Zar Peters I. Traum : Sankt Petersburg

von Gerda Jeske-Robrecht | mehr Artikel von | 19. Juni 2015 | Aus den Reisebüros | Ein Kommentar

Es war ein Bild von Mystik und Unwirklichkeit, als die AIDA MAR sich um 6.00 der Sankt Pertersburg vorgelagerten Insel Kronstadt näherte und die goldene Kuppel der Kathedrale durch den Morgennebel schien. Es gab uns einen Vorgeschmack für eine Stadt, auf die wir schon lange gespannt waren und die das Highlight unserer Ostseekreuzfahrt werden sollte:  Sankt Petersburg.

Sankt Petersburg wurde ab 1703 von Zar Peter dem Großen als Fenster Russlands zum Westen auf 44 Inseln in der morastigen Newamündung erbaut. HaseninselKatharina

Keimzelle der Stadt war die s.g. Haseninsel, auf der sich heute die Sankt Peter-und- Pauls Festung erhebt. Jeder der nachfolgenden Zaren hat der Stadt weitere bauliche Akzente gesetzt, besonders unter Zarin Katharina II., einer überaus kunstsinnigen Dame, entwickelte sich Sankt Petersburg zu einem Zentrum für Kunst und Kultur. Die Pracht des damaligen Zarenreichs spiegelt sich besonders in den prunkvollen Palästen, Kathedralen und Klöstern wider. Zar Peter befahl dem gesamten russischem Adel, die alte Hauptstadt Moskau zu verlassen und so baute sich jeder Großfürst, Fürst und Graf seinen Palast in der neuen Stadt Sankt Petersburg.

Um die wichtigsten Bauwerke zu besichtigen, braucht es Tage. Man kann während eines kurzen Kreuzfahrtenstops nur einige Schwerpunkte herauspicken und wir hatten uns für einen Besuch des Schlosses Peterhof und des Winterpalastes mit der Eremitage entschieden.

Ca. 90 Busminuten von der Innenstadt, direkt am finnischen Meerbusen, liegt die Sommeresidenz von  Zar Peter, Schloss Peterhof. Der Anblick des Schlosses im strahlenden Sonnenschein war unbeschreiblich: Ein Märchenschloss aus Gold!

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Nach der Besichtigung der Prunkräume wie dem Thronsaal, Tschesmesaal und dem Tanzsaal, die den unglaublichen Reichtum der Zaren erahnen ließen waren wir überrrascht, das Zar Peters Zimmer mit einer einfachen Eichenvertäfelung sehr bescheiden ausgestattet war. Der 1200 ha große Park von Peterhof ist berühmt für seine Wasserkunst. Direkt am Palast befindet sich die große Kaskade, von wo das Wasser in 3 Stufen in ein Marmorbecken mit goldenen antiken Figuren herab fällt und durch einen schnurgeraden Kanal in die Ostsee mündet. Im Park befinden sich auch Scherzfontänen, die den unvorsichtigen Besucher gern nass spritzen.

Zar Peter hatte sich innerhalb seines Parks einige intime Schlösschen errichten lassen, wie Montplaisir und Marly, denn wohnen wollte er in den wenig gemütlichen Prunkräumen seines Palastes nicht, und so ließ er sich Montplaisir im holländischen Stil einrichten.

Mit dem Tragflügelboot ging es zurück nach Sankt Petersburg bis zur Anlegestelle direkt vor dem Winterpalast. Diesen Palastkomplex, der aus dem Winterpalast und den verschiedenen Eremitagen besteht , baute die Zarin Katharina II.  zu einem einzigartigen Museum auf.  Sie war eine begeisterte Sammlerin von Kunstwerken wie von Rembrandt, Cranach, Tizian, da Vinci und vielen anderen Malern.

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Wir betraten den Palast und über die berühmte Jordan-Treppe ging es zu den Prunksälen wie dem Wappensaal, Georgssaal, der Galerie des Vaterländischen Friedens und vielen anderen. Besonders fasziniert haben uns die Raffael-Logien, Kopien der von Raffael um 1516 geschaffenen Fresken für den Vatikan, die ab 1770 in der Eremitage eingebaut wurden und schöner als das Original sein sollen. Danach konnten wir uns auf die Hauptsache des Museums freuen: Die Werke der berühmtesten Maler. Um einige Bilder hervorzuheben: Rembrandts Rückkehr des verlorenen Sohnens und Da Vincis Madonna mit der Blume. Begeistert verließen wir nach über 4 Stunden den Winterpalast und hätten gern noch mehr von Sankt Petersburg gesehen, aber unser Tag dort war zu Ende und es ging zurück auf die AIDA .

Meine Ausflugstipps: Die Schlösser und Parks in der Umgebung von Sankt Petersburg wie der Katharinenpalast mit der Kopie des Bernsteinzimmers, oder lernen Sie die Stadt auf einer Bootsfahrt über die unzähligen Kanäle aus einer anderen Perspektive kennen. Und etwas ganz Besonderes: Im Palast des Fürsten Felix Jussupow kann man das Zimmer besichtigen, in dem der Mönch und Magier Rasputin vom Fürsten ermordet wurde.

Mein Hoteltipp : Das Luxushotel Kempinski Moika 22 hat 5 Sterne und liegt ganz nah am Winterpalast.

Mein Reisefazit: Es gibt unendlich viel mehr in Sankt Petersburg zu sehen wie die Theater, Adelspaläste , Kathedralen und Museen. Wir werden wiederkommen!

 
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Ein Kommentar

  • Thomas Kloss sagt:

    Ganz großes (Wort-) Kino!!!!! Ich kann den trefflichen Bericht aus mehrfachem eigenen Erleben nur bestätigen!!!!! Vielen Dank!!!
    Thomas Kloss

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