#noplaceforplastic: 3.500 volle Koffer Plastik vermeiden

Friederike Grupp ist Referentin im Bereich Nachhaltigkeit bei Thomas Cook und berichtet im Interview über die neue Kampagne #noplaceforplastic, mit der sich Thomas Cook ab sofort im Kampf gegen Plastik engagiert.

Frau Grupp, was ist der Grund für die Kampagne #noplaceforplastic?

In unseren Meeren und Ozeanen gibt es viel zu viel Abfall. Täglich gelangen acht Millionen Kunststoffteile in die Ozeane. Das hat verheerende Folgen: Es schadet der Tierwelt und verunreinigt die Strände, die wir im Urlaub genießen wollen. Insbesondere durch die Reisebranche steigt die Menge der Kunststoffabfälle, die ins Mittelmeer gelangen, in den Sommermonaten um bis zu 40 Prozent. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen unserer Branche und der Umweltverschmutzung durch Plastik. Deshalb engagieren wir uns ab sofort mit der Kampagne #noplaceforplastic im Kampf gegen die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Aktion genau?

Unser Ziel ist es zunächst, innerhalb der nächsten zwölf Monate 70 Millionen Einweg-Plastikteile einzusparen, vorrangig an den Thomas Cook-Bürostandorten, in den Häusern eigener Hotelmarken und bei der eigenen Airline. Die Menge entspricht etwa 3.500 vollen Koffern. Außerdem werden wir mit Regierungen, anderen Reiseveranstaltern, Kunden und Mitarbeitern zusammenarbeiten, um die Recyclinginfrastruktur in Urlaubsdestinationen zu stärken und neue Arbeitsweisen zu fördern. Unter anderem planen wir zwei Pilotprojekte: Bei einem Projekt auf Rhodos möchten wir nachhaltige Alternativen zu Kunststoffprodukten testen und prüfen, inwieweit diese herkömmliche Plastikprodukte innerhalb der Thomas Cook Gruppe ersetzen können. Zudem werden wir im kommenden Sommer mit den britischen Designern Wyatt und Jack zusammenarbeiten, die beschädigte und entsorgte Schlauchboote, Luftmatratzen und Kinderschwimmflügel von Thomas Cook-Gästen in wiederverwendbare Taschen und Urlaubszubehör umwandeln werden.

Wie genau soll Plastik vermieden werden?

Wir werden zunächst Plastikeinwegartikel wie Strohhalme und Rührstäbchen eliminieren. Dies werden wir in erster Linie bei unseren eigenen Produkten umsetzen, da wir hier den größten Einfluss zur Durchführung von Veränderungen haben. Uns ist bewusst, dass dies erst der Anfang sein kann und es in diesem Bereich sehr viel zu tun gibt, und wir hoffen, dass wir durch unsere Kampagne auch andere dazu bewegen können, mit uns zusammenzuarbeiten, um zum nachhaltigen Nutzen unserer Mitarbeiter, der Zielgebiete und natürlich unserer Kunden die Menge an Kunststoff in der Reisebranche radikal zu reduzieren.

Wird den Kunden das Thema Umweltschutz auch beim Thema Reisen immer wichtiger?

Wir haben dieses Jahr eine Umfrage unter rund 3.500 Thomas Cook-Kunden in sechs Ländern durchgeführt und diese hat gezeigt, dass das Thema Umweltverschmutzung durch Plastik ein wichtiges Thema ist. Mehr als 90 Prozent unserer Gäste sind besorgt über die aktuelle Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikabfälle. Für 90 Prozent ist es außerdem wichtig, dass Reiseveranstalter dieses Thema ernst nehmen, zwei Drittel würden sich eher für einen Anbieter entscheiden, der sich für die Reduzierung von Kunststoffartikeln einsetzt. Es ist also ganz offensichtlich, dass unsere Kunden von uns verlangen, dass wir in diesem Bereich aktiv sind.

Ist das die erste Aktion, die Sie im Hinblick auf Müllvermeidung bisher unternommen haben?

Nein, bereits Anfang dieses Jahres haben wir am Standort Oberursel die Nutzung umweltschädlicher Einwegbecher in der hauseigenen Cafeteria abgeschafft. Heißgetränke werden seitdem ausschließlich in umweltfreundlichen Behältnissen, wahlweise in Porzellantassen, Gläsern oder Bambusbechern serviert. Und zur leichteren und konsequenten Umsetzung hat jeder Mitarbeiter einen wiederverwendbaren Bambusbecher erhalten. Seit der Einführung im März 2018 haben wir somit mehr als 170.000 umweltschädliche Einwegbecher eingespart und damit einen wichtigen Beitrag zur Müllvermeidung geleistet.

 

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