Wanderurlaub auf La Gomera

von Kerstin Göpfert-Lohse | mehr Artikel von | 30. September 2014 | Aus den Reisebüros | 2 Kommentare

Gerne entfliehe ich der winterlichen Kälte auf die Kanarischen Inseln. Sonne und Wärme im Februar, atemberaubende Landschaften und Ausblicke, eine total entspannte Atmosphäre im Valle Gran Rey und faszinierende Wanderungen – das erwartet einen auf La Gomera!

Der Flug von Dresden nach Teneriffa war geschafft- am Flughafen empfingen uns sommerliche Temperaturen. Die Reiseleitung hatte bereits Fährtickets und Transfer organisiert, sodass wir die Wartezeit am Hafen von Los Cristianos verbummeln konnten. Wir erfreuten uns an den zahlreichen Sandskulpturen und genossen einen leckeren Kaffee. In der Abendsonne brachte uns die Fähre nach La Gomera, wo uns wieder ein erfahrener Neckermann Reiseleiter erwartete und uns mit ersten Tipps und Infomaterial zur Insel versorgte. Der Minibus brachte uns nach einer kurvenreichen Fahrt direkt in unser Hotel im Ort Valle Gran Rey. Noch am gleichen Abend spazierten wir am Meer entlang und genossen unser Abendessen mit „Meerblick“. Im Casa Maria, dem berühmten Treff zum Sonnenuntergang, genossen wir noch eine Weile die Livemusik und stimmten uns auf die kommenden Urlaubstage ein.  Mitternacht- Zeit zum Schlafen!

Am nächsten Tag buchten wir beim Wanderanbieter Timah zwei Touren. Wer sein Wanderpaket bereits vorab gebucht hat kann sich entsprechende Termine und Touren aussuchen. Beim Erkunden des Ortes sind uns die vielen netten kleinen Läden, Cafes und Restaurants aufgefallen, viele in deutscher Hand, mit interessanten Angeboten.  Im Hafen hatten wir die Möglichkeit das Segelschiff „Alexander von Humboldt II“ zu bestaunen, genossen die leckeren Düfte, die in die Fischrestaurants am Hafen locken und beobachteten Fischer beim Reparieren ihrer Boote oder beim Sortieren ihres Fangs. Mein Tipp für Sie: Probieren Sie das Rosmarin-Zitronen-Eis, super lecker!

Im Hafen von Valle Gran Rey

Im Hafen von Valle Gran Rey

Lecker, lecker!

Lecker, lecker!

 Unser erster Wandertag

Pünktlich holte uns der Wanderbus am Hotel ab und brachte uns nach ca. einstündiger Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, einem Knotenpunkt mitten auf der Insel. Während der Fahrt versorgte uns unser Wanderführer Ernst mit ersten Informationen zu La Gomera. Er ist Spezialist für Flora und Fauna und hat uns ebenfalls einen geologischen und geografischen Überblick über die Insel und die weiteren Inseln der Kanaren vermittelt. Ein kurzer Anstieg führte zum Pico de Garajonay, dem höchsten Punkt der Insel mit 1487 m. Ein fantastischer Ausblick erwartete uns. Praktisch nebelfrei hatte man einen Rundumblick auf alle kanarischen Inseln – das sieht man wirklich nicht alle Tage! Der Teide erstrahlte mit seiner weißen Haube und selbst Wanderführer Ernst war begeistert, denn oft wandert man im Nebel… Der Abstieg führte uns hinab in den legendären „Nebelwald“.  Der Weg war vorbildlich markiert und obwohl es über Stock und Stein ging kamen wir gut voran. Kurze Pausen nutzte Ernst für seine Erklärungen. Bemooste Bäume, Sträucher und verschiedene Blüten lassen das Herz eines jeden Botanikers oder Hobby-Botanikers höher schlagen. Auf La Gomera gibt es mehr als 800 endemische Pflanzenarten. Wir picknickten auf einer Lichtung mit herrlichen Blick auf das Tal. Weiter führte der Weg zur kleinen Kapelle Ermita de Lourdes, Holzbänke laden zu einer Rast ein. Wir erinnern uns an die zahlreichen Pflanzen wie Würzlorbeer und Stinklorbeer, Gagelbaum, Baumheide, Wacholder, Kanarenkiefer, Adlerfarn und Wurmfarn, Natternkopf, zahlreiche Kakteen und wilde Orchideen, die wir auf unserer Wanderung bestaunen konnten. Ein letzter Anstieg führte uns zum Wanderparkplatz El Cedro, wo der Bus schon auf uns wartete und uns zurück zum Valle Gran Rey brachte. Zufrieden und von den vielen Eindrücken überwältigt freuten wir uns bereits jetzt auf die anstehende Kräuterwanderung.

Nebelwald

Nebelwald

Wallfahrtskapelle

Wallfahrtskapelle

Unser zweiter Wandertag

Der Wanderbus brachte uns durch zwei Tunnel nach Arure, ca. 12 km vom Valle Gran Rey entfernt, in 834 m Höhe. Obwohl der Ort oft von den Passatwolken eingenebelt ist, erwartet uns wieder strahlender Sonenschein und ein blauer Himmel. Wir sind ca. 15 Leute und starteten mit unserer „Kräuterhexe“ Brigitte unseren Spaziergang. Sie lebt seit Jahrzehnten auf Gomera und hat von einer einheimischen Bäuerin viele Weisheiten und Erkenntnisse übernommen, die sie sehr anschaulich in ihre Erklärungen eingeflochten hat. Gegen jeder Krankheit ist ein Kraut gewachsen, das wussten und nutzten auch die Bewohner Gomeras schon immer. Am Wegrand wuchsen viele Blumen und Kräuter, die wir sofort kosten konnten und die auch heute in „modernen“ Arzneimitteln verwendet werden. Wieder wanderten wir im Garajonay Nationalpark, der zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Einige Pflanzen kannten wir schon von unserer ersten Tour und wir freuten uns, wenn wir mit dem bereits erworbenen Wissen glänzen konnten. Wir passierten unerwartet Aussichtspunkte mit Teide-Blick, erfreuten uns an den Orchideen, der Gomera-Geranie, der Ringelblume und vielen anderen Pflanzen. Nach 3 gemütlichen Stunden erreichen wir das Bergdorf Las Hayas, wo man Palmen bestaunen konnte, an denen gerade Palmhonig geerntet wurde. Eine sehr mühsame und langwierige, teilweise auch gefährliche Prozedur, denn die Honigtöpfe werden täglich geleert und dazu müssen die Palmen erklommen werden. Es gibt Leitern, die von Palme zu Palme führen um die Weg zu verkürzen. Krönender Abschluss der heutigen Tour war die Einkehr im urigen Restaurant La Montana.  Dona Efigenia, die Gründerin des Restaurants, ist eine Institution auf La Gomera und gibt auch heute im fortgeschrittenen Alter noch persönlich Informationen zum vegetarischen Bio-Menü, das uns serviert wurde. Gofio, ein gomerisches Nationalgericht, eine Gemüsesuppe, ein leckerer Ziegenkäse-Tomaten-Brotsaufstrich und ein Pudding mit Palmhönig erfreuten unseren Magen. Natürlich gab es gomerischen Wein und wer mochte beendete das Menü mit einem Kräuterlikör. Der Wanderbus brachte uns zurück zum Urlaubsort und ein ereignisreicher Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen.

Aussichtspunkt

Aussichtspunkt

Blick zum Teide

Blick zum Teide

Individuelle Wanderungen führten uns zum Wasserfall El Guro, eine sehr schöne Wanderung durch ein idyllisches Flusstal, wo nach Überwinden von  kurzen steilen Auf- und Abstiegen, auch mit Hilfsmitteln wie Seilen, der Wasserfall in die Tiefe stürzte. Von Arure ging es über einen Bergkamm ins Valle und zu den Quellen von Epina.

Mit dem Mietwagen erkundeten wir den anmutigen Ort Agulo sowie Valleheroso im Norden. Ein Stopp im Nationalparkzentrum mit Heimatmuseum lohnt auf jeden Fall. Sehr anschaulich wird Leben, Geschichte und Kultur der Gomerer erklärt.

Auch im Valle Gran Rey, dem Tal des „Großen Königs“ kann man sich seine Urlaubstage schön gestalten, sich am Meeresrauschen erfreuen, in der Sonne entspannen und den Abend mit Livemusik in einer der zahlreichen Bars ausklingen lassen. Selbst an einem Regentag verbreitet ein Regenbogen Hoffnung auf den nächsten Sonnentag.

Leider verging die Zeit viel zu schnell. Für mich steht fest: ich werde wiederkommen – wie so viele andere auch! Denn ich fühle mich auf dieser Insel total wohl,  alles ist entspannt, man lässt den alltäglichen Stress hinter sich und schöpft neue Kräfte für den Alltag.

Ich freue mich darauf, Ihnen viele schöne Hotels oder Appartments  zu empfehlen und natürlich Wandertipps zu geben.

Hotelempfehlungen

Hotel Gran Rey: Ökologisch geführtes Mittelklassehotel direkt am Meer. Es hat eine Dachterasse mit Swimmingpool und Bar und bietet einen traumhaften Blick auf Berge, Felder und Meer. Besonders gut sind das wöchentliche kanarische Spezialitätenbuffet, interessante Vorträge zur Pfeifsprache El Silbo, zum Whale watching uvm.

Appartments Charco del Conde: Ruhiges Apparthotel, besonders geeignet für Wanderer und Ruhesuchende. Es ist einfach Ausstattung und für Selbstversorger gedacht, Frühstückscafes befinden sich „um die Ecke“. Direkt neben der Anlage bewirtschaften Bauern ihre Felder (Bananen, Kartoffeln, Gemüse).

Restauranttipps

Abraxas  –  gomerisch-asiatische Küche, sehr lecker, super freundliches Personal

El Puerto –  Fischrestaurant am Hafen Vueltas, preiswertes Mittagsmenü, frische Fischgerichte

Wandern

Timah

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 
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