Kreuzfahrt mit der Azamara Quest von Singapur nach Dubai

von Jessica Zschiegner | mehr Artikel von | 21. Mai 2016 | Aus den Reisebüros | Ein Kommentar

Endlich war er da, der lang ersehnte Urlaub in wärmeren Gefilden… Wir haben uns Sonne und viele neue Eindrücke gewünscht und uns deshalb die Strecke Singapur – Dubai mit der Azamara Quest ausgesucht. Zusätzlich planten wir eine Vorübernachtung in Singapur und drei Übernachtungen in Dubai.

SINGAPUR

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Nach einem entspannten Flug mit Emirates sind wir Nachmittags in Singapur gelandet. Mit dem Taxi ging es dann vom Changi Airport direkt ins Zentrum. Für die Strecke benötigt man, je nach Verkehrslage, etwa 15 bis 20 Minuten und bezahlt ca. 16 SGD (Limousinentaxis kosten mehr).

Glücklicherweise war das Taxi klimatisiert, denn draußen herrschten 34°C und eine 85%ige Luftfeuchtigkeit. Nachdem wir uns im „The Fullerton“ kurz frisch gemacht haben, ging es sofort an den Clarke Quay. Hier lässt es sich auch bei Wärme wunderbar flanieren und man kann bis zum berühmten Merlion gehen. Auch eine Bootsfahrt lohnt sich auf jeden Fall, da man so ganz entspannt das gesellschaftliche Zentrum genießen und dabei das Finanzzentrum Singapurs um den Raffles Place mit all seinen Wolkenkratzern bewundern kann. Auch eine Fahrt zur Insel Sentosa (Traumstrände), oder ein Frühstück im Zoo lohnen sich immer. Wir hatten uns für dieses Mal die spektakuläre Dachterrasse des Marina Bay Sands ausgesucht. Der Eintritt beträgt pro Erwachsenen 23 SGD und man erreicht den Skypark mit einem extrem schnellen Aufzug nach wenigen Sekunden (57. Etage). Was soll ich sagen? Der Ausblick ist absolut einzigartig und der Infinity-Pool des teuersten Hotels der Welt ist großartig, aber sehr voll. Diesen kann man nur als Hotelgast nutzen.

Nach einer ruhigen Nacht haben wir uns dann per Taxi (etwa 10 SGD) auf dem Weg zum Kreuzfahrtterminal Marina Bay gemacht. Alternativ zum Taxi wird das Terminal auch von einer Buslinie angefahren und man muss aus Richtung Stadt an der letzten MRT (Metro)- Haltestelle in den Bus umsteigen. Zudem muss der Bus auch passend gezahlt werden – also lieber das Taxi nehmen…

AZAMARA QUEST/SCHIFF

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Dann endlich hieß es „Welcome back home“ und nach einem, wie immer, sehr komfortablen und zügigen Check-In konnten wir sofort aufs Schiff und in unsere Kabine (diese wurden gegen 13 Uhr freigegeben). Die Azamara Quest befand sich die Wochen vor unserer Reise im Dock und wurde in vielen Bereichen modernisiert. So wurden viele Teppiche erneuert, in den Kabinen gibt es neue Tapeten und einen größeren Fernseher und in vielen öffentlichen Bereichen wurde einiges in gedeckten modernen Farben erneuert. Das Internet-Café befindet sich jetzt im „Living Room“, ehemals „Looking Glass“ und dort, wo sich das Internet-Café befand, wurden nun zwei neue Spa-Suiten eingebaut.

Wir haben uns Nachmittags noch für ein Stündchen Power-Napping auf die dicken bequemen Auflagen der Liegestühle begeben, bevor es dann Zeit für die Sail-away-Party (22 Uhr) und den ersten Cocktail wurde.

Die Quest ist ein luxuriöses kleines Kreuzfahrtschiff mit bis zu knapp 700 Passagieren und etwa 450 Crew-Mitgliedern. Englisch ist hier Bordsprache und man reist meist mit vielen Amerikanern, Briten und Australiern. Aber auch immer mehr Deutsche entdecken dieses Produkt für sich (auf dieser Reise immerhin 22). Grundzüge der englische Sprache sind Mindestanforderung. Man reist sehr entspannt und die Kleiderordnung kann man als (fast) nicht existent oder smart casual benennen. Lediglich Jeans und Flip Flops sind in den Restaurants (außer Buffet) nicht geduldet – aber das versteht sich ja eh von selbst… Die große Abendgarderobe kann also getrost zuhause bleiben. Man reist mit Azamara sehr gediegen und entspannt. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 55+. Wir haben dieses Alter noch lange nicht erreicht, fahren aber trotzdem gerne mit, weil eben keine Musik über das Sonnendeck dröhnt und es keine peinlichen Spielchen gibt. Auf jeder, mindestens 7 tägigen, Reise wird ein „Azamazing Evening“ angeboten. Dahinter verbirgt sich ein kostenloser, von der Reederei organsierter Abendausflug zu besonderen Zielen. So wurde während unserer letzten Reise z.B. abends Ephesos nur für uns geöffnet und mit tausenden Kerzen illuminiert. Überall standen kleine Tischchen mit Häppchen und es wurden Getränke (Champagner, Wein) verteilt. Als Krönung spielte dann ein klassisches Orchester mitten in den Ruinen. Was soll man sagen… einfach klasse.

PENANG/MALAYSIA

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Die erste Station unserer Tour war dann Penang in Malaysia. Das Schiff legte recht stadtnah an, so dass man nach 10 Minuten Spaziergang bereits die Ausläufer der Innenstadt erreicht. Teile der Altstadt gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir sind jedoch zum etwas außerhalb liegenden Schlangentempel Nat Chaiya Mangkalaram gefahren in dem man einen 33m langen liegenden Buddha bewundern kann. Direkt gegenüber liegt der chinesisch-buddhistische Tempel Ke lok Si. Hier wurde gerade das buddhistische Wasserfest gefeiert und alle waren mit teils riesigen Wasserpistolen unterwegs um sich gegenseitig zu bespritzen. Natürlich waren wir, als offensichtliche Touristen, ein dankbares Opfer und binnen Sekunden bis auf die Haut durchnässt. Es war ein einmaliges und spaßiges Erlebnis, zudem bei 35 °C so eine Dusche durchaus erfrischend ist. Unser Fahrer hat seinen Rücksitz beim Einstieg auf jeden Fall vorsichtshalber mit reichlich Handtüchern abgedeckt….

SRI LANKA

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Als nächstes stand Colombo/Sri Lanka auf unserer Strecke. Das Schiff lag im Containerhafen etwas weiter draußen. Hier haben wir dann unseren ersten Ausflug über die Reederei gebucht. Wir wurden mit dem Bus vom Schiff abgeholt und zum Hauptbahnhof Colombo gebracht. Während der Fahrt konnten wir ein paar erste Eindrücke sammeln und waren sofort von der Schönheit der Natur gefangen. Am Bahnhof bestiegen wir dann einen wunderschönen nostalgischen Zug, mit weißen Tischdecken im altenglischen Stil gehalten. Die Fahrt nach Kandy dauerte etwa 2 Stunden und wurde durch den Besuch des Temple of the Tooth gekrönt. Die Tempelanlage ist sehr weitläufig und entspricht dem, was man sich unter einem buddhistischen Tempel vorstellt. Mönche in orange oder rot, überall verschiedene Altäre und Blumenverkäufer, die kleine Spendenbukets feilbieten. Neben dem Elefanten-Waisenhaus in Pinnawela DIE Attraktion in Sri Lanka. Zurück ging es dann wieder mit der Bahn (wo auch wieder Tee in Porzellantassen serviert wurde) und spät abends waren wir dann wieder froh und müde auf dem Schiff.

KOCHI

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Nach einigen Seetagen erreichten wir dann die erste Station auf dem indischen Subkontinent- Kochi. Mit dem Taxi sind wir nach Allapuzha gefahren und konnten einen ersten überwältigenden Eindruck gewinnen. Indien ist definitiv nicht das sauberste Land. Überall glühen Müllhaufen vor sich hin, die sanitären Einrichtungen sind verschweigenswert und das Leben eher ärmlich. Gleichzeitig ist das Land extrem bunt, die Natur ist grandios und die Menschen sehr freundlich. In Allapuzha haben wir eine Backwater-Tour auf einem Hausboot unternommen und konnten hier so richtig ins den indischen Land-Alltag hineinschnuppern. Wir konnten sehen, wie Reis geerntet wurde, wie im Fluss gebadet und die Wäsche gewaschen wurde. Auf dem Rückweg haben wir einen kurzen Stopp im botanischen Garten eingelegt und konnten im Schatten der Bäume sehen, wie z.B. Mangos und Durianfrüchte reifen.

GOA

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Noch bevor wir die ersten Eindrücke verarbeiten konnten, erreichten wir Goa. Ehemals sehr beliebt bei den Hippies, dann in den 90er-Jahren von den Techno-Jüngern entdeckt und nun wieder in ruhigem Schlaf liegend. Traumhafte Strände und mit einer großen Fischerei-Tradition (hier findet man auch die bekannten chinesischen Fischernetze). Berühmt ist Goa auch für seine Gewürze und man kann diverse Plantagen besichtigen. Hier sieht man dann wie die Gewürze angebaut werden und wie sie in Frischform aussehen. Niemand geht hier weg, ohne reichlich Pfeffer, Kurkuma, Koriander etc. gekauft zu haben.

MUMBAI

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Es erwartet uns DAS Highlight dieser Reise: Mumbai!!! Über 19 Millionen Einwohner, laut, dreckig, bunt und nicht zu begreifen. Wir haben uns nicht zugetraut, diese Riesenstadt allein zu erkunden und würden dieses auch niemandem empfehlen. Wir haben uns für einen geführten Ausflug entschieden, der uns erst einmal zum Bahnhof führte. Es war einfach unfassbar, welch Menschenmassen sich auf so wenig Platz drängen. Zudem sieht man auch überall die heiligen Kühe, die mitten in der Stadt leben und von jedermann gefüttert werden. Für uns Europäer kann das schon sehr einschüchternd sein. Das Schlimmste für einen Inder ist ein Unfall mit einer Kuh, da er sich sofort den Zorn eines der Götter zuzieht. Meist wird er dann auch noch von der Familie verstoßen, da diese glaubt, das Unglück überträgt sich auch auf sie, wenn derjenige bleibt. Mit der Bahn (wir sind 1. Klasse gefahren, die bei uns etwa einer 5. entspricht) sind wir einige Stationen Richtung Dhobi Ghat gefahren. In das Gebiet dieser bekannten OpenAir-Wäschereien kann (und sollte) man nicht hinein. In gegossenen Betonzubern und unter Einsatz aggressivster Chemikalien wird hier fast rund um die Uhr gewaschen und getrocknet. Die Arbeiter arbeiten für etwa 2,50 EUR Tageslohn 14 Stunden. Eigentlich ist es schlimm, dass so etwas zur Touristen-Attraktion wird, allerdings wird dadurch natürlich auch das Bewusstsein vieler erst geöffnet. Mit dem Bus ging es dann eilig zu einer Haupt-Verteiler-Station der Dabbawallas. Die Dabbawallas sorgen dafür, dass, allein in Mumbai, täglich etwa 250.000 frisch gekochte Mittagessen von den Hausfrauen zu den Arbeitsstätten der Männer und zurück verteilt werden – ein logistisches Meisterwerk. Die Boxen sind mit Farben und Buchstaben versehen und werden durch immer weitere Verteilung pünktlich auf die Minute angeliefert. Der Beruf des Dabbawalla ist einer der besser angesehenen und auch besser bezahlten in Mumbai. Nach einem Besuch des Ghandihauses (die Inder sagen: erst kommt Ghandi, dann Gott und danach Tata) und einem Besuch des Gate of India neigte sich der Tag viel zu früh dem Ende entgegen und wir hatten zwei Seetage Zeit, das gesehen zu verarbeiten. Für uns steht eindeutig fest, dass wir noch einmal Indien bereisen werden. Natürlich gibt es viele Probleme und auch das Wort Emanzipation gibt es in Indien kaum, aber kaum ein Land berührt einen emotional so wie Indien.

MUSCAT/OMAN

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Und auf einmal lag Muscat vor uns und damit wieder eine völlig andere Kultur. Wunderschön am Fuße des Hajar-Gebirges gelegen erwartet uns nun die arabische Kultur. Wir haben eine HopOn-HopOff- Tour gemacht, die mit knapp 60 EUR sehr teuer ist. Man wird so ein bisschen durch die Gegend geschaukelt und sieht von Allem etwas. Insgesamt 10 Haltestellen mit Opernhaus, Palast, Museum, Strand, etc.. Lohnt sich nicht wirklich… Was sich aber lohnt ist der Mutrah Souk. Hier erlebt man das Land hautnah, da auch viele Einheimische sich dort mit dem Nötigsten eindecken. Natürlich wird man angesprochen, aber eher reduziert. Hier haben die Frauen seit längerem freien Zugang zu Bildung und Beruf, dürfen aber z.B. erst seit 2008 eigenen Grundbesitz haben. Die Meisten sind komplett verschleiert. Von hier aus ging es dann bereits Nachmittags zu unserer letzten Station.

DUBAI

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In Dubai ist man im liberalsten aller Emirate. 15% Einheimischen stehen 85% Gastarbeiter, meist aus Indien, Pakistan und den Philippinen, gegenüber. Um in Dubai arbeiten zu dürfen benötigt man neben einem Gesundheitstest auch noch einen einheimischen Paten.

Besonders in den klimatisierten Malls spielt sich das Leben tagsüber ab, da es draußen zu heiß ist. Abends verlagert sich die Betriebsamkeit dann auf die Straße. Wie erwartet sieht man fast nur sehr große und sehr teure Autos auf den Straßen, die Frauen tragen die teuersten Handtaschen und man findet die teuersten Geschäfte (ich habe noch nie einen Chanel-Laden gesehen, in dem man Schlange stehen musste…). Die Frauen sind auch hier verschleiert, jedoch merkt man, dass es hier etwas offener zugeht, da hier und da doch einmal ein Haaransatz blitzt oder die Übergewänder offen getragen wird. Auch hier wird Polygamie (für die Männer) noch gelebt und jeder Einheimische der eine Einheimische heiratet, erhält vom Staat zur Hochzeit ein Haus, ein Auto und etwa 30.000 USD.

Hier lohnt sich auf jeden Fall eine Fahrt auf Etage 125 des Burj Khalifa (um die 30 EUR, Tickets vorab besorgen). Der Aufzug schafft diese Höhe in knapp einer Minute und die Aussicht ist grandios. Natürlich sollte man sich auch die Wasserspiele zwischen Burj Khalifa und Dubai Mall nicht entgehen lassen. Diese finden zwischen 18 und 20 Uhr alle 30 Minuten statt, zwischen 20 und 23 Uhr dann alle 20 Minuten.

Obwohl die Dubai Mall die derzeit größte der Welt ist, hat uns die Mall of the Emirates mit der integrierten Skihalle besser gefallen. Wenn diese geschlossen ist, werden Pinguine freigelassen, die dann dort die Kälte genießen können. Auch wenn es sehr touristisch ist, so lohnt sich doch ein Ausflug zum Sonnenuntergang in die Wüste. Das Dune Bashing macht Riesenspaß, wird aber nicht von jedem vertragen.

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Sehenswert ist auch das Atlantis the Palm, eine Art Freizeit- Wasserpark-Aquarium-Hotel. Dies erreicht man mit der Metro und einer anschließenden Fahrt mit einer Magnetbahn. Auch ansonsten ist die Metro das Verkehrsmittel der Wahl und bei der Wahl des Hotels sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass man eine Metro- Station in direkter Umgebung findet. Wir haben uns eine Prepaid-Karte für die GoldClass gekauft, die man am Ende auch wieder zurückgeben kann (5 AED Gebühr). In der GoldClass sitzt man in Ledersitzen, die Waggons befinden sich am Ende oder am Anfang der Züge. Eine entsprechende Kennzeichnung befindet sich an den Gleisen. Die Magnetbahn kann man mit der Karte nicht nutzen. Wer dann noch Zeit hat sollte sich die Gewürz- und Goldsouks, besonders am Abend, in Deira oder den Dubai Marina Walk ansehen. Wir haben zudem noch einen Tagesausflug nach Abu Dhabi gemacht und sind über Yaz Island (Formel 1) und Saadiyat Island (Museen, Strände, Wohnanlagen) zur Sheik Zayed Moschee gefahren.

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Die Moschee ist die achtgrößte der Welt und wurde 2007 eröffnet. Der Namensgeber verschied bereits 2004 und wurde auf dem Gelände bestattet. Man liest dort zu seinen Ehren 24 Stunden Koransuren. Wunderschönes weißes Sakralbauwerk mit Mamörböden und einem der größten Teppiche der Welt innen. Hier muss man besonders auf seine Garderobe achten, da man die Kleidervorschriften hier wirklich ernst nimmt und noch vor dem Eingang kontrolliert. Heißt: bei Damen dürfen weder Fesseln, Handgelenke oder Haare zu sehen sein. Auch ein kleiner Ausschnitt wird nicht akzeptiert. Die Herren haben es da leichter und müssen lediglich die Beine bedecken und sollten keine religiösen Symbole auf dem T-Shirt tragen. Allgemein ist Abu Dhabi deutlich traditioneller als Dubai. Man sagt, Dubai stehe für das Nachtleben und das Shoppen, Abu Dhabi für Kunst und Kultur.

Wie immer ging die Reise viel zu schnell vorbei. Wir haben ein wunderbares Schiff mit wirklich exzellentem Service und einer tollen Küche genossen. Die einzelnen Destinationen waren toll und besonders Sri Lanka und Indien machen Appetit auf mehr. Wir werden mit Sicherheit noch lange von all den verschiedenen Eindrücken zehren.

 
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