Unterwegs in der "goldenen Stadt" - Prag

von Marie-Christin Kliche | mehr Artikel von | 28. Mai 2015 | Aus den Reisebüros | Keine Kommentare

An einem frühsommerlichen Sonntag-Nachmittag geht es mit dem Fernbus ab dem Leipziger Hauptbahnhof in die goldene Stadt Prag. Nach 3 Stunden bequemer Busfahrt, am Prager Busbahnhof Florenc angekommen, geht es weiter mit der Metro (Prager U-Bahn) zu unserem Hotel.

Das Andel’s Hotel **** liegt im neuen Geschäftsviertel, neben dem größten Einkaufszentrum Prags, inmitten einer Fußgängerzone mit kleinen Cafés und Restaurants. Das Stadtzentrum ist ca. 2 km entfernt und es ist super mit der U-Bahn oder der Tram zu erreichen. Die nächsten drei Tage werden wir hier wohnen.

Die angenehmen Temperaturen ziehen uns in das Stadtzentrum. Von jubelnden Eishockey Fans, gekleidet in blau-weiß-roten Trikots, werden wir am Wenzelsplatz begrüßt. In der Hauptstadt herrscht Ausnahmezustand. Der Grund: Tschechien ist Gastgeber der Eishockey-Weltmeisterschaft. Überall sind große Leinwände aufgebaut und das bunte Publikum feuert ihre Landsleute mit Leib und Seele an. Warum nicht mit jubeln? … und so finden wir uns in der tobenden Masse wieder, voller Euphorie, mit einem kühlen tschechischen Bier und leckerem Prager Schinken vom Grill. So macht Public Viewing Spaß. Wir lassen den Abend ausklingen und finden uns auch spät mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zurück ins Hotel. Eine Metro-Fahrt kostet 24 Kronen ( 1 € = 27 Kronen), umgerechnet also weniger als 1 €. Geld tauscht man am besten in den Wechselstuben oder direkt im Hotel.

Wir stärken uns mit einem leckeren Frühstück. Denn Kraft brauchen wir – ein steiler Aufstieg zur Prager Burg Hradschin ist geplant und zu Fuß lässt sich Prag super erkunden. Wir schlendern am Moldauufer entlang, vorbei an niedlichen Hausbooten. Und plötzlich liegt sie vor uns, die Karlsbrücke. Sie verbindet die Altstadt mit der Kleinseite Prags. Auf jeder Seite der Brücke steht ein Turm. Diese können bestiegen werden und sorgen für einen schönen Ausblick auf die Stadt und die Brücke von oben. Ein Spaziergang über die Karlsbrücke bedeutet vor allem Eines: eine Mischung aus gut gelaunten Touristen, die begeistert Fotos von den Heilgenstatuen machen, sowie vielen Künstlern, die ihre Bilder, Schmuck und ihr musikalisches Talent zum Besten geben!

Karlsbrücke Aussicht

Von den 30 Skulpturen der Karlsbrücke sticht eine besonders heraus: die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk. Wer das Bronzerelief am Sockel der Statue berührt, dem wird reichlich Glück beschert, so sagt man. Mein Tipp: am besten kann man diese schöne, mittelalterliche Brücke im Morgengrauen genießen, denn dann hat man sie ganz für sich allein. Am Ende der Brücke gelangen wir zur ‚John Lennon Wall‘. Die Mauer war früher eine gewöhnliche Altstadt-Wand in Prag, aber seit den 80er Jahren wird sie mit von John Lennon inspirierten Grafitti und Teilen von Beatles-Songtexten bemalt.

Grafitti Prag

Angekommen auf der Kleinseite begeben wir uns hungrig in ein gemütliches Restaurant, namens Terasa u Zlate Studne, das mit seiner ausgezeichnet landestypischen Küche wirbt. Schweinebraten mit Knödeln und Sauerkraut – das tschechische Nationalgericht – ist schnell gefunden, bestellt und serviert. Besonders angetan haben es mir die ‚Palačinky‘. Dünne Eierpfannkuchen, die traditionell mit Aprikosen- oder anderer Fruchtkonfitüre bestrichen werden, einfach lecker.

Palatcinky
Es geht weiter hinauf auf den Burgberg, entlang an malerischen kleinen Gässchen, die allerhand Souvenirs anbieten. Besonders beliebt sind Holzspielzeug, wie Marionetten, böhmisches Kristallglas, Oblaten oder Matroschkas. Die Steigung nimmt beträchtlich zu. Völlig außer Atem haben wir den Aufstieg bewältigt und werden mit einem wunderbaren Blick auf die historische Stadt, belohnt. Die Zeit scheint für einen Moment stehen geblieben zu sein und lässt uns ein wenig in der Illusion des vergangenen Jahrhunderts schwelgen.

Aussicht Prag
Empfangen werden wir von 2 fest betonierten Soldaten, die keine Miene verziehen. Wir flanieren durch die wundervollen Paradiesgärten, vorbei am imposanten Veits-Dom, im Inneren bestaunen wir das berühmte bunte Glasfenster und die Skulpturen in den Seitengängen. Durch das „goldene Gässchen“ spazieren wir zurück in die Altstadt. Zum absoluten Highlight wird nun unser Besuch im Theater „Hybernia“. Das tschechische Nationalballett führt Tschaikowsky’s ‚Schwanensee‘ auf.

Ballett Schwanensee Prag

Ein Ticket haben wir für umgerechnet 38,00 € ergattert. Eine ergreifende Liebesgeschichte, wunderbare Musik, hinreißende Choreografie erwartet uns die nächsten 3 Stunden. Momente, die bleiben.

Ballett Schwanensee Prag

Unseren letzten Tag wollen wir ausgiebig nutzen und beginnen ihn mit einer Tretbootfahrt auf der Moldau. Wir genießen die Sonne und den tollen Ausblick auf die Karlsbrücke.

Tretbootfahrt Moldau, Prag

Nun soll unser Stadtrundgang ganz im Zeichen der Geschichte stehen. Vorbei am 65 m hohem gotischen Pulverturm, der seinen Namen dem bis Ende des 17. Jahrhunderts hier gelagerten Schwarzpulver verdankt, geht es weiter zum Wenzelsplatz. Hier befinden sich zahlreiche Straßencafés, Kneipen, Restaurants und Diskotheken, besonders Abends herrscht hier reges Treiben. Wir kehren in einer Bar ein und entscheiden uns für eine Prager Schokolade – man kann sie fast löffeln, so dickflüssig und schokoladig ist sie. Gestärkt stürzen wir uns in einen Shopping-Marathon, denn der Wenzelplatz ist die Haupteinkaufsstraße der Stadt, und von H&M, Zara, Bershka, C & A ist hier alles zu finden.

Im Herzen von Prags historischem Zentrum befindet sich der Altstädter Ring mit seinem Rathaus und seiner bekannten astronomischen Aposteluhr. Jede volle Stunde drängeln sich dort Hunderte von Touristen mit gezückten Fotoapparaten. Sie wollen das faszinierende Schauspiel der astronomischen Uhr miterleben, die im Mittelalter zu den Weltwundern gezählt wurde. Die 12 Apostel treten der Reihe nach in Erscheinung, begleitet von einem Glockenspiel.

Aposteluhr Prag

Auf dem Platz tummeln sich Straßenmusiker und sorgen für einen einzigartigen Flair. Wir genießen einen Kaffee mit Ausblick auf das Rathaus bei blauen Himmel und Sonnenschein.

Rathaus Prag

So lassen wir unseren Trip Revue passieren. Prag lässt nicht los… Dieses Mütterchen hat Krallen‘, schrieb Franz Kafka. Ein wahres Allroundtalent, welches sowohl Kulturliebhaber, Shoppingbegeisterte oder Nachtschwärmer in seinen Bann zieht.

Ahoj Praha. Auf ein baldiges Wiedersehen.

Prag bei Nacht

 
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