neue Besucherzentrum ist sehr gut gelungen und vermittelt einem tiefe Einblicke in die Historie der sagenumwogenen Kultstätte. Mit so viel Wissen imponiert der Anblick von Stonehenge uns sehr.

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Abends lassen wir es uns im Restaurant Acorn in Bath gut gehen und sind uns später einig, dass dies das beste Restaurant auf unserer gesamten Tour war!

Englands schönster Garten

Der zweite Tag ist etwas bewölkt aber bei unserer Ankunft in Stourhead Garden bei Wiltshire klärt es auf. Unser Reisehandbuch spricht hier vom schönsten Garten Englands und wird ebenfalls vom National Trust betrieben. Wunderschön ist der Garten angelegt, gespickt mit architektonischen Highlights. Das Pantheon zum Beispiel ist dem in Rom nachempfunden, nur kleiner und – wir sind schließlich in England – einem Glasdach gegen den Regen statt einem offenen Dach. Toll ist auch die gotische Hütte. Sie erinnert mich ein bisschen an die Hütte von Hagrid aus den Harry Potter Filmen. Hinter einem Wasserbecken, einer der Quellen des Flusses Stour, liegt in der nahen Grotte die Statue einer ruhenden Quellnymphe, ihr gegenüber eröffnet ein Fenster den Blick über den See. Eine malerische Steinbrücke fügt sich in die Landschaft und mit etwas Ruhe kann man Eichhörnchen und Vögel beobachten. Marvellous!

Stourhead Garden

Danach heißt es noch Strecke zurücklegen bis nach Cornwall, in Falmouth haben wir nämlich unseren nächsten Standort gewählt. Falmouth ist ein kleiner typischer Hafenort und recht gemütlich. Ein paar Palmen begrüßen uns bei der Einfahrt in den Ort und die Gassen laden zum Schlendern ein.

Wo findet man das Herz des Riesen?

Ein perfekter Ausgangspunkt ist Falmouth trotz morgendlichen Regens, um St. Michael´s Mount zu erkunden. Die Sehenswürdigkeit ähnelt dem Mont Saint-Michel im Norden Frankreichs, ist allerdings weniger bekannt. St. Michael’s Mount hat daher ein geringeres Besucheraufkommen als sein Pendant. Es ist zwar schon viel los, aber tatsächlich noch angenehm. Wir haben uns für eine bestimmte Uhrzeit entschieden, um nach Marazion zu fahren und dort den Mietwagen abzustellen. Unser Plan: bei Ebbe laufen wir den kleinen Weg auf das Eiland mit dem mittelalterlichem Schloss, bei Flut werden wir nach 2 Minuten Fahrtzeit für etwa 2 Pfund zurück zum Festland gebracht. Die genauen Tide- Informationen finden Sie hier.

Blicke vom Schloss in St. Michael´s Mount

Auf der Insel bzw. dem Berg befinden sich neben einem subtropischen Garten noch einige weitere Häuser und Anlagen aus längst vergangenen Tagen. Ebenso wie sein französisches Gegenstück ist St. Michael’s Mount lange Zeit eine Pilgerstätte gewesen. Im Schloss finden sich viele altertümliche Gegenstände, vor allem die alten, mit kirchlichen Szenen verzierten Glasscheiben faszinieren mich. Besonderes Flair versprüht ebenso die Kapelle. Super ist auch die Schnitzeljagd für Kinder, alle sind mit Begeisterung dabei verschiedene Relikte zu finden und damit verbundene Geschichten kindgerecht zu erfahren! Auch wir haben das „Herz des Riesen“ gesucht und gefunden! Der Ausblick von ganz oben ist phänomenal und lustig ist es zu beobachten, wie die Flut langsam wieder kommt und die Leute, das Wasser fast schon knietief, trotzdem noch zu Fuß durchwaten.

Eigentlich wollten wir danach Land´s End besuchen, erfuhren aber, dass der Lizard Point – der südlichste Punkt Englands – nicht so touristisch und ebenso beeindruckend ist. Nach einem kleinen Wanderweg stehen wir also endlich bei bestem Wetter an den zerklüfteten Steilklippen. Und es ist wirklich wunderschön!!

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Eine ganze Zeit lang wandern wir entlang des Meeres und genießen die Luft, die Weitblicke, das Wetter und das Gefühl der Freiheit! Am nächsten Tag starten wir erneut von Falmouth zum nächsten Highlight St. Ives. Der Ort ist zurecht ein beliebter Ferienort und als Künstlerkolonie bekannt (die London Tate Gallery hat hier einen Ableger und die Schriftstellerin Virginia Woolf war hier oft als Kind). Im schmucken Hafen kann man sitzen, wahlweise mit Fish & Chips, und auch hier der Ebbe und Flut zusehen. In der Nähe findet man des Weiteren den kilometerlangen Strand der St Ives Bay. Alle Strände sind bereits mehrfach ausgezeichnet worden aufgrund ihrer Lage, ihrer Blicke und ihres feinen weißen Sands.

Enge Straßen führen uns weiter zum kleinen Ort Hope Cove, in dem wir die Nacht verbringen werden. Die richtige Mischung aus Ruhe – nur ein paar Touristen, kleine Pubs, reetgedeckte Häuser, tolle Blicke auf den Strand und das Meer begrüßen uns. Hier ist es ebenso zauberhaft.

Historische Wege

Am nächsten Tag führt uns unser Weg nach Dartmouth. Viele Touristen verbinden Dartmouth mit dem Erlebnis, mit der Dampflock von Torquay (Torki gesprochen) hierher einen Tagesausflug zu unternehmen. Wir haben es anders herum geplant. Dartmouth hat eine lange Geschichte, von hier aus stachen die Schiffe zu den Kreuzzügen im 12. Jahrhundert in See.

Dartmouth

Die Altstadt hat viele historische Gebäude. Das Auffälligste ist das sogenannte „Butterwalk“ im Fachwerkstil. Meine Augen trügen mich nicht: es ist sehr schön und sehr schief!

Langsam wird es Zeit weiterzufahren. Es folgt noch einer der imposantesten Stecken unserer Tour. Entlang der Jurassic Coast haben wir strahlenden Sonnenschein und genießen das Meer, die sanften Hügel, die Felsformationen und Buchten dieses UNESCO Weltnaturerbes.

Jurassic

Der Name Jurassic Coast war und ist übrigens Programm. Hier wurden riesige Dinosaurierknochen gefunden. In Lyme Regis stoppen wir und überlegen kurz, es den Kindern und Erwachsenen gleichzutun. Man kann sich kleine Hämmerchen besorgen und selbst die Steine klopfen – vielleicht finden wir ja auch Fossilien aus der Jurazeit? Aber nach „arbeiten“ ist uns dann doch nicht zumute, wir kaufen uns lieber eine Kleinigkeit zum Essen und setzten uns dabei an den Strand. Der letzte Abend neigt sich langsam dem Ende zu. Schon? Die Zeit vergeht doch wie im Flug, wenn man glücklich ist!

Englands Südküste hat für jung und alt genau das Richtige zu bieten. Es ist bezaubernd, spannend, geschichtsträtig, mystisch und das alles ist verbunden mit herzlichen, hilfsbereiten und freundlichen Menschen. Thank you so much!

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