Jamaica - Karibik, Reggae, Lebensfreude & weiße Strände

von Andrea Helm | mehr Artikel von | 30. September 2014 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

Nach 12 Stunden Flug mit Condor und Zwischenlandung in Kuba landeten wir gegen 17:00 Uhr in Montego Bay. Eine angenehme Schwüle empfing uns und die Sonne war bereits auf dem Weg zum Meer. Eine gefühlt endlos lange Schlange an der Passkontrolle ist das endgültige Startsignal: Ab jetzt laufen die Uhren langsamer. „Yah man“, wir haben begriffen. Unser selbst organisierter Transfer vom Flughafen zum Hotel entpuppte sich schnell als einheimischer Sammeltransport im größeren Kleinbus. Damit wurde uns bereits der erste Wunsch erfüllt– Land und Leute näher kennen zu lernen. Man lacht sich an, man singt, man genießt den Augenblick. Während die Älteren sich gelassen dem Warten ergeben, verbringt die Jungend die Zeit mit flirten. Mittlerweile ist es dunkel und die letzten Reihen im Bus sind mit Koffern bis an die Decke vollgepackt.

Auf geht es nach Runaway Bay ins Hotel Royal Decameron – doch nicht ohne Abenteuer. Ein vollbesetztes Auto schießt aus einer Nebenstraße direkt vor uns in die Spur, ein anderes nimmt eine Vollbremsung vor und ein weiteres überholt ein bereits überholendes Auto. Wir haben festgestellt, dass kurzzeitig auch einmal fünf Autos nebeneinander Platz haben.

Decam Haus

Nach einer ca. einstündigen Fahrt haben wir unser Ziel erreicht. Unser Hotel, das Royal Decameron Club Caribbean, hat seinen völlig eigenen Charme. Der betont rustikale Stil schafft eine romantische Atmosphäre. Es besticht aber vor allem durch seine tolle Strandanlage. Drei langgezogene wunderschöne Buchten schaffen ein immer wieder anderes Bild. Der Strand, eher schmal, ist gesäumt von Palmen und entspricht absolut unserer Vorstellung von Karibik. Die zentrale Hauptbar, die sich direkt neben dem großen Restaurant befindet, wird noch von weiteren, drei kleineren Strandbars unterstützt. Zwischen 9:00 Uhr morgens und 09:00 Uhr abends spielt ein Trio auf einfachen Instrumenten an der Hauptbar karibische Musik.

Die ziemlich eng aneinander stehenden Unterkünfte, die an große afrikanische Rundhütten erinnern, sind einfach eingerichtet. Das sehr große Doppelbett ist der zentrale Mittelpunkt. Das spitzzulaufende Dach wirkt wie ein Dom. Das Bad mit Dusche ist eher einfach gehalten und völlig ausreichend. Die Luft ist trotz Klimaanlage sehr angenehm. Die gepflegte Außenanlage ist groß und besteht überwiegend aus Rundhäusern. Das Restaurant lässt kaum Wünsche offen. Wir fühlen uns rundum wohl.

Nach zwei Tagen intensiver Entschleunigung planen wir unsere Inselziele und Touren:
• Nine Miles – Mausoleum Bob Marley
• Blue Mountain
• Negril/Ricks Café
• Black River/Y.S. Falls

Nine Miles – Geburtsort von Bob Marley, Reggae-Legende

Rasta Mann

Reggae als Jamaikanische Volksmusik zu bezeichnen ist schon fast untertrieben. An fast jeder Ecke der Stadt schallt die Lieblingsmusik der Jamaikaner. Grund genug das musikalische Idol, das hier ganz in der Nähe geboren wurde, zu besuchen. Wir haben Glück und finden einen preiswerten Taxifahrer. Da es ins Landesinnere geht, ist das die beste Entscheidung denn er kennt sich aus. Z .B. wenn es um Geldquellen geht: Erst der vierte Bankautomat den wir ansteuern funktioniert.

Die gute Stunde Fahrt ins Landesinnere lohnt sich! Wer Land und Leute kennenlernen möchte, für den ist eine Taxifahrt optimal. Da der Fahrer selbst in der Gegend lebt, sträubt er sich nicht, uns die verschiedensten Fragen zu beantworten.

Nine Miles liegt etwas versteckt und ist auch bei Google nicht ohne Weiteres zu finden. Es befindet sich abseits der Küsten, inmitten des staubigen Hinterlandes. Der letzte Teil der Straße gleicht einer Piste. Ein riesiges Eingangstor öffnet sich zu einem kargen Gelände. Hier erwartet uns ein Mausoleum. Der Eintrittspreis beträgt derzeit 20,- $. Ohne einen geschulten Führer geht es für uns jedoch nicht weiter. Ein Rasta-Man stellt Gruppen zusammen, die derweil im großen Innenhof einer bunten Reggae-Gruppe lauschen. Zur Einstimmung ist das nicht schlecht. Danach geht es durch ein weiteres Tor, steil hinauf zum Mausoleum. Unser Gruppenführer gibt uns viele Informationen zum Gesehenen. Nun kennen wir B. Marley etwas besser. Nach etwa einer Stunde sind wir wieder auf dem Rückweg. Es gibt wahrscheinlich weniger kommerziell aufbereitete Pilgerstätten, aber allein die Reise hierher war es wert und unser Taxi-Reiseleiter eine Freude.

Blue Mountain – Mountainbike und Kaffee

Blue Mount

Heute wollen wir etwas höher hinauf, tiefer hinein in die grüne Lunge Jamaikas. Von Runaway Bay die Nordküste entlang Richtung Osten. Bald sehen wir die dichten, blau schimmernden Waldhänge der Blue Mountains. Die Fahrt hinein verzaubert, eine eindrucksvolle Flora. Es wird immer grüner und die Luft ist etwas kühler. Steil fahren wir die gewundene schmale Straße hinauf. Noch nicht ganz oben wartet ein kleines Restaurant auf uns. Hier erfahren wir alles über den „Besten Kaffee der Welt“, den Blue-Mountain-Kaffee. Der Anbau findet unter teilweise schwierigen Bedingungen statt, selbst sehr steile Hänge werden bepflanzt. Nach dieser Präsentation fahren wir ein weiteres Stück hoch in die Berge und steigen um, auf ein Mountain-Bike. Sicherheit geht vor: Belehrung, Fahrradhelm und Bremsentest. Zwei Guides fahren voraus und dann geht es ab gen Tal – aber alles ganz sacht. Nach jeweils 300 m folgt ein Stopp mit einer ausführlichen Informationen über Flora und Fauna, links und rechts des Weges. Zeit, um das grandiose Panorama der grünen Umgebung zu genießen. Zwischendurch machen wir noch einmal Rast in dem Restaurant. Mittagszeit: Es gibt Reis mit landestypisch scharfem Fleischtopf oder Hühnchen. Am Ende der Fahrt erwartet uns ein kleiner felsiger See mit einem wunderschönen Wasserfall. Die „Flach-Klippenspringer“ werben um Ihr Trinkgeld und die „überhitzten“ Biker können sich kurz abkühlen. Kurz um: Ein gelungener Tag, der Lust auf mehr Blue Mountain macht.

Hotelwechsel – Iberostar Rose Hall

Mit einer einfachen aber schönen Abendshow nehmen wir Abschied vom Hotel Decameron Club Caribbean. Wir werden schon bald sehnsuchtsvoll zurückdenken. Fazit: Eine authentisch schöne Oase zum Abschalten und Relaxen. In der näheren Umgebung ist nichts Sehenswertes zu erlaufen. Es sind jedoch schöne Ausflüge mit Taxi oder Mietwagen möglich.

Wir fahren ca. 50 Minuten in Richtung Montego Bay, ins Iberostar Rose Hall. Groß und mondän empfängt uns das Hotel, mit all den gewohnten Luxus-Standards. Im direkten Vergleich zum Decameron ist es etwas kühl und reserviert, aber schön. Rein servicemäßig vermissen wir nichts. Lediglich der Strand entspricht nicht ganz unseren Erwartungen: Er ist breit aber ohne Palmen. Dafür sind es nur 20 min Taxifahrt in den nächst größeren Ort, Montego Bay. Hier kann man so ziemlich allen Vergnügungen nachgehen.

Negril / Ricks Café

Negril Strand

Natürlich wollten wir uns den Ort ansehen, in dem kein Gebäude die höchste Palme überragen darf. Also ein Taxi gechartert und ab nach Negril. Wie bei den anderen Touren ist schon die Fahrt das reinste Erlebnis. Besser kann man die Insel nicht kennenlernen. Viele kleine Häuschen sind wie bunte Farbkleckse links und rechts an der Straße platziert. Überall gibt es kleine Strände, Verkaufsbuden oder einen Anhalter. Die kleinen Orte sind leider selten eine Augenweide. Negril hat dagegen schon ein anderes Format. Allein der palmengesäumte Strand ist etwa elf Kilometer lang. Umzäunten Hotelstrände gibt es hier nicht. Damit ist er ideal für lange Spaziergänge geeignet. Manchmal wird jedoch Eintritt verlangt. Am Leuchtturm haben wir erstmalig einen deutschsprechenden Guide gesehen. Für 5,- $ informiert er uns über die ganze Geschichte Negrils.

Klippensprung Mann

Natürlich durften auch das Café Ricks und seine Klippenspringer nicht fehlen. Es ist schon beeindruckend, aus welchen Höhen sich hier in die Tiefe gestürzt wird. Auf der Rückfahrt zum Hotel erwischte uns ein kleiner Regenschauer und zeigte uns, wie schnell sich daraus reißende Bäche entwickeln können.

Unterwegs entdeckten wir einen Wochenmarkt. Spontan wollten wir diesen ein wenig erkunden. Unser Taxifahrer hielt das jedoch für keine gute Idee, da er „für unsere Sicherheit nicht garantieren könne“. Wir glaubten ihm, er entpuppte sich nämlich als „Jamaikaner mit Leib und Seele“. Nach mehreren Jahren, die er in Amerika lebte, sei er mit wehenden Fahnen in das einzig wahre freie Land zurückgekehrt und, er möchte es nie mehr verlassen.

Black River / YS Falls

Krokodil

Noch einmal zieht es uns in die wunderschöne Natur. Wir unternehmen eine Safari-Reise zum Black River. Es wird eine sehr abenteuerliche Fahrt im Kleinbus. Der Fahrer glaubt sich womöglich in einem Rennwagen oder hat das Gefühl verfolgt zu werden. Er fährt die sehr enge und kurvenreiche Strecke mit äußerst waghalsigen Manövern. Ist das Steuern eines Fahrzeuges in Jamaika eine Herausforderung, so ist das Laufen auf einer Straße eher ein Hoffnungsunternehmen. Am Ziel unserer „Flucht“ versöhnten wir uns mit einem wunderbaren Biotop. Der Black River ist wirklich ein kleiner Schalk. Obwohl man ein schwarzes Gewässer sieht, ist das Wasser an sich klar. Der dunkle Flussgrund lässt uns irren. Die ca. einstündige Fahrt mit dem Boot ist äußerst interessant. Man bekommt einen unbeschreiblichen Eindruck von Karibik, Urwald und Natur. Neben den Krokodilen, die ganz nah angefahren werden, sieht man auch viele Vögel und die bizarre Mangrovenwelt. Die angenehme Stille durchbrochen von den Stimmen der Natur zaubern ein unglaubliches Gefühl herbei.

Waterfall

Nach der angenehmen Frische auf dem Boot, drückt die Schwüle beim Aussteigen umso mehr. Aber es wartet ja noch ein weiteres Abenteuer auf uns: Weiter geht es zu den Y.S. Wasserfällen. Die Y.S. Fälle liegen mitten im Dschungel. Wir parken an einem Parkeingang und werden mit Traktor und Anhänger an den Fuß der Fälle gefahren. Die unterschiedlich hohen Kaskaden dürfen betreten werden. Überall sind „Wasser-Guides“, die die Besucherströme lenken und sichern. Die Atmosphäre ist toll. Das Gelände ist angelegt wie ein Park und man bekommt neben vielen verschiedenen tropischen Pflanzen auch große alte Bäume zu sehen. Der Strömungslärm ist gewaltig und lässt die Kraft des Wassers erahnen. Ein Kletterpark, der quer über und zwischen den Fällen verläuft ist ein besonderes Highlight. Die Rückfahrt zum Hotel verläuft ähnlich der Hinfahrt.

Was bleibt

Jamaika ist definitiv eine Reise wert. Die Insel bietet so ziemlich Alles, für Abwechslung ist gesorgt. Traumhafte Strände aber auch Steilufer, herrlich grüne Natur und eine einzigartige Lebensphilosophie. Lebenslustige Menschen die gerne singen und tanzen. Eine Infrastruktur mit optischen Schwächen. Mein Tipp: Eine Reise sollte gut geplant sein, um das richtige karibische Plätzchen zu finden. Unsere beiden Hotels konnten unterschiedlicher nicht sein, wir können Sie aber beide zu 100% weiterempfehlen.

 
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